Holzfassade – Fassadenverkleidungen aus Vollholz

Holzfassaden können in verschiedener Weise ausgeführt werden. Vom Material her unterscheidet man zwischen Fassadenverkleidungen aus Vollholz, beispielsweise Brettern oder Profilbrettern und plattenförmigen Fassadenelementen, die aus Holzwerkstoffen gefertigt werden, zum Beispiel Dreischichtplatten. Daneben gibt es Holzprodukten die einer speziellen Behandlung unterzogen wurden wie imprägniertes oder thermisch behandeltes Holz sowie Holzelemente, die auf eine bestimmte Art bearbeitet wurden, wie es bei Holzschindeln der Fall ist.

Außerdem differenziert man bei Holzfassaden zwischen belüfteten und nicht belüfteten Konstruktionen. Da Holzkonstruktionen im Außenbereich hohen Anforderungen durch Witterungseinflüsse ausgesetzt sind, ist für eine hohe Lebensdauer von Holzfassaden eine genaue Planung der konstruktiven Details und eine gewissenhafte Auswahl der eingesetzten Werkstoffe erforderlich.

Holzfassaden aus Fichte, Lärche oder Douglasie

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Eine typische moderne Holzfassade

Grundsätzlich eignen sich alle heimischen Nadelhölzer wie Tanne, Kiefer, Fichte, Lärche und Douglasie wie auch die dauerhaften Laubhölzer Eiche, Kastanie und Robinie für die Verwendung bei Holzfassaden. Den höchsten Marktanteil unter den Bau- und Konstruktionshölzern besitzt in Österreich die Fichte, was auf ihre gute Verfügbarkeit und ihre gute Festigkeit zurück zu führen ist.

Das natürliche Material Holz verändert mit den Jahren seine Farbe und seine Oberflächenstruktur. Die Holzforschung Austria untersuchte im Rahmen eines Forschungsprojektes das Langzeitverhalten verschiedener Holzarten und Holzwerkstoffe. Im Herbst 2004 wurde eine rund 250 Quadratmeter messende Musterfassade mit 25 Versuchsfeldern mit den Abmessungen 2,80 mal 3,50 Metern installiert und über acht Jahre lang regelmäßig von Experten in Augenschein genommen.

Stülpschalung und Deckelschalung – Vorteile und Nachteile

Untersucht wurden die heimischen Holzarten Fichte, Lärche und Douglasie sowie thermisch modifizierte Fichte in unterschiedlichen Fassadensystemen. Nach acht Jahren zeigte sich, dass Felder mit Lärche und Douglasie besser erhalten geblieben waren als Fassadenfelder mit Fichtenholz, allerdings fielen die thermischen Verformungen der thermisch modifizierten Fichte geringer aus als bei allen Massivholzbrettern. Dafür faserte die oberste Holzschicht leichter ab, was dazu führt, dass die Oberfläche leicht zu beschädigen ist.

Es wurden Stülpschalungen und Deckelschalungen getestet sowie Profilbretter und Leistenfassaden. Bei der Stülpschalung zeigten sich bei allen Holzarten aufgrund der unterschiedlichen Bewitterung im oberen Bereich hellere Farbtöne, und an der Deckelschalung zeichneten sich die Deckleisten dunkler ab als die dahinter liegende Schalung. Profilbretter mit Keilzinkung zeigten sich nach acht Jahren in tadellosem Zustand.

OSB-Platten nach ÖNorm EN 300 für die Fassade

OSB-Platten gemäß ÖNorm EN 300 befanden sich am Ende des Versuchszeitraums in einem überraschend guten Zustand, lediglich das Erscheinungsbild ließ aufgrund von Schwarzfärbung im Spritzwasserbereich zu wünschen übrig. Auch unbeschichtete Massivholzplatten mit 19 mm Dicke zeigten dunkle Verfärbungen an den unteren Kanten. Das Erscheinungsbild fiel bei Platten aus Lärche und Douglasie etwas besser aus.

Bei Okoumé-Sperrholz mit einer Stärke von 15 mm lösten sich die Decklagen, allerdings nur bei vertikaler Anbringung, massiv von den Platten. Beschichtetes Okoumé-Sperrholz wies ein wesentlich besseres Erscheinungsbild auf. Als Beschichtungen haben sich nur Profilformen mit Kantenrundung bewährt, scharfe oder gefaste Kanten witterten stark ab. Industrielle Beschichtungen befanden sich in einem besseren Zustand als manuell mit dem Pinsel aufgetragene.

 Fugenabstand von mindestens zehn Millimetern

Außer dem Material spielt auch die Konstruktionsart eine wesentliche Rolle bei der Dauerhaftigkeit von Holzfassaden. Bewährt hat sich ein Fugenabstand von mindestens zehn Millimetern, bei dem gewährleistet ist, dass sich kein Kapillarwasser in den Fugen sammelt. Als Befestigungselemente für Holzfassaden sind Teile aus reinem Zinkblech zu verwenden, die eine hohe Lebensdauer aufweisen und keine Verfärbungen verursachen.

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