Lehmputz – Vorteile, Nachteile und Kosten

Lehm zählt zu den ältesten Baustoffen der Welt und erfreut seit Jahrtausenden die Menschen mit seinen positiven Eigenschaften und besonders in der Zeit des steigenden Umweltbewusstseins erfreut sich der schadstofffreie Lehmputz immer größerer Beliebtheit. Sämtliche Vorteile und auch die Nachteile des Lehmputzes sind im Folgenden zusammengefasst:

Die Vorteile von Lehmputz

  • reguliert Feuchtigkeit
  • absorbiert Schadstoffe
  • für Anfänger geeignet
  • viele gestalterischen Möglichkeiten
  • keine künstlichen Zusatzstoffe
  • geeignet für fast alle Untergründe
  • Nacharbeit jederzeit möglich

Bauphysikalische Vorteile

Eine mit Lehmputz gestaltete Innenwand bietet sehr viele Vorteile. Die Lehmmischung nimmt nicht nur Zigarettenrauch, Ausdünstungen und Schadstoffe auf, die täglich in Form von Verpackungsmaterial in die eigenen vier Wände gebracht werden, er reguliert auch die Feuchtigkeit. Schon ab einer Schichtdicke von 5mm kann Lehmputz im Badezimmer nach dem Duschen das Beschlagen des Spiegels verhindern. Der Lehmputz nimmt Luftfeuchtigkeit schneller als herkömmlicher Gipsputz auf und gibt diese bei Bedarf langsam wieder an die Umgebung ab.

Durch diese Eigenschaft kommt es nach dem Duschen nicht zur Kondensation am Badezimmerspiegel, da der Lehmputz die überschüssige Feuchtigkeit schon vorher aufnimmt. Im Gegenteil zur Feuchtigkeit, die vom Lehmputz später wieder abgegeben wird, werden einmal gebundene Schadstoffe nicht wieder freigegeben. Weiterhin ist zu erwähnen, dass der ökologische Lehmputz keinerlei künstlichen Zusätze enthält.

Die Verarbeitung und Gestaltung

lehmputz

Für ein gutes Raumklima – Lehmputz für Innen

Die Wandgestaltung mit Lehmputz ist auch für Anfänger geeignet. Aufgetragen wird der Putz mit handelsüblichen Stuckateur- und Mauerwerkzeug. Der Lehmputz bindet nicht chemisch ab wie andere Putze, deshalb können verputzte Stellen bei Nichtgefallen wieder mit Wasser aufgeschwemmt und nachbearbeitet werden. Zuviel angerührtes oder später abgetragenes Material kann einfach wieder neu aufgeschwemmt und verputzt werden. Dies kann beliebig oft geschehen.

Um optimale bauphysikalische Eigenschaften zu erreichen empfiehlt sich eine Schichtdicke von 15-30mm. Während Putzdicken bis 15mm in nur einem Arbeitsgang aufgetragen werden, so müssen stärkere Schichtdicken zweilagig erstellt werden. Hierbei kann als Unterputz der einfache und kostengünstigere Lehmunterputz verwendet werden und nach dem Austrocknen kann ein feiner, eventuell farblicher Lehmoberputz aufgetragen werden.

Gestalterisch gibt es unzählige Möglichkeiten den Lehmputz zu verarbeiten. So können Strohhäcksel, farbige Glasperlen, Perlmutt oder sämtliche andere mineralischen Stoffe zugemischt werden. Diese Zusatzstoffe werden im letzten Verarbeitungschritt mit einem Schwamm oder Schwammbrett frei geschwaschen und verleihen dem Lehmputz eine besondere Oberfläche und wohnliches Raumklima. Des weiteren können dem Lehmputz Farbpigmente zugefügt werden und somit farblich in jeden gewünschten Farbton verwandelt werden. Alternativ kann der Lehmputz nachträglich jederzeit mit Lehmstreichputz oder Lehmfarben überstrichen werden.

Einen weiteren Vorteil bietet der Lehmputz in Kombination mit Wand(flächen)heizungen. Hierbei wird der Lehmputz von den im Putz integrierten Wandheizungsrohren erhitzt und gibt die Wärme anschließend gleichmäßig an den Raum ab.

Nachteile von Lehmputz

  • wasserlöslich, somit nicht für den Spritzwasserbereich bzw. Außenbereich geeignet
  • weniger Oberflächenfestigkeit als herkömmliche Putze

Der Lehmputz hat neben all seinen Vorteilen aber auch Nachteile. Einer der Nachteile ist die Wasserlöslichkeit. Somit ist der Lehmputz nicht zur Verarbeitung im Außenbereich oder im Spritzwasserbereich, wie z.B. über der Spüle oder der Dusche, geeignet.

Ein anderer Nachteil ist die geringere Oberflächenfestigkeit im Vergleich zu üblichen Gipsputzen. In stärker beanspruchten Bereichen, wie z.B. im Treppenbereich, kann es über einen längeren Zeitraum zum Abrieb des Lehmputzes kommen. Um dieses zu verhindern kann in solchen Bereichen ein Anstrich, mit z.B. verkieselnden Bindemitteln wie Lithium Wasserglas, erfolgen. Außerdem ist beim Anbringen von Regalen oder Bildern muss Acht gegeben werden um zu verhindern, dass keine größeren Lehmputzstückchen um das Bohrloch herum heraus brechen.

Zusammenfassung

Lehmputz ist der Inbegriff eines biologischen und intelligenten Baustoffes. Er besteht nur aus biologisch abbaubaren Stoffen, ist kompostierbar und muss nicht wie andere chemischen Putze als Sondermüll entsorgt werden. Der Naturbaustoff Lehm sorgt mit seiner Fähigkeit, überschüssige Luftfeuchtigkeit und Wärme aufzunehmen und später wieder abzugeben, für ein gesundes Raumklima mit besonderer Wohnatmosphäre.

Mehr auch unter: http://www.lehmaustria.at/