Leimbinder – fachlich Brettschichtholz oder kurz BSH – sind der Hochleistungswerkstoff unter den Baustoffen aus Holz. Aus mehreren verleimten Brettlamellen entstehen Träger, die deutlich tragfähiger und formstabiler sind als klassisches Vollholz und große Spannweiten überbrücken. Sie tragen Dachstühle, Hallen und weit gespannte Decken – und lassen sich sogar zu eleganten Bögen biegen. Wie ein Leimbinder entsteht und was ihn so leistungsfähig macht, erklärt dieser Überblick.
Was ein Leimbinder ist
Ein Leimbinder besteht aus mehreren rund 30 bis 40 Millimeter dicken Brettlamellen, die faserparallel, also mit gleicher Faserrichtung, übereinander verleimt werden. Genau diese parallele Anordnung verleiht dem Material seine hohe Tragfähigkeit und Formstabilität – deutlich mehr, als ein gewachsener Vollholzbalken derselben Größe bieten könnte.
So wird ein Leimbinder hergestellt
- Trocknen und Hobeln: Die Bretter werden technisch getrocknet und gehobelt.
- Keilzinken: Der Länge nach werden sie über robuste Keilzinkenverbindungen zu langen Lamellen verbunden – so sind Längen bis über 13 Meter möglich.
- Verleimen: Die Lamellen werden faserparallel unter Druck zu Trägern verleimt.
- Endbearbeitung: Der fertige Binder wird nochmals gehobelt und auf Maß gebracht.
Weil das Holz vorher getrocknet wird, arbeitet der fertige Binder kaum noch nach – er neigt wenig zum Verzug und bildet kaum Trockenrisse.
Die Vorteile
- Hohe Tragfähigkeit: Leimbinder übertreffen die Eigenschaften von Konstruktionsvollholz (KVH) und ermöglichen größere Spannweiten und Querschnitte.
- Formstabil: kaum Verzug und Risse dank der Verleimung und Trocknung.
- Biegbar: Leimbinder lassen sich zu Bögen formen – ideal für weit gespannte Dächer und geschwungene Konstruktionen.
- Nachhaltig: Aus vielen kleineren Holzstücken entsteht ein großer Träger – das nutzt den Rohstoff besonders effizient.
Einsatzbereiche
Leimbinder kommen überall dort zum Einsatz, wo hohe Lasten und große Spannweiten gefragt sind: im Dachstuhl, in Holzbalkendecken, bei Carports, Hallen und Brücken. Auch als sichtbares Gestaltungselement im modernen Holzbau sind sie beliebt – verwandt mit dem Holzriegelbau und dem massiven Holzbau.
Festigkeitsklassen
Statisch werden Leimbinder in Festigkeitsklassen von GL24 bis GL36 eingeteilt – die Zahl gibt die Biegefestigkeit an, das angehängte „h“ steht für homogenen, „c“ für kombinierten Aufbau. Welche Klasse nötig ist, berechnet der Statiker anhand der Belastung. Einen Überblick zum tragenden Holzbau bietet proHolz Austria.
Häufige Fragen zu Leimbindern
Was ist ein Leimbinder?
Ein Leimbinder, fachlich Brettschichtholz (BSH), ist ein Träger aus mehreren faserparallel verleimten Brettlamellen. Durch diesen Aufbau ist er deutlich tragfähiger und formstabiler als Vollholz und ermöglicht große Spannweiten – bis über 13 Meter Länge.
Wie werden Leimbinder hergestellt?
Die Bretter werden technisch getrocknet, gehobelt und über Keilzinken zu langen Lamellen verbunden. Diese werden faserparallel unter Druck verleimt und der fertige Binder wird nochmals gehobelt. Durch die vorherige Trocknung arbeitet er später kaum nach.
Was ist der Vorteil gegenüber Vollholz?
Leimbinder sind tragfähiger und formstabiler als gewachsenes Vollholz, überbrücken größere Spannweiten, neigen kaum zu Verzug und Trockenrissen und lassen sich sogar biegen. Zudem nutzen sie den Rohstoff Holz effizienter, weil sie aus vielen kleineren Stücken entstehen.
Wofür werden Leimbinder verwendet?
Für tragende Bauteile mit hohen Lasten und großen Spannweiten: Dachstühle, Holzbalkendecken, Carports, Hallen und Brücken. Im modernen Holzbau werden sie auch als sichtbares, gestaltendes Element eingesetzt, etwa als geschwungene Dachbögen.
Was bedeuten die Festigkeitsklassen GL24 bis GL36?
Die Zahl gibt die Biegefestigkeit des Brettschichtholzes an – je höher, desto belastbarer. Das angehängte „h“ steht für einen homogenen Aufbau aus gleichen Lamellen, „c“ für einen kombinierten Aufbau. Welche Klasse nötig ist, bestimmt der Statiker anhand der Belastung.
Sind Leimbinder witterungsbeständig?
Es gibt Leimbinder für den Innen- und für den Außenbereich, die sich in der verwendeten Verleimung unterscheiden. Für bewitterte Konstruktionen wie Carports werden entsprechend geeignete, feuchtebeständig verleimte Binder verwendet und zusätzlich konstruktiv vor Nässe geschützt.
