
Sandstrahlen ist in Österreich billiger, als die meisten schätzen: Wiener und niederösterreichische Strahlbetriebe verlangen für Holztramdecken, Ziegelgewölbe und Betonflächen ab 12 Euro pro Quadratmeter netto, für Stahlflächen ab 15 Euro, für eine Stahlfelge ab 30 Euro (Stand August 2026). Teuer wird nicht der Strahl selbst, sondern alles darum herum: Abdecken, Absaugen, Entsorgen und die Anfahrt. Ein mobiler Tageseinsatz mit Kompressor, Facharbeiter und Helfer kostet in Ostösterreich rund 1.990 Euro netto.
Nur eines hat mit dem Namen des Verfahrens nichts mehr zu tun: der Sand. Strahlmittel mit mehr als 2 Masseprozent Quarz sind bei Strahlarbeiten verboten, seit Quarzfeinstaub 2020 als eindeutig krebserzeugender Arbeitsstoff eingestuft wurde. Gestrahlt wird heute mit Korund, Glasperlen, Granatsand, Schlacke, Nussschalen, Soda oder Trockeneis.
Was kostet Sandstrahlen? Preisliste 2026 für Österreich
Die folgenden Richtpreise stammen aus den veröffentlichten Preislisten von Strahlbetrieben in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland (Stand August 2026, alle Werte netto ohne Mehrwertsteuer). Zwei Betriebe kalkulieren dabei nach zwei verschiedenen Logiken, was die Spannen erklärt: Der eine rechnet Flächen knapp und Einzelstücke teuer, der andere schlägt die Rüstzeit gleich auf den Quadratmeterpreis.
| Objekt | Richtpreis netto | Einheit |
| Holzdecke, Tramdecke, Sichtdachstuhl | ab 12 Euro | pro m² |
| Holzbalken einzeln, freistehend | ab 14 Euro | pro Laufmeter |
| Holz mit alten Beschichtungen (Lack, Lasur) | 19 bis 30 Euro | pro m² |
| Beton, Sichtbeton | ab 12 Euro | pro m² |
| Ziegel, Gewölbe, Weinkeller | 12 bis 40 Euro | pro m² |
| Naturstein und Kunststein | 25 bis 30 Euro | pro m² |
| Fassade, leicht verschmutzt | 20 bis 50 Euro | pro m² |
| Steinmauer, stark verschmutzt | 50 bis 100 Euro | pro m² |
| Graffiti von Beton entfernen | ab 100 Euro | pro m² |
| Stahlfläche, einfach | ab 15 Euro | pro m² |
| Stahlträger | 15 bis 150 Euro | pro Laufmeter |
| Gartenzaun | 35 bis 55 Euro | pro m² |
| Schmiedeeisenzaun | 40 bis 60 Euro | pro m² |
| Stahlfelge | ab 30 Euro | pro Stück |
| Alufelge | ab 35 Euro | pro Stück |
| Lkw-Felge | ab 55 Euro | pro Stück |
| Fahrradrahmen | ab 55 Euro | pro Stück |
| Motorradrahmen | ab 70 Euro | pro Stück |
| Vespa-Karosserie | ab 130 Euro | pro Stück |
| Strahlen als Beschichtungs-Vorbehandlung | 30 bis 50 Euro | pro m² |
| Mobiler Tageseinsatz (Kompressor, 2 Mann, 100 kg Strahlmittel) | 1.990 Euro | pro Tag |
Die Tagespauschale ist der wichtigste Wert in dieser Tabelle, weil sie die Untergrenze jedes mobilen Einsatzes markiert. Wer 8 Quadratmeter Kellergewölbe strahlen lassen will, zahlt eben nicht 8 mal 12 Euro, sondern einen halben oder ganzen Tagessatz. Quadratmeterpreise greifen erst, wenn die Fläche groß genug ist, um den Anfahrts- und Rüstaufwand zu verdünnen. Die Faustzahl aus der Praxis: Unter etwa 30 Quadratmetern rechnet fast jeder Betrieb pauschal.
Was den Preis nach oben treibt
Die Spanne zwischen 12 und 100 Euro pro Quadratmeter entsteht kaum am Strahlkopf. Diese fünf Posten entscheiden:
- Zugänglichkeit: Eine ebene Wand im leeren Raum ist der günstigste Fall. Sobald Gerüst, Hebebühne oder Arbeit über Kopf dazukommen, verdoppelt sich der Zeitaufwand pro Quadratmeter.
- Abdecken und Abschotten: Im bewohnten Haus kostet die Staubschleuse oft mehr Zeit als das Strahlen. Vorbereitungsarbeiten werden mit 45 bis 75 Euro pro Stunde verrechnet.
- Filigranität: Ein glattes Zaunfeld und ein Schmiedegitter mit Blattornamenten haben dieselbe Quadratmeterzahl und den doppelten Aufwand. Deshalb liegen Zäune bei 40 bis 60 Euro, während Stahlflächen ab 15 Euro starten.
- Anfahrt: Üblich sind 30 bis 120 Euro pauschal oder 0,60 bis 1,20 Euro pro Kilometer. Bei Einzelstücken lohnt der Weg zum Betrieb fast immer.
- Entsorgung: Verbrauchtes Strahlgut mit Altlackresten ist Abfall, bei bleihaltigen Anstrichen Sondermüll. Rechnen Sie 100 bis 150 Euro pauschal, bei Schadstoffen deutlich mehr.
Als Querprobe für die Größenordnung eines kompletten Auftrags: Vier Felgen kosten 180 bis 300 Euro, zehn Holzbalken zu je vier bis fünf Metern 1.800 bis 3.000 Euro, eine 150-Quadratmeter-Fassade 5.400 bis 9.000 Euro, jeweils als Komplettservice inklusive Rüstzeit, Schutzmaßnahmen und Entsorgung. Über alle Projektgrößen hinweg landen die meisten privaten Strahlaufträge zwischen 500 und 5.000 Euro.
Rechenbeispiel: Tramdecke im Altbau freilegen
Wohnzimmer im Gründerzeithaus, 28 Quadratmeter Holztramdecke, mehrfach überstrichen, soll als Sichtbalkendecke natur bleiben:
| Position | Kalkulation | Kosten netto |
| Decke strahlen, weiches Strahlmittel | 28 m² x 14 Euro | 392 Euro |
| Abdecken, Abschottung, Staubschutz | pauschal | ca. 150 Euro |
| Strahlgut aufnehmen und entsorgen | pauschal | 100 bis 150 Euro |
| Anfahrt, An- und Abtransport Gerät | pauschal | ca. 100 Euro |
| Gesamt | 27 bis 28 Euro/m² | 750 bis 800 Euro netto |
Mit 20 Prozent Umsatzsteuer sind das 900 bis 960 Euro brutto. Dieselbe Decke von Hand abzubeizen und zu schleifen wäre ein Wochenprojekt mit chemischen Abbeizern über Kopf. Das Strahlen erledigt ein Zweiertrupp an einem Vormittag, und die Maserung kommt gleichmäßiger heraus, weil der Strahl die weichen Frühholzanteile leicht vertieft und die Struktur betont.
Rechenbeispiel: Schmiedeeisenzaun entrosten statt erneuern
Ein 15 Meter langer, 1,2 Meter hoher Schmiedeeisenzaun aus der Zwischenkriegszeit blättert und rostet. Eine Neuanfertigung samt Montage kostet einen fünfstelligen Betrag, die Sanierung rechnet sich anders:
| Position | Kalkulation | Kosten netto |
| Zaun strahlen, beidseitig und filigran | 18 m² x 60 Euro | 1.080 Euro |
| Grundierung und 2-Schicht-Lackaufbau | Korrosionsschutz-System | 700 bis 900 Euro |
| Gesamt | 1.800 bis 2.000 Euro netto |
Demontierbare Zaunfelder lassen sich alternativ in den Strahlbetrieb bringen und dort stationär strahlen und pulverbeschichten. Das ist meist günstiger und haltbarer als der Lackaufbau vor Ort, weil die Einbrennbeschichtung Kanten und Schnörkel lückenlos umschließt. Das Muster gilt für alle Schmiedearbeiten: Transportables zum Betrieb bringen, nur Festverbautes mobil strahlen lassen.
Holz sandstrahlen: Kosten, Grenzen und was danach passieren muss
Holz verträgt das Strahlen ausgezeichnet, wenn das Strahlmittel stimmt. Weiche, runde Güter wie Nussschalengranulat oder feine Glasperlen heben Lack, Lasur und Vergrauung ab, ohne die Fasern zu zerreißen. Scharfer Korund hat auf Holz nichts verloren, er hinterlässt Narben, die sich nicht mehr wegschleifen lassen, ohne die Kontur zu verlieren.
| Holzobjekt | Richtpreis netto | Anmerkung |
| Tramdecke, Sichtdachstuhl (Fläche) | ab 12 Euro/m² | gerechnet auf Deckenfläche, nicht Balkenoberfläche |
| Einzelner Holzbalken | ab 14 Euro/lfm | allseitig zugänglich |
| Holz mit dicker Altbeschichtung | 19 bis 30 Euro/m² | mehrlagiger Lack, Ölfarbe |
| Holzfassade ab 100 m² | 25 bis 35 Euro/m² | Mengenrabatt, ohne Gerüst |
| Deckenbalken und Sichtdachstuhl im Altbau | 30 bis 55 Euro/m² | über Kopf, verwinkelt |
| Fenster, Türen, historische Profile | 50 bis 80 Euro/m² | ausgebaut deutlich günstiger |
| Möbelstück (Kasten, Truhe, Bank) | 80 bis 300 Euro/Stück | Pauschalpreis nach Besichtigung |
Holzfassade und Blockhaus: der häufigste Fall
Bei Holzfassaden und Blockhäusern geht es fast nie um Rost oder Lack, sondern um zwei Dinge: die vergraute, teils veralgte Oberfläche und eine alte Lasur, die fleckig abblättert. Genau hier ist Strahlen der Alternative überlegen. Eine deckende Lasur lässt sich auf profiliertem Holz kaum abschleifen, und Abbeizer sind auf 120 Quadratmetern Fassade weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. Der Strahl nimmt die Altbeschichtung samt Grauschicht ab und legt die Maserung wieder frei.
Zwei Punkte entscheiden über die Kosten. Erstens die Menge: Ab etwa 100 Quadratmetern zusammenhängender Fläche mit Nut- und Federbrettern sinkt der Quadratmeterpreis auf 25 bis 35 Euro, weil der Trupp durcharbeiten kann. Zweitens das Gerüst. Bei einem eingeschossigen Haus mit Hebebühne bleibt es beim Strahlpreis, bei zwei Geschossen kommt eine Gerüstmiete dazu, die je nach Fassadenfläche schnell im vierstelligen Bereich liegt. Wer die Fassade ohnehin einrüsten muss, verlegt Strahlen und Neuanstrich sinnvollerweise in denselben Zeitraum.
Für ein einstöckiges Blockhaus mit rund 120 Quadratmetern Fassadenfläche ergibt das 3.000 bis 4.200 Euro netto fürs Strahlen, plus Nachbehandlung. Beim Blockhaus kommt ein Detail dazu, das oft übersehen wird: Die Fugen zwischen den Rundbohlen und die Dichtbänder vertragen keinen harten Strahl. Ein seriöser Betrieb fährt hier mit reduziertem Druck und weichem Mittel und legt vorher eine Probefläche an einer wenig sichtbaren Stelle an.
Holztreppe, Türen und Möbel
Bei Treppen, Türen und Möbeln ist die Rechnung meist eine Pauschale, keine Quadratmeterzahl. Eine alte, mehrfach lackierte Holztreppe hat auf zehn Stufen so viele Kanten, Wangen und Hinterschnitte, dass die Fläche wenig über den Aufwand sagt. Realistisch sind 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter abgewickelter Fläche, in Summe also meist einige Hundert Euro für eine Geschosstreppe.
Bei Antiquitäten und furnierten Möbeln ist dagegen Zurückhaltung geboten. Furniere sind oft nur wenige Zehntelmillimeter dick, und historische Patina ist nach dem Strahlen unwiederbringlich weg. Restauratoren arbeiten hier höchstens mit Nussschalengranulat bei minimalem Druck oder bleiben gleich bei Beize und Handarbeit. Bei Massivholzmöbeln ohne Sammlerwert spricht dagegen nichts gegen den Strahl, im Gegenteil: Profilierte Kastentüren und gedrechselte Beine sind von Hand kaum zu entlacken.
Nach dem Strahlen ist das Holz offenporig
Der wichtigste Satz zum Thema Holz strahlen betrifft nicht das Strahlen, sondern die Zeit danach. Eine frisch gestrahlte Holzoberfläche ist offen wie frisch gehobelt und maximal aufnahmefähig. Das ist gewollt, weil Öl und Lasur so tief eindringen wie sonst nie. Es heißt aber auch, dass die Fläche ungeschützt Feuchtigkeit zieht. Im Außenbereich gehört die Nachbehandlung deshalb in dieselbe Arbeitswoche, nicht in den nächsten Sommer.
Wer die rustikale Struktur will, lässt es dabei bewenden: Der Strahl legt die harten Spätholzstreifen frei und vertieft die weichen Frühholzanteile, was der Fläche eine gebürstete Anmutung gibt. Wer eine glatte, moderne Oberfläche braucht, muss nach dem Strahlen fein nachschleifen. Welche Holzarten draußen überhaupt dauerhaft durchhalten und ob sich der Aufwand bei einer bestimmten Art lohnt, klärt der Überblick zu wetterfestem Holz für den Außenbereich. Für den Aufbau und die Pflege einer vorgehängten Holzfassade gibt es eine eigene Übersicht zur Holzfassade aus Vollholz.
Metall sandstrahlen: Rost, Reinheitsgrade und Felgen
Auf Stahl ist das Strahlen die Referenzmethode gegen Rost und Zunder, und zwar nicht nur, weil es schnell geht. Der Strahl erzeugt eine definierte Rauheit, auf der die neue Beschichtung überhaupt erst dauerhaft hält. Wie sauber die Fläche danach ist, beschreiben die genormten Reinheitsgrade nach ISO 8501. Sie stehen in jedem Beschichtungsdatenblatt als Vorgabe und sind der Grund, warum ein Beschichter nach dem Strahlgrad fragt:
| Reinheitsgrad | Ergebnis | Typischer Zweck |
| Sa 1 | lose Schichten entfernt | grobe Reinigung |
| Sa 2 | gründlich gestrahlt, haftende Reste zulässig | einfache Anstriche |
| Sa 2½ | sehr gründlich, nur leichte Schattierungen | Standard für Pulverbeschichtung und hochwertige Lackierung |
| Sa 3 | metallisch blank | höchste Korrosionsschutz-Anforderungen |
Ein Detail aus der Praxis, das viel Geld kostet, wenn man es ignoriert: Blank gestrahlter Stahl beginnt schon nach wenigen Stunden an feuchter Luft wieder zu korrodieren. Strahlen und Grundieren gehören deshalb in einen Arbeitsgang. Wer Teile am Freitag strahlen lässt und am Montag zum Lackierer bringt, hat Flugrost und muss nachstrahlen lassen.
Felgen strahlen und pulverbeschichten
Felgen sind der häufigste private Strahlauftrag überhaupt, und fast immer ist das Strahlen nur der erste Schritt. Beim reinen Strahlen liegt eine Stahlfelge ab 30 Euro, eine Alufelge ab 35 Euro, eine Lkw-Felge ab 55 Euro pro Stück netto. Sinnvoll ist es aber, das Strahlen gleich beim Pulverbeschichter mitzubestellen: Die Betriebe strahlen auf Sa 2½ und beschichten im selben Durchgang, ohne Flugrost-Fenster dazwischen.
Für einen kompletten Satz von vier Standardfelgen in einer klassischen Farbe liegen die Preise in Österreich bei 240 bis 520 Euro inklusive Vorbereitung. Dazu kommen je nach Fall:
- Sonderfarben oder mehrschichtige Aufbauten: 20 bis 80 Euro pro Felge Aufpreis
- Reparatur stärkerer Beschädigungen: 50 bis 200 Euro pro Felge
- Reifen ab- und aufziehen, Entfernen alter Beschichtungen: 20 bis 60 Euro pro Felge
Als Vergleichsgröße für andere Metallteile: Pulverbeschichten allein kostet 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter netto, inklusive Strahlen als Vorbehandlung und Einbrennen 50 bis 75 Euro pro Quadratmeter. Kleinteile wie Motorradteile oder Beschläge liegen bei 50 bis 180 Euro, ein Fahrzeugrahmen bei 350 bis 900 Euro.
Beton, Ziegel und Naturstein strahlen
Gewölbekeller, Ziegelwände und Sichtbetonflächen werden gestrahlt, um Farbschichten, Ruß, Ausblühungen oder Graffiti zu entfernen. Bei rauen Oberflächen und tiefen Fugen ist es oft die einzige Methode, die wirklich sauber wird. Beton liegt ab 12 Euro pro Quadratmeter netto, Ziegel und Weinkellergewölbe bei 12 bis 40 Euro, Naturstein und Kunststein bei 25 bis 30 Euro.
Die Ausnahme nach oben ist Graffiti auf Beton: ab 100 Euro pro Quadratmeter. Der Grund ist die Eindringtiefe. Sprühlack sitzt nicht auf der Oberfläche, sondern in den Poren, und die Betriebe müssen entweder tief abtragen oder mit Spezialmitteln und mehreren Durchgängen arbeiten. Stark verschmutzte oder verwitterte Steinmauern liegen aus demselben Grund bei 50 bis 100 Euro.
Bei weichem Altbauziegel und Naturstein arbeiten seriöse Betriebe mit Niederdruck und milden Mitteln wie Granatsand oder Soda, sonst frisst sich der Strahl in die Oberfläche und die Fläche wirkt danach ausgewaschen. Nach dem Strahlen im Außenbereich gilt: Die frisch geöffneten Poren saugen Wasser, die Fläche muss imprägniert oder neu verfugt werden. Wie eine Sichtbetonfläche im Wohnraum wirkt und was sie kostet, steht im Beitrag zu Sichtbeton im Haus.
Sandstrahler: Gerätetypen, Preise und der Kompressor als Flaschenhals
Wer über einen eigenen Sandstrahler nachdenkt, unterschätzt fast immer denselben Punkt. Nicht die Strahlpistole ist das Nadelöhr, sondern die Druckluft. Die Geräte selbst sind erschwinglich:
| Gerätetyp | Preis | Wofür |
| Strahlpistole (Injektor) | 20 bis 80 Euro | Punktreparaturen, kleine Roststellen |
| Druckstrahlgerät 20 bis 40 Liter | 80 bis 250 Euro | Zaunfelder, Kleinteile im Freien |
| Druckstrahlgerät 60 bis 100 Liter | 250 bis 600 Euro | größere Flächen, längeres Arbeiten ohne Nachfüllen |
| Sandstrahlkabine | 150 bis 1.000 Euro | Beschläge, Werkzeug, Motorradteile, Strahlmittel im Kreislauf |
| Mobile Profianlage | 1.000 bis 5.000 Euro | gewerblicher Einsatz |
| Kompressor | 200 bis 1.000 Euro | der eigentliche Kostentreiber |
| Schutzausrüstung | 30 bis 150 Euro | Pflicht, kein Zubehör |
Die Luftmenge entscheidet, nicht der Druck
Beim Kompressorkauf zählt die effektive Liefermenge in Litern pro Minute, nicht der Maximaldruck auf dem Typenschild. Und der Bedarf steigt mit dem Düsendurchmesser dramatisch an. Eine Sechs-Millimeter-Düse zieht bei gut vier bar rund 1.150 Liter Luft pro Minute, verbraucht dabei etwa 126 Kilogramm Strahlmittel pro Stunde und verlangt rund fünf PS Kompressorleistung. Für kleinere Düsen und Kabinenarbeit reichen 300 bis 500 Liter pro Minute.
Ein üblicher 50-Liter-Baumarktkompressor liefert davon einen Bruchteil. Das Ergebnis kennt jeder, der es probiert hat: strahlen, warten, strahlen, warten. Für freies Strahlen an größeren Teilen braucht es 400 bis 600 Liter pro Minute effektiv bei sechs bis acht bar, und das leisten erst Geräte mit 5 bis 7,5 Kilowatt und Starkstromanschluss. Geschlossene Strahlkabinen sind die Ausnahme, weil sie das Strahlmittel im Kreislauf führen und mit deutlich weniger Luft auskommen.
Strahlmittel: Preise und Verbrauch
Der zweite laufende Posten ist das Strahlgut. Bei österreichischen Fachhändlern kostet ein 25-Kilogramm-Sack Edelkorund weiß rund 74 Euro netto, Walnussgranulat liegt ebenfalls bei etwa 74 Euro je 25 Kilogramm, Keramikstrahlperlen je nach Körnung zwischen 94 und knapp 400 Euro. Günstige Allroundmittel starten bei rund 10 Euro. Im Baumarktsegment liegen einfache Strahlmittel bei 15 bis 60 Euro pro Sack.
Entscheidend ist, ob das Mittel wiederverwendbar ist. Glasperlen lassen sich in der geschlossenen Kabine bis zu 50-mal im Kreislauf führen, Schlacke und Nussschalen sind Einwegmittel. Bei 126 Kilogramm Verbrauch pro Stunde an einer Sechs-Millimeter-Düse wird der Unterschied zur Hauptkostenfrage: Wer im Freien mit Einwegmittel arbeitet, verstrahlt in einer Stunde mehrere Säcke.
Wann sich Selbermachen rechnet
Die ehrliche Rechnung: Für Kleinteile lohnt sich eigene Ausrüstung. Wer regelmäßig Beschläge, Werkzeug oder Motorradteile aufbereitet, kommt mit einer kleinen Kabine ab wenigen Hundert Euro, einem passenden Kompressor und einem Vorrat Glasperlen jahrelang aus. Wichtigstes Zubehör ist dabei der Kondensatabscheider: Ohne ihn zieht Feuchtigkeit aus der Druckluft ins Strahlmittel, es verklumpt und verstopft die Düse. Das ist der häufigste Grund, warum Heimkabinen frustrieren.
Für alles ab Zaunfeld-Größe kippt die Rechnung. Sobald Gerätemiete oder Anschaffung, Strahlmittelverbrauch, Schutzausrüstung, Entsorgung und die eigene Zeit ehrlich zusammengezählt werden, ist der mobile Profi mit seiner Tagespauschale meist günstiger und in jedem Fall schneller. Ein Mittelweg für das eine große Einzelprojekt: In Wien und einigen Landeshauptstädten lassen sich professionelle Strahlkabinen und Anlagen stundenweise mieten, inklusive Absaugung und Strahlmittel.
Strahlmittel im Vergleich: Was wofür geeignet ist
| Strahlmittel | Charakter | Typische Anwendung | Besonderheit |
| Korund (Edelkorund) | sehr hart, stark abrasiv | dicker Rost, mehrlagige Altlacke, Stahl, Beton | Standard für kräftigen Abtrag, matte Oberfläche |
| Glasperlen | rund, mild | Metall verdichten und mattieren, Edelstahl, Alu | bis zu 50-mal wiederverwendbar, seidiger Schimmer |
| Granatsand | fein, mittelhart | Denkmalpflege, Antiquitäten, präziser Abtrag | quarzfrei, auch fürs Nassstrahlen üblich |
| Schlacke (Schmelzkammer) | scharfkantig, günstig | Großflächen, Stahlbau, Container | Einwegmittel, hoher Verbrauch |
| Nussschalengranulat | organisch, sehr weich | Holz, Alu, empfindliche Teile entschichten | reinigt ohne Mattierung, keine Aufrauung |
| Soda | wasserlöslich, mild | Fassaden, Graffiti, Lebensmittelbereiche | trägt nur die Schicht ab, Kernmaterial bleibt unberührt |
| Trockeneis | weich, minimal abrasiv | Motoren, Elektrik, Brandsanierung | rückstandsfrei, das Eis sublimiert zu Gas |
Die Faustregel dahinter ist simpel: Das Strahlmittel muss härter sein als die Schicht, die weg soll, und weicher als das, was bleiben soll. Für rostigen Stahl heißt das Korund oder Schlacke, für die Eichenbalkendecke Nussschalen oder feine Glasperlen, für die empfindliche Steinfassade Soda oder Granatsand im Niederdruckverfahren.
Die Verfahren: Druckstrahlen, Injektorstrahlen, Nassstrahlen
Hinter dem Sammelbegriff stecken mehrere Techniken, und die Wahl bestimmt Tempo, Präzision und Staubentwicklung. Beim Druckstrahlen steht das Strahlmittel in einem Kessel selbst unter Druck und wird der Luft direkt beigemischt. Das ist das leistungsstärkste Verfahren für Fassaden, Stahlbau und alles Großflächige. Beim Injektorstrahlen saugt der Luftstrom das Mittel erst in der Pistole an: weniger Leistung, dafür feiner dosierbar und der Standard in Strahlkabinen für Kleinteile.
Das Nass- oder Feuchtstrahlen bindet den Staub mit Wasser und arbeitet deutlich sanfter. Es hat sich bei Fassaden im bewohnten Umfeld und in der Denkmalpflege bewährt, wo trockenes Strahlen zu aggressiv wäre und die Staubwolke ein Problem darstellt. Dafür muss die Fläche danach trocknen, und das Schmutzwasser will aufgefangen sein. Niederdruckverfahren mit fein regelbarem Druck sind die Königsklasse für empfindliche Untergründe: Sie nehmen Schicht für Schicht ab, statt alles auf einmal.
Ein Qualitätsmerkmal, an dem sich Betriebe unterscheiden lassen: Seriöse Anbieter legen vor dem Auftrag eine Probefläche an und wählen Mittel und Druck erst danach. Wer ohne Test mit vollem Druck startet, arbeitet auf Risiko des Untergrunds.
Quarzsand ist verboten: § 126 BauV und der Grenzwert
Der klassische Quarzsand, der dem Verfahren den Namen gab, ist vom Markt. Nach § 126 der Bauarbeiterschutzverordnung dürfen Strahlmittel höchstens 2 Masseprozent Quarz enthalten, gewöhnlicher Quarzsand liegt weit darüber und scheidet damit aus. Die Bestimmung verlangt außerdem, dass alle Beschäftigten, die strahlen oder dem entstehenden Staub ausgesetzt sind, mit Atemschutz und Schutzkleidung ausgestattet werden.
Der Grund ist keine Formalie. Beim Aufprall zerbersten Quarzkörner zu lungengängigem Feinstaub, der die Staublunge (Silikose) auslöst. Die Arbeitsinspektion führt alveolengängigen Quarzfeinstaub seit 2020 als eindeutig krebserzeugenden Arbeitsstoff, und der Grenzwert um zwei Drittel von 0,15 auf 0,05 Milligramm pro Kubikmeter gesenkt. Umgesetzt wurde das über die Grenzwerteverordnung und die Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (BGBl. II 382/2020). Die Wirtschaftskammer fasst die Arbeitgeberpflichten dazu zusammen: Die Staubbelastung muss evaluiert und dokumentiert werden, besonders wenn Beschäftigte länger als eine Stunde täglich exponiert sind.
Für die Praxis heißt das: Seriöse Betriebe arbeiten längst mit quarzfreien Mitteln. Heimwerker sollten die alten Quarzsand-Anleitungen aus dem Netz ignorieren. Der Baustoffhandel verkauft den Sand zwar weiterhin für Sandkisten und Fugen, als Strahlmittel hat er nichts mehr verloren. Und unabhängig vom Mittel gilt: Wer strahlt oder auch nur danebensteht, braucht Atemschutz. Auch quarzfreier Strahlstaub und abgetragene Altbeschichtungen gehören nicht in die Lunge.
Soda, Trockeneis und Laser: die schonenden Verwandten
Sodastrahlen arbeitet mit wasserlöslichem Natron-Granulat, das beim Aufprall zerfällt. Es nimmt Farbe, Fett und Ruß ab, lässt aber das Kernmaterial praktisch unberührt, was es für empfindliche Fassaden, Stuck und Graffitientfernung geeignet macht. Die Rückstände lassen sich abwaschen. Das Strahlmittel selbst kostet 1 bis 3 Euro pro Kilogramm.
Trockeneisstrahlen beschießt die Fläche mit minus 78 Grad kalten CO2-Pellets, die beim Aufprall schlagartig zu Gas sublimieren. Die Schmutzschicht versprödet und platzt ab, und zurück bleibt außer dem gelösten Schmutz nichts: kein Strahlgut, kein Wasser, kein Staubberg. Deshalb ist das Verfahren erste Wahl bei Motoren, Elektrik, nach Brandschäden und in Produktionsanlagen. Dienstleister verrechnen 150 bis 300 Euro pro Stunde, günstige Anbieter starten bei rund 130 Euro brutto pro Stunde inklusive Trockeneis, Gerät und Arbeitslohn, flächenbezogen sind 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter üblich. Was Trockeneis nicht kann: Rost entfernen. Dafür fehlt der abrasive Effekt.
Neu im Angebot größerer österreichischer Strahlbetriebe ist die Laserreinigung. Ein gepulster Laser verdampft die Beschichtung, ohne dass Strahlgut anfällt. Das Verfahren ist präzise steuerbar und hinterlässt keinen Entsorgungsaufwand, arbeitet aber deutlich langsamer als der Strahl und lohnt sich derzeit vor allem bei hochwertigen Einzelstücken, Denkmalobjekten und in der Industrie. Für die Tramdecke im Wohnzimmer bleibt Strahlen die wirtschaftliche Lösung.
Glas mattieren
Mit feinem Strahlmittel und Schablonen lassen sich Glasflächen dauerhaft satinieren, von der Duschtür mit Sichtschutzstreifen bis zu Motiven auf Türverglasungen. Die Mattierung sitzt in der Glasoberfläche selbst und kann, anders als Folie, weder ablösen noch verkratzen.
Zwei Praxispunkte dazu: Gestrahlte Glasflächen nehmen Fingerabdrücke und Fett sichtbar an, weil die aufgeraute Oberfläche Fette hält. Für Duschtüren und Griffbereiche empfiehlt sich eine Versiegelung der satinierten Fläche direkt nach dem Strahlen. Und wer nur einzelne Scheiben oder Motive braucht, gibt sie besser beim Glaser oder Strahlbetrieb in Auftrag. In der Hobbykabine sind großflächig gleichmäßige Mattierungen ohne Wolkenbildung kaum hinzubekommen, das Ergebnis lebt von konstantem Abstand, Druck und Winkel.
Strahlen oder doch schleifen, abbeizen, Hochdruck?
| Methode | Stärken | Schwächen |
| Sandstrahlen | schnell, erreicht jede Kontur, definierte Rauheit für Beschichtungen | Staub, Einhausung und Entsorgung nötig, Abtrag am Untergrund |
| Schleifen | volle Kontrolle, glatte Oberfläche | nur ebene Flächen, langsam, Profile unerreichbar |
| Abbeizen (chemisch) | schonend für den Untergrund, kein Staub | Chemikalien in Innenräumen, mehrere Durchgänge, Entsorgung der Beize |
| Heißluft und Spachtel | billig, gezielt | nur kleine Flächen, Brandrisiko, Dämpfe bei Altlacken |
| Hochdruckreiniger | ideal für losen Schmutz und Algen im Freien | entfernt keine intakten Beschichtungen, drückt Wasser in Fugen und Holz |
Als Entscheidungshilfe: Für ebene Einzelflächen wie eine Tischplatte gewinnt der Schleifer, für Profile, Gewölbe, Schmiedeeisen und alles Großflächige der Strahl. Der Hochdruckreiniger ist kein Ersatz, er reinigt, entschichtet aber nicht. Chemisches Abbeizen bleibt die Nische für Einzelmöbel und Fälle, in denen wirklich kein Materialabtrag erlaubt ist.
Sicherheit und Entsorgung
- Atemschutz ist Pflicht, nicht Option: Beim Freistrahlen gehört eine Atemschutzhaube mit Frischluftzufuhr dazu, mindestens aber FFP3 plus Vollsichtschutz. Der Staub aus Strahlmittel und Altbeschichtung ist immer belastet.
- Haut schützen: Abprallendes Strahlgut verletzt ungeschützte Haut. Lange, dichte Kleidung und Handschuhe sind das Minimum, beim Druckstrahlen ein Strahlanzug.
- Altlacke prüfen: Anstriche aus der Zeit vor 1990 können Blei enthalten. Dann ist das Gemisch aus Strahlgut und Lackresten gefährlicher Abfall und gehört zur Problemstoffsammlung, nicht in den Restmüll.
- Nachbarschaft und Freiflächen: Wer im Freien strahlt, muss Strahlgut und Staub auffangen. Verwehtes Strahlmittel auf Nachbargrund oder im Boden ist Ärger mit Ansage.
- Nie gegen Menschen oder Tiere richten: Der Strahl arbeitet mit Geschwindigkeiten, die Haut und Augen ernsthaft verletzen.
Die häufigsten Fehler beim Sandstrahlen
- Quarzsand verwenden: gesundheitlich riskant und für Strahlarbeiten verboten. Quarzfreie Mittel kosten kaum mehr.
- Zu hartes Mittel auf zu weichem Grund: Korund auf Holz oder Altbauziegel hinterlässt Narben, die nicht mehr zu reparieren sind. Immer an verdeckter Stelle testen.
- Zu lange auf einer Stelle: Dünnes Blech verzieht sich durch die Reibungswärme, Holz bekommt Mulden. Der Strahl bleibt in Bewegung.
- Gestrahlten Stahl liegen lassen: Ohne sofortige Grundierung blüht binnen Stunden Flugrost. Strahlen und Beschichten gehören in einen Arbeitsgang.
- Kompressor zu klein gekauft: Die Liefermenge in Litern pro Minute entscheidet, nicht der Maximaldruck. Vor der Anschaffung den Luftverbrauch der Düse prüfen.
- Kleinauftrag mobil vergeben: Unter etwa 30 Quadratmetern zahlen Sie ohnehin die Pauschale. Alles Transportable gehört in den Betrieb gebracht.
- Entsorgung vergessen: Verbrauchtes Strahlgut samt Beschichtungsresten ist Abfall, bei Schadstoffen Sondermüll. Die Entsorgung gehört in jede Kalkulation.
Steht das Strahlen am Anfang eines größeren Projekts, etwa der freigelegten Tramdecke im Zuge einer Generalsanierung, hilft der Überblick zu den Kosten der Hausrenovierung bei der Einordnung ins Gesamtbudget.
Häufig gestellte Fragen zum Sandstrahlen
Was kostet Sandstrahlen pro Quadratmeter?
In Österreich liegen die Preise 2026 zwischen 12 und 100 Euro pro Quadratmeter netto, je nach Material und Aufwand. Holzdecken, Ziegelgewölbe und Beton starten bei 12 Euro, Stahlflächen bei 15 Euro, Naturstein bei 25 bis 30 Euro, Fassaden bei 20 bis 50 Euro. Stark verschmutzte Steinmauern kosten 50 bis 100 Euro, Graffiti auf Beton ab 100 Euro pro Quadratmeter. Unter etwa 30 Quadratmetern rechnen die meisten Betriebe pauschal, ein mobiler Tageseinsatz mit Kompressor und zwei Mann kostet rund 1.990 Euro netto.
Was kostet es, Holz sandstrahlen zu lassen?
Eine Holztramdecke kostet ab 12 Euro pro Quadratmeter netto, ein einzelner Holzbalken ab 14 Euro pro Laufmeter. Holz mit dicken Altbeschichtungen liegt bei 19 bis 30 Euro pro Quadratmeter, Deckenbalken und Sichtdachstühle über Kopf bei 30 bis 55 Euro. Bei großen Holzfassaden ab 100 Quadratmetern sind 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter üblich. Für eine 28 Quadratmeter große Tramdecke inklusive Abdecken, Entsorgung und Anfahrt sind 750 bis 800 Euro netto realistisch.
Kann man Holz sandstrahlen?
Ja, mit dem richtigen Strahlmittel. Weiche, runde Mittel wie Nussschalengranulat oder feine Glasperlen heben Lack, Lasur und Vergrauung ab, ohne die Fasern zu zerreißen. Scharfer Korund ist auf Holz tabu, er hinterlässt bleibende Narben. Der Strahl arbeitet die Maserung heraus, weil weiche Frühholzanteile stärker abgetragen werden als harte. Wichtig ist die Nachbehandlung: Gestrahltes Holz ist offenporig und muss im Außenbereich zeitnah geölt, lasiert oder bewusst der Vergrauung überlassen werden.
Was kostet das Sandstrahlen einer Holzfassade oder eines Blockhauses?
Ab etwa 100 Quadratmetern zusammenhängender Fläche liegen die Preise bei 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter netto. Für ein einstöckiges Blockhaus mit rund 120 Quadratmetern Fassade sind das 3.000 bis 4.200 Euro netto, zuzüglich Nachbehandlung mit Öl oder Lasur. Ein Gerüst ist nicht enthalten und kommt bei zwei Geschossen dazu. Bei Rundbohlen und Dichtbändern muss mit reduziertem Druck und weichem Mittel gearbeitet werden, deshalb gehört eine Probefläche an unauffälliger Stelle zum seriösen Angebot.
Ist Sandstrahlen mit Quarzsand verboten?
Ja. Nach § 126 der Bauarbeitenschutzverordnung dürfen Strahlmittel höchstens 2 Masseprozent Quarz enthalten, gewöhnlicher Quarzsand liegt weit darüber. Hintergrund ist die Silikosegefahr: Alveolengängiger Quarzfeinstaub wurde 2020 als eindeutig krebserzeugender Arbeitsstoff eingestuft, der Grenzwert von 0,15 auf 0,05 Milligramm pro Kubikmeter gesenkt. Zulässig sind quarzfreie Mittel wie Korund, Glasperlen, Granatsand, Schlacke, Nussschalengranulat, Soda oder Trockeneis.
Welchen Kompressor braucht ein Sandstrahler?
Entscheidend ist die effektive Liefermenge in Litern pro Minute, nicht der Maximaldruck. Für Kabinenarbeit und kleine Düsen reichen 300 bis 500 Liter pro Minute, für freies Strahlen an größeren Teilen sind 400 bis 600 Liter pro Minute bei sechs bis acht bar nötig, was Geräten mit 5 bis 7,5 Kilowatt und Starkstromanschluss entspricht. Eine Sechs-Millimeter-Düse zieht bei gut vier bar bereits rund 1.150 Liter pro Minute und verbraucht dabei etwa 126 Kilogramm Strahlmittel pro Stunde. Ein 50-Liter-Baumarktkompressor ist für Strahlarbeiten praktisch unbrauchbar.
Was kostet es, Felgen sandstrahlen zu lassen?
Reines Strahlen kostet ab 30 Euro netto je Stahlfelge, ab 35 Euro je Alufelge und ab 55 Euro je Lkw-Felge. Sinnvoller ist es, das Strahlen gleich beim Pulverbeschichter mitzubestellen: Ein Satz von vier Standardfelgen in klassischer Farbe kostet in Österreich 240 bis 520 Euro inklusive Vorbereitung. Sonderfarben schlagen mit 20 bis 80 Euro je Felge zu Buche, Schadensreparaturen mit 50 bis 200 Euro, das Ab- und Aufziehen der Reifen mit 20 bis 60 Euro je Felge.
Was ist der Unterschied zwischen Sandstrahlen, Sodastrahlen und Trockeneisstrahlen?
Klassisches Strahlen trägt mit hartem Mittel Schicht und etwas Untergrund ab und erzeugt eine raue Oberfläche für neue Beschichtungen. Sodastrahlen nutzt wasserlösliches Natron, das beim Aufprall zerfällt: Es entfernt Farbe, Fett und Ruß, ohne das Kernmaterial aufzurauen, Rückstände lassen sich abwaschen. Trockeneisstrahlen arbeitet mit minus 78 Grad kalten CO2-Pellets, die zu Gas sublimieren und keinerlei Strahlgut hinterlassen, ideal bei Motoren, Elektrik und Brandschäden. Rost entfernen kann Trockeneis allerdings nicht, dafür fehlt der abrasive Effekt. Dienstleister verrechnen dafür 150 bis 300 Euro pro Stunde.