Garage selber bauen – Alle Tipps & Kosten

Wenn ich meine Garage selber baue, brauche ich dann eine Baugenehmigung?

Die österreichischen Bauordnungen machen keinen Unterschied zwischen „selbst bauen“ und „bauen lassen“. In beiden Fällen muss der Bau einer Garage den Vorschriften der Bauordnung entsprechen. Allerdings ist der Bau einer Garage in Eigenregie gar nicht so einfach wie man denkt.

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Mit dem nötigen handwerklichen Geschick, können Sie ihre Garage durchaus auch selber bauen. Foto: bigstockphoto.com, Stockfoto-ID: 140479106, Copyright: brizmaker

Unterschied zwischen Garage und Carport?

Geht es grundsätzlich um den Zweck einer Garage bzw. eines Carports, dann ist kein Unterschied festzustellen, denn in beiden Fällen soll das Auto vor Regen und Schnee geschützt werden, also im Trockenen stehen. Zudem soll das Ein- und Aussteigen im Trockenen ermöglicht werden. Geht es jedoch ums Bauliche, dann unterscheiden sich Garage und Carport deutlich voneinander. Denn ein Carport ist im Gegensatz zu einer Garage zumindest nach einer Seite hin offen. Dieser Unterschied kann auch Auswirkungen auf die Baugenehmigung haben.

Gesetzliche Rahmenbedingungen für den Bau

Bevor Sie mit dem Bau einer Garage beginnen, sollten Sie einen Blick in die für Sie geltende Bauverordnung werfen – die Verordnungen beziehungsweise Gesetze variieren in jedem Bundesland. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sollten unbedingt vor Baubeginn abgeklärt sein. Fällt der Bau der Garage in den Bereich der Grenzbebauung, müssen Sie auch die brandschutzrelevanten Kriterien beachten. Mit anderen Worten, die Planung einer Garage beginnt mit der Bauordnung.

Bei Carports ist die rechtliche Situation in der Regel etwas einfacher. Aber auch bei einem Carport kann nötig sein, dass Sie eine Baugenehmigung brauchen. Außerdem gilt in diesem Fall auch der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde. Am besten fragen Sie beim zuständigen Bauamt nach, welche Anforderungen an den Bau einer Garage bzw. eines Carports gestellt werden.

Garageneinfahrt

Die Garageneinfahrt muss ausreichend befestigt sein. Außerdem sollten Sie diese großzügig planen, damit Sie bei der Einfahrt in die Garage nicht lange reversieren müssen. Dies kostet nicht nur Nerven, sondern kann auch dem Auto schaden, denn Kratzer und kleine Dellen passieren schneller als man denkt.

Welche Garagen gibt es?

Bei Garagen wird zum einen zwischen dem Material, aus welchem die Garage besteht, unterschieden, zum anderen wird zwischen Fertigteil-, Fertig- und gebauten Garagen unterschieden. Als Baumaterial stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Blech
  • Holz
  • Beton
  • gemauerte Garage

Unabhängig vom Baumaterial ist für alle Garagen ein Fundament notwendig. Bei diesem Kostenfaktor lässt sich also nicht sparen, sondern nur beim Material.

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Blechgarage

Als Material für Blechgaragen, auch Stahl- oder Wellblechgarage genannt, wird Stahlblech verwendet, das durch eine Verzinkung vor Rost geschützt ist. Während früher häufig Wellblechgaragen angeboten wurden, sind diese von Blechgaragen mit Sickerprofilen beinahe vollständig abgelöst worden. Unter Sicken werden rinnenförmige Vertiefungen verstanden, die die Blechwände stabilisieren und tragfähig machen.

Blechgaragen gelten als günstige Alternative zu Beton- oder gemauerten Garagen. Es wird zwischen Garagen mit oder ohne Putz unterschieden. Ist die Stahlgarage verputzt, dann ist sie äußerlich kaum mehr von einer Betongarage zu unterscheiden. Allerdings sind verputzte Varianten deutlich teurer als nicht verputzte.

Preis: Die Preise für eine Blechgarage sind äußerst unterschiedlich. Sie reichen von 800 bis 900 Euro im Baumarkt bis zu 2.000 Euro und mehr aus dem Fachhandel.

Worauf muss man beim Kauf einer Blechgarage achten?

  • Qualität des Materials
  • preisgünstige Blechgaragen sind oft schlecht verzinkt
  • Qualität des Garagentors  (Markenqualität)
  • Lieferkosten
  • Kondenswasser-Schutz vorhanden?
  • Traglast des Daches (Schneelast)
  • Dachform: Flach-, Spitz- oder Pultdach?
  • Innenausstattung: Kondenswasser-Schutz, Anbringen von Regalen oder Halterungen an den Wänden?
  • Elektrik: Steckdosen? Elektrisches Tor?

Vorteile:

  • Blechgaragen sind unter den Fertiggaragen die günstigste Variante.
  • Die Einzelteile sind leicht zu transportieren.
  • Das Material ist beständig und flexibel, wenn die Qualität stimmt.
  • Die Gestaltungsmöglichkeiten sind flexibel (Tür, Fenster, Elektrik, Optik).

Nachteile:

  • schlechte Klimaregulierung (keine Isolierung)
  • oft keine Möglichkeit, etwas an den Wänden zu befestigen

Holzgarage

Bei einer Holzgarage besteht die Möglichkeit, dieses selber zu bauen, oder sie als Bausatz liefern zu lassen. Das Bauen beginnt mit der Skizze des Balkengerüstes. Es besteht aus:

  • je einem Balken in jeder Ecke
  • an den Längsseiten: je ein liegender Balken oben und unten
  • auf der Rückseite: je ein liegender Balken oben und unten

Die nächsten Schritte sind:

  • Steher in den Ecken errichten
  • Fixieren der Überblattung
  • Anbringen der Holzverblendung
  • Sicherung des Dachs
  • Garage lasieren

Fertiggarage aus Holz zum Selbstaufbau

Bei dieser Variante werden die Kosten mit 1.500 bis 3.000 Euro angegeben. Für den Aufbau sollten Sie ein bis zwei Tage rechnen.

Des Weiteren sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Soll das Dach genutzt werden?
  • Welche Traglast hat das Dach?
  • Welche Dachform?
  • Kann die Fassade verkleidet werden?
  • Elektrik für Steckdosen bzw. elektrisches Garagentor?

Vorteile und Nachteile einer Holzgarage

Bei Holzgaragen ist die Pflege der Dreh- und Angelpunkt. Denn nur mit einer guten Pflege beträgt die Lebensdauer einer Holzgarage bis 50 Jahre.

Vorteile:

  • sehr gute Belüftung
  • kann selbständig instandgehalten werden
  • natürliches Baummaterial
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Nachteile:

  • hoher Pflegeaufwand
  • kein Brandschutz

Hinweis: Bei Holzgaragen entspricht das Baumaterial nicht immer den Anforderungen des Brandschutzes. Deshalb ist der Bau einer Holzgarage oft nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Betongarage

Betongaragen werden in der Regel als Fertigteilgaragen angeboten. Die Garage besteht also aus Einzelteilen, die vor Ort zusammengebaut werden. Bei einer Betonfertiggarage wird die Garage mit einem Kran an der entsprechenden Stelle platziert.

Gemauerte Garage

Die gemauerte Garage gilt als die teuerste Variante unter allen Garagentypen, da in der Regel die Kosten für den Bau eingerechnet werden. Werden rein die Materialkosten betrachtet, dann sollten Sie mit 7.000 Euro rechnen. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

  • Materialkosten für die Wände
  • Dacheindeckung
  • Verputzen
  • Streichen
  • Garagentor

Hinzukommen noch die Kosten für Elektrik oder einen Wasseranschluss. Der Vorteil von gemauerten Garagen liegt darin, dass sie als die langlebigsten Garagen gelten.

Welche Garage für welches Grundstück?

Grundsätzlich bleibt es Ihnen bzw. Ihrer Geldbörse überlassen, welches Material Sie für den Bau der Garage verwenden. Die Vor- und Nachteile wurden bereits erwähnt. Nichtsdestotrotz sollten Sie zusätzlich folgende Dinge bei der Planung einer Garage berücksichtigen:

Standort auf dem Grundstück

Bei Fertig- und Teilfertiggaragen kann es bei verschiedenen Standorten zu Problemen bei der Anlieferung kommen. Da die Teile mit einem LKW geliefert werden, muss dieser genügend Platz zum Entladen haben. Deshalb sollten Sie mit dem Hersteller, die Anlieferung besprechen, damit es am Tag der Lieferung zu keinerlei Problemen kommt.

Das Garagentor

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Das Garagentor wird montiert. Foto: bigstockfoto.com, Stockfoto-ID: 166022699, Copyright: bildlove

Ein großer Kostenfaktor kann das Garagentor sein. Ob Sektionaltor, Rolltor oder Schwingtor, auch wenn Sie das Tor selbst einbauen, müssen Sie mit Preisen von ca. 500 Euro aufwärts rechnen. Denken Sie bei der Planung daran, dass es Norm Maße für die diversen Garagentore gibt, Sondermaße sind  teurer und oft auch mit längeren Lieferzeiten verbunden.
Empfehlenswert ist auf alle Fälle eine Fernsteuerung per Sender im Auto, damit Sie auch im Winter oder bei Regen nicht aussteigen müssen, um das Garagentor zu öffnen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie den Einbau selbst übernehmen wollen, finden Sie bei Garagentor-Herstellern wie zum Beispiel Normstahl Montage- und Betriebsanleitungen.

Optik

Idealerweise fügt sich die Garage in die Optik des Wohnhauses ein. Stilbrüche sind natürlich möglich, aber unbeabsichtigt sind sie eher ein Störfaktor. Zu den optischen Kriterien zählen:

  • Stil der Garage (schlicht, ländlich, modern etc.)
  • Farbe der Garagenwände und des Garagentors
  • Dachform und Material (z.B.: Farbe der Dachziegel)

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