Das Baukonto – oft auch Wohnbaukonto genannt – überbrückt die Bauphase, in der laufend Rechnungen anfallen, der eigentliche Kredit aber noch nicht voll fließt. Der Clou: Man zahlt Zinsen nur für den Betrag, den man tatsächlich abruft, nicht für die ganze Bausumme. Ausbezahlt wird nach Baufortschritt, Rechnung für Rechnung. Nach Fertigstellung – meist nach höchstens drei Jahren – wird das Baukonto in einen normalen Hypothekarkredit umgewandelt und wie üblich zurückgezahlt.

Wie das Baukonto funktioniert
Das Baukonto ist ein zweckgebundenes Konto, über das ausschließlich die Ausgaben des Bauprojekts laufen. Die Bank stellt einen Rahmen bereit, aus dem nach Baufortschritt abgerufen wird: Erreicht der Bau eine bestimmte Stufe, wird der entsprechende Teil freigegeben, und damit werden die Handwerker- und Materialrechnungen bezahlt. So bleibt man in jeder Bauphase liquide, ohne von Anfang an die volle Kreditsumme mit Zinsen zu belasten.
Die Vorteile
- Zinsen nur auf den genutzten Betrag: Verzinst wird ausschließlich, was tatsächlich abgerufen wurde – nicht der gesamte Rahmen.
- Volle Liquidität in der Bauphase: Rechnungen lassen sich sofort begleichen, ohne auf die endgültige Kreditzuteilung zu warten.
- Flexibilität: Das Konto passt sich dem tatsächlichen Baufortschritt an, statt starr eine feste Summe auszuzahlen.
- Überblick: Weil alle Baukosten über ein Konto laufen, behält man Ausgaben und Budget im Blick.
Vom Baukonto zum Kredit
Das Baukonto ist eine Zwischenfinanzierung mit begrenzter Laufzeit – üblicherweise bis zu drei Jahren. Ist der Bau abgeschlossen und die endgültige Summe bekannt, wird der ausgenützte Betrag in einen klassischen Hypothekarkredit umgewandelt. Dieser wird dann wie eine gewöhnliche Baufinanzierung mit fixen oder variablen Zinsen über die Laufzeit getilgt. Das Baukonto wird geschlossen, die Finanzierung läuft geordnet weiter.
Worauf man achten sollte
Vor dem Abschluss lohnt der genaue Blick auf die Konditionen: Wie hoch ist der Sollzins in der Bauphase, fallen Bereitstellungszinsen für den nicht genutzten Rahmen oder Kontoführungsspesen an, und wie lange läuft das Konto maximal? Wichtig ist auch, dass der Rahmen groß genug ist, um Kostensteigerungen und Nachträge aufzufangen – deshalb sollte er mit einer Reserve über den reinen Baukosten geplant werden. Einen neutralen Überblick zum Wohnbaukonto bietet etwa die Erste Bank.
Häufige Fragen zum Baukonto
Was ist ein Baukonto?
Ein Baukonto, auch Wohnbaukonto, ist eine Zwischenfinanzierung für die Bauphase. Über ein zweckgebundenes Konto werden die Baurechnungen bezahlt, wobei nach Baufortschritt abgerufen wird. Zinsen fallen nur für den tatsächlich genutzten Betrag an. Nach Fertigstellung wird es in einen Kredit umgewandelt.
Wann zahlt man beim Baukonto Zinsen?
Nur für den Betrag, der tatsächlich abgerufen wurde, nicht für den gesamten bereitgestellten Rahmen. Wer erst einen Teil der Bausumme braucht, zahlt auch nur dafür Zinsen. Das macht das Baukonto in der Bauphase günstiger, als von Beginn an die volle Kreditsumme aufzunehmen.
Wie wird nach Baufortschritt ausbezahlt?
Die Bank gibt die Mittel gestaffelt frei: Erreicht der Bau eine bestimmte Stufe, wird der entsprechende Anteil auf das Baukonto gutgeschrieben und damit werden die anstehenden Rechnungen bezahlt. So fließt das Geld parallel zum tatsächlichen Fortschritt und nicht auf einmal.
Wie lange läuft ein Baukonto?
Als Zwischenfinanzierung ist es zeitlich begrenzt, meist auf bis zu drei Jahre. In dieser Zeit soll der Bau abgeschlossen sein. Danach wird der ausgenützte Betrag in einen klassischen Hypothekarkredit umgewandelt und über die vereinbarte Laufzeit getilgt.
Was wird aus dem Baukonto nach dem Bau?
Nach Fertigstellung wird der genutzte Betrag in einen normalen Hypothekarkredit umgewandelt, der durch ein Pfandrecht besichert ist. Dieser läuft dann wie eine gewöhnliche Baufinanzierung mit fixen oder variablen Zinsen. Das Baukonto selbst wird geschlossen.
Worauf sollte man beim Baukonto achten?
Auf den Sollzins in der Bauphase, mögliche Bereitstellungszinsen für den nicht genutzten Rahmen, Kontoführungsspesen und die maximale Laufzeit. Der Rahmen sollte mit Reserve über den reinen Baukosten liegen, damit Kostensteigerungen und Nachträge gedeckt sind. Ein Vergleich der Konditionen lohnt sich.