
Der Dachstuhl ist das tragende Gerüst des Daches – er nimmt die Last von Eindeckung, Schnee und Wind auf und bestimmt zugleich, ob und wie sich das Dachgeschoss später ausbauen lässt. Welche Konstruktion die richtige ist, hängt von Spannweite, Dachform und Nutzung ab. Die Kosten liegen je nach Bauart bei rund 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Wer die drei Grundtypen kennt, plant Dach und Ausbau von Anfang an sinnvoll.
Die drei Dachstuhlarten
- Sparrendach: Die einfachste und günstigste Konstruktion. Die Sparren liegen direkt auf der Außenwand auf und sind am First verbunden. Geeignet für kleinere Gebäude mit 30 bis 60 Grad Dachneigung und Spannweiten bis etwa 7 Meter. Ab rund 50 Euro pro Quadratmeter.
- Pfettendach: Hier ruhen die Sparren auf waagrechten Balken, den Pfetten. Das erlaubt größere Spannweiten und mehr Freiheit bei der Raumgestaltung im Dachgeschoss – ideal, wenn ausgebaut werden soll. Rund 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter.
- Kehlbalkendach: Eine Weiterentwicklung des Sparrendachs mit aussteifenden Kehlbalken zwischen den Sparren. Es überbrückt größere Spannweiten und schafft Platz für den Wohnraumausbau.
Das richtige Holz
Für den Dachstuhl kommen vor allem Konstruktionsvollholz (KVH) und Brettschichtholz (BSH) – auch als Leimbinder bekannt – zum Einsatz. Frisches Nadelholz kostet 300 bis 500 Euro pro Kubikmeter, technisch getrocknetes und veredeltes Holz 500 bis über 1.000 Euro. Getrocknetes Holz arbeitet weniger nach und ist maßhaltiger, weshalb es sich für sichtbare Konstruktionen und den Ausbau besonders eignet.
Abbund und Montage
Der Zuschnitt der Hölzer – der Abbund – erfolgt heute meist CNC-gesteuert im Werk und dann passgenau auf der Baustelle montiert. Ein Zimmermann errichtet den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in rund drei bis sieben Arbeitstagen, die Eindeckung durch den Dachdecker dauert weitere drei bis fünf Tage. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist das Haus dicht.
Dachstuhl Kosten 2026
| Dachstuhlart | Kosten pro m² (ca.) |
|---|---|
| Sparrendach | ab 50 € |
| Pfettendach | 60 – 80 € |
| Dachstuhl allgemein | 60 – 100 € |
Der Preis hängt von Konstruktion, Holzart, Dachform und Größe ab. Zum Dachstuhl kommen Eindeckung, Unterkonstruktion und Dämmung – all das sollte gemeinsam geplant werden, wie der Ratgeber zur Dachsanierung zeigt.
Dachform und Eindeckung mitdenken
Dachstuhl, Dachform und Eindeckung hängen eng zusammen. Ein Pultdach braucht eine andere Konstruktion als ein Satteldach, und die Neigung bestimmt, ob Ziegel oder ein Blechdach infrage kommt. Wer den Dachboden ausbauen will, sollte das schon bei der Wahl des Dachstuhls berücksichtigen. Eine anschauliche Gegenüberstellung der Konstruktionen bietet der Bauredakteur.
Häufige Fragen zum Dachstuhl
Was kostet ein Dachstuhl?
Je nach Bauart rund 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Das Sparrendach ist mit ab etwa 50 Euro am günstigsten, das Pfettendach liegt bei 60 bis 80 Euro. Der Preis hängt von Konstruktion, Holzart, Dachform und Größe ab, hinzu kommen Eindeckung und Dämmung.
Welche Dachstuhlarten gibt es?
Die drei Grundtypen sind das Sparrendach (einfach und günstig, bis rund 7 Meter Spannweite), das Pfettendach (größere Spannweiten und mehr Flexibilität beim Ausbau) und das Kehlbalkendach (aussteifende Kehlbalken für größere Spannweiten und den Wohnraumausbau).
Welches Holz wird für den Dachstuhl verwendet?
Vor allem Konstruktionsvollholz (KVH) und Brettschichtholz (BSH, Leimbinder). Getrocknetes Holz arbeitet weniger nach und ist maßhaltiger. Frisches Nadelholz kostet 300 bis 500 Euro pro Kubikmeter, technisch getrocknetes und veredeltes Holz 500 bis über 1.000 Euro.
Welcher Dachstuhl eignet sich zum Ausbau?
Das Pfettendach und das Kehlbalkendach bieten die größte Freiheit für den Dachgeschossausbau, weil sie größere Spannweiten überbrücken und weniger störende Balken im Raum haben. Wer später ausbauen will, sollte das schon bei der Wahl des Dachstuhls berücksichtigen.
Wie lange dauert der Bau eines Dachstuhls?
Der Zimmermann errichtet den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in etwa drei bis sieben Arbeitstagen. Mit der anschließenden Eindeckung durch den Dachdecker ist das Haus nach rund zwei bis drei Wochen dicht. Der Abbund erfolgt heute meist CNC-gesteuert im Werk.
Was ist der Abbund?
Der Abbund ist der maßgenaue Zuschnitt der Hölzer für den Dachstuhl. Früher von Hand, erfolgt er heute meist CNC-gesteuert in der Zimmerei. Die vorbereiteten Hölzer werden dann auf der Baustelle nur noch passgenau zusammengefügt und aufgerichtet.
Warum ist das Sparrendach am günstigsten?
Weil es die einfachste Konstruktion ist: Die Sparren liegen direkt auf der Außenwand und sind am First verbunden, ohne zusätzliche Pfetten oder Stützen. Das spart Material und Arbeit, begrenzt aber die Spannweite auf etwa 7 Meter.