Hackschnitzelheizung – Preise und Kosten – Unser großer Ratgeber

Hohe Heizkosten sind nicht erst unlängst ein großes Problem für viele Österreicher. Die Kosten für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind starken Schwankungen unterlegen und vergleichsweise hoch, zudem entsteht hier eine Abhängigkeit. Die Möglichkeit, auf steigende Kosten zu reagieren, ist begrenzt – im Grund genommen kann nur durch Heizungsverzicht gespart werden. Eine wenig attraktive Option. Zudem sind sinkende Preise langfristig nicht zu erwarten, da die weltweiten Reserven für fossile Brennstoffe schwinden und das Reservoir an Nachschub, die natürlichen Ressourcen, sich dem Ende zu neigen.

Die Zukunft – Holzabfälle als Brennstoff

Erneuerbare Energie und Biomasseheizungen werden seit einigen Jahren als die Zukunft im Heizungsbereich propagiert, auch immer mehr Österreicher steigen auf diese Heizungstechniken um. Als Hindernis gelten hierfür allerdings die teils sehr hohen Anschaffungskosten, die nicht ohne Weiteres gestemmt werden können. Speziell für Wohnhäuser sollte diese Alternative aber bereits in der Planungsphase ein Thema sein, auch eine nachträgliche Umrüstung erweist sich häufig als lukrativ und attraktiv. Zudem wird speziell Biomasse, zu welcher auch einen Hackschnitzelheizung zählt, staatlich gefördert.

Die Hackschnitzelheizung ist finanziell lukrativ – einige Kennwerte

Langfristig erweist sich diese Heizungstechnik in mehrerlei Hinsicht als besonders lukrativ. Die einmaligen Anschaffungskosten, die zugegeben im Vergleich mit anderen Heizsystemen etwas teurer ausfallen, amortisieren sich über die Jahre hinweg. Die Holzschnitzel sind gegenüber Öl etwa um zwei Drittel günstiger – für Öl ergeben sich pro Kilowattstunde Kosten von ca. 9 Cent, für eine Holzschnitzelvariante darf mit Werten von 3 Cent kalkuliert werden.

Auch die Effizienz dieser Heizung ist sehr hoch und erreicht Wirkungsgrade von 90 – 95 %. Um die Leistung von einem Liter Öl zu egalisieren, werden ca. 3 kg Hackgut benötigt (ausreichende Lagerungsmöglichkeiten müssen von Anfang an eingeplant werden). Aus 1 kg Hackgut können dabei im Schnitt 4 Kilowattstunden an Brennwert gewonnen werden.

Grundsätzlich lohnt sich dieses Heizungssystem ab einem Bedarf an 15 – 20 Kilowattstunden. Das Heizen mit Hackschnitzeln ist somit nicht nur für größere Wohn- und Gebäudekomplexe lukrativ, sondern auch für Privatpersonen. Mit dieser kann problemlos der Wärme- und Warmwasserbedarf von Ein- und Mehrfamilienhäuser abgedeckt werden.

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Darüber hinaus laufen diese Geräte vollautomatisch (Steuerung, Betrieb), es fallen kaum Arbeiten an. Lediglich das Holzmaterial ist selbst zu organisieren (viele Anbieter liefern kostenlos), ab und an muss auch der Aschecontainer entleert werden. Neuere Produkte reinigen sich zudem von selbst, hier entfallen auch gelegentliche Reinigungstätigkeiten. Die Wartungen (geringer Wartungsaufwand) erfolgen laut Herstellerangaben.

Umweltfreundlich, unabhängig und zukunftsorientiert

Hackschnitzel werden als klimaneutraler Brennstoff bezeichnet und unterliegen der Europäischen Norm EN 14961 – diese legen den Brenn- bzw. Heizwert fest. Klimaneutral bedeutet in diesem Zusammenhang, dass im Zuge der Verbrennung nur jener CO² Wert ausgestoßen wird, welcher durch nachwachsendes Holz gleichzeitig gespeichert werden kann bzw. jener Wert, der zuvor von der Pflanze gespeichert wurde. Moderne Produkte überzeugen zudem durch geringen Stromverbrauch und entsprechen meist sogar zukünftigen Umweltauflagen und sind somit auch langfristig eine sichere Sache.

Eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber anderen Heizvarianten, allen voran den fossilen Heizungsmethoden, ergibt sich aus der Verfügbarkeit des Brennstoffes und der Möglichkeit, diese selbst anzuschaffen. Holz ist in Österreich nahezu überall problemlos erhältlich, dies gilt auch im Besonderen für Hackgut. Hierbei handelt es sich um Holzabfälle, die nicht weiter verarbeitet werden können (Alt-, Rest- und Waldholz).

Entscheidend ist im Zuge der Anschaffung der Wassergehalt des Holzes, optimal ist ein Wasseranteil von 20 % (30 % sollten nicht überschritten werden, wobei einige moderne Anlagen auch damit kurzfristig keinerlei Probleme haben). Wer sich für diese Heizungsvariante entscheidet, ist somit nicht an Öl- und Gaslieferanten gebunden und muss zudem keine hohen Preisschwankungen und Erhöhungen in Kauf nehmen. In der Regel sind auch keine weiten Transport- und Lieferwege gegeben.

Aufbau, Planung, Lagerungsmöglichkeiten der Hackschnitzel

Der Aufbau dieser Anlage ähnelt bzw. gleicht jener der Pelletheizung (Pellets können im Übrigen zur Not in fast allen Hackschnitzelanlagen verwendet werden). Die Wichtigsten Komponenten dieser Heizung sind:

  • Brennstofflager
  • Förder- und Austragungssystem
  • Brennstoffförderung
  • Heizkessel
  • Rohrsystem für die Wärmeabgabe
  • Brauchwasser- und Pufferspeicher
  • Schornstein
  • Auffangcontainer für Asche

Wer mit einem Hackschnitzelsystem plant oder einen Umbau bzw. einen Austausch eines Heizungssystems anstrebt, sollte einige Punkte nicht übersehen. Für diese Heizungsform wird ein großer Stauraum, ein Lagerplatz für das Holz benötigt. Idealerweise erhebt man zuvor in einer Bedarfsanalyse, ob sich diese Heizungsform langfristig rechnen kann, zum anderen aber auch, wie viel Raum die gesamte Anlage inklusive Lagerung in Beschlag nehmen wird. Eine ideale Raumaustragung muss gewährleistet sein, ansonsten kann die Heizungsanlage nicht einwandfrei arbeiten.

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Als mögliche Einbaulokalitäten haben sich Keller, Nebengebäude oder eigene, separate Heizhäuser bewährt. Sollte die Hackgutheizung im Wohngebäude selbst Platz finden, muss unter Umständen mit geringeren Geruch- und Geräuschbelästigungen gerechnet werden. Diese lassen sich aber über Lüftungssysteme und kleinere Lärmisolierungen beheben (sofern diese überhaupt anfallen).

Vorteile und Nachteile von Hackschnitzelheizungen

Natürlich beinhaltet auch dieses Holzheizsystem nicht nur Vorteile, allgemein sind diese aber in der Mehrzahl und gewichtiger als die wenigen negativen Aspekte. Zumal an dieser Stelle festgehalten werden muss, dass sich diese Heiztechnik in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt hat und somit auch für die private Nutzung brauchbar wurde.  Der aktuelle Stand der Technik ist hierfür enorm fortgeschritten und wird sich wohl auch in Zukunft weiter positiv entwickeln.

Nachteile:

  • Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten
  • Lagerraum wird für das Brennstoffmaterial benötigt
  • Mögliche Geruchs- und Lärmbelästigungen in Wohngebäuden (meist im Keller)
  • Kleinere Anlagen können bei der Auswahl des Holzes Probleme bereiten, bezüglich Größe und Nässe

Vorteile:

  • Langfristig deutlich preiswerter
  • Umweltfreundlich und nachhaltig
  • Vollautomatischer Betrieb, kaum Arbeitsaufwand
  • Hohe Sicherheit
  • Staatliche Subventionen
  • Geringe Schutzvorkehrungen für den Lagerraum erforderlich
  • Unabhängigkeit in Punkto Brennstoffbeschaffung und von Preisschwankungen
  • Geringe Wartungskosten
  • CO² Abgabemenge ist deutlich unter den aktuellen Grenzwerten
  • Moderne Geräte erfüllen auch zukünftige CO² Abgabewerte

Staatliche Förderungen nutzen

In den letzten Jahren hat sich nicht nur im Bereich der Technik sehr viel getan, sodass die Hackschnitzelheizung nun auch für Privatpersonen tauglich ist, sondern auch in Punkto Umweltbewusstsein und staatlichen Subventionen. Der Staat Österreich sowie dessen Bundesländer hat die Nachhaltigkeit und positiven Umweltaspekte einer Biomasseheizung nicht nur erkannt, sondern diese auch aufgewertet. Die einzelnen Bundesländer vergeben Landesförderungen für Holzheizsysteme, die nur von Privatpersonen beantragt werden können. Die dafür notwendigen Informationen sind unter Biomasseverband.at bzw. unter dem entsprechenden Regierungsportal Klimafonds.gv.at abrufbar.

Quellen:

http://www.energiemagazin.at/hackschnitzelheizung-kosten-und-preis-einer-heizung-mit-hackgut/

http://www.konsument.at/bauen-energie/heizkosten-318878720646

http://bioeedb.biomasseverband.at/fileadmin/db/live/4_Kapitel_Energiezukunft_Erneuerbare_Energie/2/5/6/Hackschnitzelheizung.pdf

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