Die Pelletheizung – Kosten und Förderungen – Unser großer Ratgeber

Bereits 1997 wurden die ersten Pelletheizungen in Österreich installiert, im Jahr 2012 konnte die 100.000 Heizung in Betrieb genommen werden. Als Grund für diese Erfolgsgeschichte gelten nicht nur die geringeren Heizkosten, sondern auch das wachsende Umweltbewusstsein – die CO2 neutralen Emissionswerte überzeugen hierzulande genauso wie in Deutschland.

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Holz – der nachwachsende Rohstoff

Mitentscheidend war natürlich auch die rasante Entwicklung der entsprechenden Heiztechnik – die Pelletheizungen erreichen enorme Wirkungsgrade und können Einzelräume sowie große Gebäudekomplexe mühelos heizen. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise etwas höher, langfristig sind Pelletheizungen aber wesentlich günstiger als andere Heizungssysteme.

Nicht zu vergessen: Bund, Länder und Gemeinden schütten attraktive Förderungen für eine Neuanschaffung oder Umrüstung aus.

Die Vorteile von Holzpellets

Pellets zählen zur Kategorie der Erneuerbaren Energien und können so als besonders umweltfreundlicher Brennstoff geführt werden. Zur Produktion von Holzpellets wird Nadelholz verwendet, nicht selten handelt es sich hierbei auch um sogenannte Holzabfälle. Die Produktion selbst ist ebenso energieeffizient, wie der Verbrennungs- bzw. Heizvorgang an sich. Zudem kann ein Land wie Österreich auf eine vergleichsweise sehr hohe Menge an nachwachsendem Holz verweisen.

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Pellets aus Holz

Die Vorteile von Pellets im Überblick:

  • Erneuerbare Energie
  • CO2 neutrales Heizen / positive Energiebilanz
  • Preisbeständigkeit
  • Beste Kosten-Nutzen-Bilanz aufgrund hoher Heizwerte und geringer Anschaffungskosten
  • Förderung durch Staat, Land und auch Gemeinden
  • Stärkung der heimischen Holzwirtschaft und Sicherung von mehr als 14.000 Arbeitsplätzen

Erneuerbare Energien und Biomasse

Wie bereits angesprochen werden Holzpellets als erneuerbare Energien eingestuft. Erneuerbare Energien sind gegenüber den fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle wesentlich umweltfreundlicher und können sich dem Namen nach selbst reproduzieren.

In diesem Fall handelt es sich um ein Gut, welches in den hiesigen Wäldern nachwächst – aktuelle Schätzungen gehen von rund 30 Millionen Festmeter an frischem Holz jährlich aus. Somit kann die Alpenrepublik auf einen wachsenden Holzvorrat in den heimischen Wäldern verweisen, trotzt intensivster Nutzung in den verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen.

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Heizen mit Holz – für viele Menschen eine heimelige Art von Wärme

Hieraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Die Preisbeständigkeit dieser natürlichen Brennstoffe. Während die Förderung von fossilen Brennstoffen Schwankungen unterlegen ist und generell das Reservoir an fossilen Brennstoffen immer geringer wird und so auch bisweilen die Preise nach oben treibt, sind die Preise für Erneuerbare Energien nahezu konstant gleichbleibend. Berichte, dass etwa die Kosten für Holzpellets an den Ölpreis gekoppelt wären, sind längst wiederlegt – diese sind seit ihrer Markteinführung beständig und kaum Schwankungen unterworfen.

Geringe CO2 Werte und positive Energiebilanz

Holzpellets sind umweltfreundliche und umweltschonende Produkte. Da die Brennstoffe stetig nachwachsen und pflanzlich sind, absorbieren diese in der Wachstumsphase automatisch eine gewisse Menge an CO2. Werden diese später verbrannt, gelangt maximal diese Menge an CO2 wieder in unsere Luft – dies wird auch als CO2 neutrales Heizen bezeichnet. Somit kommt es durch den Einsatz von Biomasse zu kaum einer Erhöhung der CO2 Werte in der Luft. Ganz im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen.

Daran ändert sich auch Nichts, wenn die gesamte Energiebilanz von Holzpellets zum Vergleich mit fossilen Brennstoffen herangezogen wird. Diese beinhaltet konsequenterweise auch den Energieverbrauch bzw. die CO2 Emissionen der Produktion und des Transportes der entsprechenden Holzpellets.

Ein Pellet wächst nicht natürlich im Wald, dieser muss hergestellt werden. Die Trocknung der Sägespäne, welche später zu einem Pellet zusammengepresst werden, erzeugt den höchsten Energiebedarf in dieser Produktionskette. Diesem folgt der Produktionsprozess selbst, das Pressen. Ebenso muss der Transport mit einkalkuliert werden (dieser benötigt im Schnitt etwa 1 % der Energie, welche letztendlich in den Holzpellets steckt).

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Wärme für Ihr Haus – mit gutem Gewissen

In einem Großteil aller Unternehmen werden zur Herstellung von Holzpellets Holzabfälle für die Trocknung der Späne verwendet. Hierbei handelt es sich häufig um Rinde, somit ist auch dieser Arbeitsprozess nahezu CO2 neutral. Der Strom, der für die Produktion benötigt wird, kommt zudem überwiegend aus Wasserkraftwerken – erneut bleiben die Emissionswerte sozusagen (im positiven Sinne) im Keller.

In Zahlen ausgedrückt sieht die Energiebilanz wie folgt aus:

  • Auf die Produktion von 1 Tonne Pellets entfallen im Schnitt 30 kg an CO2 Emissionen
  • Für die Herstellung werden in etwa 18,5 % des tatsächlichen Energieinhaltes der Holzpellets benötigt
  • 1 kg Holzpellets enthält 4,9 kWh
  • 2 Tonnen Pellets entsprechen somit dem Heizwert von ca. 1.000 Liter Heizöl
  • Pelletheizungssysteme verringern gegenüber Heizölsystemen die CO2 Emissionen um 97,7 %
  • Aufgrund des trockenen Brennstoffes und der ausgeklügelten und hochwertigen Heizungstechnik fallen in einem Einfamilienhaus jährlich im Schnitt weniger als 1 kg Asche als Abfallprodukt an (die Asche eignet sich im Übrigen hervorragend als Dünger für den Garten und kann somit ebenfalls weiter verwertet werden)

Kostengünstiger als Öl, Gas und Co.

Neben all diesen ökologischen Vorteilen bieten die Holzpellets aber auch einen weiteren, eminenten Vorteil: Sie sind günstiger als fossile Brennstoffe. Aktuell beträgt der Preis je Kilogramm Holzpellets 23,71 Cent (die Mehrwertsteuererhöhung seit Anfang 2016 ist hier inkludiert), pro erzeugter kWh können somit 4,84 Cent veranschlagt werden. Ein 15 kg Sack kostet österreichweit im Schnitt gerade mal 3,99 Euro. Gegenüber Heizöl Extraleicht ergibt sich daraus eine Ersparnis von 8,4 %, gegenüber Erdgas sogar ein Preisvorteil von 42,9 %.

Geht man angesichts dieser Werte von einem jährlichen Pelletsbedarf von 6 Tonnen aus, dieser entspricht 3.000 Liter Heizöl, betrug die jährliche Ersparnis bezüglich der Heizkosten im Jahr 2014 1.297 Euro. Der Höchstwert von 1.677 Euro wurde 2012 erreicht, im Mai 2015 lag die Ersparnis trotz sinkender Heizölpreise immer noch bei 976 Euro.

Bezüglich der Gesamtkosten, die sowohl Brennstoffkosten, Betriebskosten und den Wertverlust einer Heizungsanlage beinhalten, kann einzig und alleine die Hackgutheizung mit der Pelletheizung Schritt halten.

Förderungen für Pelletheizungen

Wer nach dem Haar in der Suppe sucht, könnte als Nachteil dieses Heizungssystems die etwas höheren Anschaffungskosten anführen. Allerdings relativieren sich diese wieder, da Bund, Länder, aber auch ab und an Gemeinden großzügige Förderungen ausschütten. Während auf Länder- und Gemeindeebene durchaus unterschiedliche Förderbeträge gegeben sind, bietet der Bund über den Klima- und Energiefonds aktuell folgende Unterstützungen an:

  • Umstieg von fossiler Heizanlage auf Pelletzentralheizung: 2000 Euro
  • Ersatz einer 15 Jahre alten oder älteren Holzheizung: 800 Euro
  • Pelletkaminofen: 500 Euro

Diese Förderung ist allerdings bis zu maximal 35 % der förderfähigen Investitionskosten begrenzt.

Antragsfrist: 30.11.2016

Die Pelletheizung – Typen, Aufbau und Funktion, Lagerung

Über die Effizienz und die Vorteile eines Pelletheizungssystems wurde bereits berichtet, nun werden die verschiedenen Ofentypen, deren Aufbau und Funktionsweise, sowie die Lagerung der Holzpellets etwas genauer vorgestellt.

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Die Pelletheizung ist in Österreich überaus beliebt

Im Allgemeinen werden drei verschiedene Ofentypen angeboten:

  • Der Pelletkaminofen (Einzelraumbefeuerung)
    Der Pelletkaminofen ist eine ideale, kostengünstige Heizungsergänzung, die in der Regel einen Raum mit entsprechender Wärme versorgt. Diese wird hierbei direkt an den Raum abgegeben.
  • Der Pelletzentralheizungskaminofen (Wohnung)
    Die Pelletzentralheizungskaminöfen versorgen normalerweise eine gesamte Wohnung mit Wärme, indem sie das Heizwasser des angeschlossenen Heizungssystems (meist Radiatoren) erhitzen.
  • Der Pelletheizkessel
    Der Pelletheizkessel kann ein Einfamilienhaus, einen gesamten Gebäudekomplex, aber auch ein Unternehmen oder eine Fabriken mit Heizungswasser und Warmwasser versorgen. Dieser benötigt auch ein entsprechendes Fördersystem, einen Kombispeicher sowie einen Lagerraum.

Aufbau und Funktion

Diese drei Typen unterscheiden sich im Aufbau sowie in ihrer Funktionsweise. Alle drei Varianten sind einfach zu handhaben und in selbst regulierenden Ausführungen erhältlich. Der Wirkungsgrad der Öfen und Heizkessel wurde laufend verbessert und verwertet über 90 % der in den Holzpellets gespeicherten Energie.

Kaminofen

Der Kaminofen benötigt einen adäquaten Kamin und wird in einem Wohnraum wie ein klassischer Ofen betrieben. Die Holzpellets werden üblicherweise per Hand nachgefüllt, über einen Thermostat wird die Heizleistung reguliert. Die Öfen zünden automatisch und erbringen die erforderliche Leistung, um eine definierte Raumtemperatur zu halten.

Zentralheizungskaminofen

Ähnliches gilt für Zentralheizungskaminöfen, allerdings sind diese an Radiatoren angeschlossen, sowie an wasserführende Leitungen. So können über diesen Ofen klassische Heizkörper betrieben werden, indem das Heizungswasser durch den Ofen erhitzt wird. Die Temperatur wird automatisch reguliert, die Holzpellets sind manuell nachzufüllen. Auch hier wird ein entsprechender Kamin benötigt.

Heizkessel

Ein Pelletheizkessel wird üblicherweise im Keller oder in einem Gebäudeanbau bzw. Heizraum installiert. Dieser ist an eine Fördereinheit angeschlossen, die vollautomatisch Holzpellets nachschüttet. Die Fördereinheit, welche pneumatisch mit Sauggebläse oder mit einer Förderschnecke arbeitet, ist direkt mit dem Pelletslager verbunden.

Im Heizkessel selbst läuft der Verbrennungsvorgang ab, dieser sorgt dafür, dass in einem angeschlossenen Kombispeicher das Heizungswasser erhitzt wird. Über ein entsprechendes Leitungssystem werden so in einem Haus oder Gebäudekomplex die einzelnen Heizkörper, aber auch die Wasseranschlüsse, mit Warmwasser versorgt. Auch dieses System läuft vollautomatisch und reguliert sich von selbst. Einzig und allein die Ascherückstände müssen ab und an entsorgt werden, ansonsten fallen hier keine Arbeiten an. 

Die Pelletslagerung

Je nach Heizbedarf wird auch eine entsprechend große Menge an Holzpellets benötigt. Hierfür muss ein Pelletlager eingerichtet werden, welches im Detail in der ÖNorm M7137 beschrieben wird. Für einfache Öfen sind häufig nur geringere Mengen erforderlich, die in Säcken angeschafft werden können; für eine größere Anlage, speziell für automatisierte Heizkesselanlagen, ist aber ein Lagerplatz unerlässlich.

Grundsätzlich müssen Holzpellets trocken aufbewahrt werden, da diese Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugen. Die Feuchtigkeit wirkt sich negativ auf den Brennwert und somit auf den Verbrennungsvorgang und die Energiegewinnung aus. Sofern kein eigener Heizungsraum vorhanden ist, werden hierfür häufig Kellerräumlichkeiten oder kleinere Zubauten entsprechenden aus- und umgebaut.

Wichtig ist auch, dass der Lagerraum sehr gut belüftet wird und ein Einblasstutzen nicht fehlt. Über den Einblasstutzen können die Pellets direkt in den Lagerraum geblasen werden, dieser sollte somit auch für Tankwagen bzw. Pelletslieferanten problemlos zugänglich sein. Wird eine alte Holzheizung oder eine Heizölanlage ersetzt, sollte der dadurch freigewordene Raum für die Lagerung sowie den Pelletheizkessel ausreichend sein.

Weiterführende Webseiten:

http://www.kwb.at/de.html

http://www.waermeausholz.at/vielfaeltig/heizsysteme/pelletheizung/

https://www.waermeaustria.com/pellets-ratgeber-pelletheizung-foerderungen

http://www.propellets.at/7-tipps-fuer-umstieg-auf-pelletheizung/

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