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    Leichtbetonsteine: Eigenschaften, Einsatz und Vergleich mit Ziegel und Porenbeton

    Bauen · Aktualisiert am 12. Juli 2026

    Maurer verarbeitet Leichtbetonsteine aus Blähton auf der Baustelle

    Leichtbetonsteine führen in Österreich ein Nischendasein neben dem allgegenwärtigen Ziegel – völlig zu Unrecht. Die grauen Steine aus Blähton oder Bims vereinen gute Wärmedämmung mit solider Tragfähigkeit, lassen sich dank ihres geringen Gewichts angenehm verarbeiten und punkten beim Brandschutz mit Bestwerten. Vom tragenden Außenmauerwerk über die Kellerwand bis zum Hochbeet im Garten reicht ihr Einsatzgebiet.

    Dass die grauen Steine trotzdem auf wenigen österreichischen Baustellen liegen, hat mehr mit Gewohnheit zu tun als mit den Kennwerten – die halten dem Vergleich mit Ziegel und Porenbeton in den meisten Disziplinen stand.

    Was ist Leichtbeton?

    Leichtbeton ist Beton, bei dem der schwere Kies- oder Schotterzuschlag durch porige, leichte Gesteinskörnungen ersetzt wird – vor allem Blähton (bekannt unter dem Markennamen Liapor) oder Bims. Für Blähton wird Rohton fein gemahlen, zu Kugeln granuliert und bei rund 1.200 Grad gebrannt; dabei blähen sich die Kugeln auf ein Vielfaches ihres Volumens auf. Das Ergebnis: tausende feine Luftporen, die dämmen, ohne die Struktur zu schwächen.

    Aus diesem Material entstehen Mauersteine in zwei Grundtypen: Vollsteine und Hohlblocksteine für tragendes und nicht tragendes Mauerwerk sowie Schalungssteine, die trocken versetzt und mit Beton verfüllt werden – der Klassiker für Keller-, Stütz- und Gartenmauern.

    Die Eigenschaften im Detail

    • Wärmedämmung: Die Luftporen machen Leichtbeton zu einem guten Dämmstoff. Eine Wand der Rohdichteklasse 0,6 mit Blähton-Zuschlag erreicht eine Wärmeleitfähigkeit um 0,25 W/(mK); hochwärmedämmende Spezialsteine mit integriertem Dämmkern kommen laut Herstellerangaben auf Bemessungswerte bis hinunter zu 0,09 W/(mK) – Einschalen-Mauerwerk ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem ist damit machbar.
    • Tragfähigkeit: Mit Druckfestigkeiten bis etwa 6 N/mm² tragen Leichtbetonsteine Einfamilienhäuser problemlos über mehrere Geschoße.
    • Brandschutz: Leichtbeton ist nicht brennbar und erreicht die Feuerwiderstandsklasse F180 – ein Spitzenwert, der sonst kaum ein Wandbaustoff bietet.
    • Schallschutz und Raumklima: Die poröse Struktur schluckt Schall überdurchschnittlich gut. Zudem kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben – der oft zitierte Effekt der „atmenden Wand“, der Feuchtespitzen im Raum puffert.
    • Frost- und Feuchtebeständigkeit: Blähton ist frostresistent und verrottet nicht – deshalb funktionieren Leichtbeton-Schalungssteine auch erdberührt im Garten- und Tiefbau.

    Leichtbeton, Ziegel oder Porenbeton?

    Die drei Massivbaustoffe liegen näher beieinander, als ihre Fangemeinden zugeben – die Unterschiede stecken im Detail:

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    Leichtbeton (Blähton) Ziegel Porenbeton
    Wärmedämmung gut bis sehr gut gut bis sehr gut (gefüllte Ziegel) sehr gut
    Druckfestigkeit gut (bis ca. 6 N/mm²) sehr gut mäßig bis gut
    Schallschutz sehr gut (hohe Masse + Poren) gut mäßig (geringe Rohdichte)
    Brandschutz F180, nicht brennbar nicht brennbar nicht brennbar
    Verarbeitung leicht, große Formate Standard, jeder Maurer sehr leicht, sägbar
    Feuchtebereich/erdberührt gut geeignet (Schalungssteine) bedingt ungeeignet ohne Abdichtung

    Details zu den beiden Alternativen finden Sie in unseren Ratgebern zu Gasbeton/Porenbeton und zum Hochlochziegel. Kurz gefasst: Der Ziegel bleibt in Österreich der Standard mit der besten Handwerker-Verfügbarkeit, Porenbeton punktet bei der Verarbeitung, Leichtbeton dort, wo Schallschutz, Brandschutz und Feuchtebeständigkeit zusammenkommen sollen.

    Einsatzgebiete: vom Keller bis zum Hochbeet

    Hochbau: tragende Wände und Trennwände

    Im Massivhausbau werden Leichtbeton-Plansteine wie Ziegel vermauert – dank Nut-Feder-System und Dünnbettmörtel zügig und sauber. Die großformatigen, aber leichten Steine schonen den Rücken und beschleunigen den Baufortschritt. Für Innenwände sind schlanke Leichtbeton-Trennwandsteine beliebt, weil sie bei geringer Wandstärke ordentlichen Schallschutz liefern.

    Tiefbau und Garten: Schalungssteine

    Schalungssteine aus Leichtbeton werden trocken aufeinandergesetzt, mit Bewehrung versehen und mit Beton verfüllt – fertig ist die massive Wand ohne Schalungsbau. Typische Anwendungen: Kellerwände, Hangsicherungen, Stützmauern, Einfriedungen, Kompost- und Hochbeeteinfassungen. Gerade im Garten spielt der Baustoff seine Frost- und Feuchtebeständigkeit aus.

    Preise und Bezug in Österreich

    Konkrete Steinpreise schwanken je nach Format, Rohdichte und Region stark; als grobe Orientierung bewegen sich gängige Hohlblock- und Schalungssteine im Bereich weniger Euro pro Stück, hochwärmedämmende Plansteine fürs Außenmauerwerk deutlich darüber. Verlässlich wird es erst mit einem konkreten Angebot: Kleinere Mengen für Gartenprojekte führen Baumärkte, größere Mengen und Spezialformate bestellen Sie über den Baustoffhandel – in Österreich ist Blähton-Leichtbeton über den Baustoffhandel verfügbar. Fachliche Grundlagen und Planungshilfen für den Baustoff bündelt die Cooperative Leichtbeton.

    Ein Kalkulationstipp: Vergleichen Sie nicht Steinpreise, sondern fertige Wandquadratmeter inklusive Mörtel, Arbeitszeit und – beim Einschalen-Mauerwerk – eingesparter Zusatzdämmung. Da relativieren sich vermeintlich teure Systeme oft erheblich.

    Grenzen und Nachteile

    Kein Baustoff ohne Kehrseite: Leichtbeton hat eine geringere Rohdichte als Normalbeton und trägt entsprechend weniger – für hochbelastete Bauteile wie Stürze über große Öffnungen braucht es Fertigteile oder Ortbeton. Beim Bohren und Dübeln verlangen Hohlkammersteine geeignete Dübel (Injektions- oder Hohlraumdübel). Und wie bei jedem Mauerwerk gilt: Die Qualität steht und fällt mit sauberer Ausführung – Stoßfugen, Mörtelbett und der Schutz der Wandkrone vor Regen während der Bauphase.

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    Häufig gestellte Fragen zu Leichtbetonsteinen

    Was sind Leichtbetonsteine?

    Mauersteine aus Beton, bei dem schwerer Kieszuschlag durch porige Leichtzuschläge wie Blähton (Liapor) oder Bims ersetzt ist. Die Luftporen machen die Steine leicht und wärmedämmend, ohne die Tragfähigkeit für den Hausbau zu opfern.

    Sind Leichtbetonsteine tragend?

    Ja. Mit Druckfestigkeiten bis etwa 6 N/mm² eignen sich Leichtbetonsteine für tragendes Mauerwerk im Einfamilienhaus über mehrere Geschoße. Für die konkrete Dimensionierung ist wie immer die Statik maßgeblich.

    Wie gut dämmen Leichtbetonsteine?

    Gut bis sehr gut: Übliche Blähton-Wände erreichen Wärmeleitwerte um 0,25 W/(mK), Spezialsteine mit integriertem Dämmkern bis zu 0,09 W/(mK). Damit ist einschaliges Außenmauerwerk ohne zusätzliches Dämmsystem möglich.

    Was ist der Unterschied zwischen Leichtbeton und Porenbeton?

    Leichtbeton erhält seine Poren durch leichte Zuschlagstoffe wie Blähtonkugeln, Porenbeton (Gasbeton) durch chemisches Aufschäumen der gesamten Masse. Leichtbeton ist schwerer, schallschutzstärker und feuchtebeständiger; Porenbeton ist leichter zu bearbeiten und dämmt bei gleicher Wandstärke etwas besser.

    Eignen sich Leichtbetonsteine für den Keller?

    Ja – üblicherweise als Schalungssteine, die trocken versetzt, bewehrt und mit Beton verfüllt werden. Blähton ist frost- und feuchtebeständig; die fachgerechte Abdichtung der erdberührten Wand ist wie bei jedem Keller trotzdem Pflicht.

    Wie schlägt sich Leichtbeton beim Brandschutz?

    Hervorragend: Leichtbeton ist nicht brennbar und erreicht die Feuerwiderstandsklasse F180 – die Wand hält einem Vollbrand also drei Stunden stand. Das macht den Baustoff auch für Garagen, Heizräume und Brandwände interessant.

    Wo bekomme ich Leichtbetonsteine in Österreich?

    Kleinere Mengen für Garten- und Umbauprojekte führen Baumärkte, größere Mengen sowie Plansteine und Sonderformate der Baustoffhandel. Blähton-Produkte sind in Österreich unter anderem über die Lias Österreich GmbH erhältlich – Angebote am besten über den örtlichen Baustoffhändler einholen.

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