
Rund 135 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Österreicher pro Tag – und etwa die Hälfte davon muss gar kein Trinkwasser sein. Für Garten, WC-Spülung und Waschmaschine genügt Regenwasser vollauf. Eine Regenwasserzisterne sammelt das Dachwasser und spart doppelt: bei der Trinkwasserrechnung und bei der Abwassergebühr. Komplett eingebaut kostet sie meist zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Wichtig ist nur, das Regenwassernetz strikt vom Trinkwasser zu trennen.
Wofür sich Regenwasser eignet
Regenwasser ist weiches, kalkarmes Brauchwasser – ideal für alles, wo keine Trinkwasserqualität nötig ist:
- Gartenbewässerung – Pflanzen mögen weiches Regenwasser sogar lieber als kalkhaltiges Leitungswasser,
- WC-Spülung – einer der größten Wasserverbraucher im Haushalt,
- Waschmaschine – der geringe Kalkgehalt schont die Maschine und spart Waschmittel.
Für Trinken, Kochen und Körperpflege bleibt selbstverständlich das Leitungswasser. Eine fest eingebaute Zisterne rechnet sich vor allem dann, wenn neben dem Garten auch WC und Waschmaschine mitversorgt werden.
Beton oder Kunststoff?
Bei der Zisterne stehen zwei Materialien zur Wahl. Die Betonzisterne ist schwer, dichtet mit den Jahren immer besser ab und wird oft mit langer Garantie auf die Dichtheit angeboten; für den Einbau braucht es allerdings meist einen Kran. Die Kunststoffzisterne ist leicht, günstiger und einfacher zu versenken, weil kein Kran nötig ist. Betonzisternen wirken durch ihre Masse dem Aufschwimmen bei hohem Grundwasser besser entgegen, Kunststofftanks punkten bei Preis und Transport.
Die richtige Größe
Die Zisterne sollte weder zu klein noch unnötig groß sein. Eine gängige Faustregel: Jahresbedarf an Brauchwasser in Litern geteilt durch 20. Die genaue Größe hängt von Dachfläche, örtlicher Niederschlagsmenge und Verbrauch ab. Für einen typischen Vierpersonenhaushalt, der Garten und WC mit Regenwasser versorgt, liegt der Jahresbedarf bei rund 80.000 Litern – dafür genügt meist eine Zisterne mit 4.000 bis 6.000 Litern. Zu groß dimensioniert steht das Wasser zu lange, zu klein läuft die Zisterne bei Starkregen ungenutzt über.
Aufbau und die wichtigste Regel
Zu einer Anlage gehören ein selbstreinigender Filter, der Laub und Grobschmutz vor dem Tank abfängt, ein beruhigter Zulauf, ein Überlauf zur Versickerung oder in den Kanal sowie eine Pumpe, die das Wasser ins Haus fördert. Die wichtigste Regel betrifft die Sicherheit: Das Regenwassernetz muss vollständig vom Trinkwassernetz getrennt sein – eine direkte Verbindung ist verboten, um eine Verkeimung des Trinkwassers auszuschließen. Alle Regenwasserleitungen und Entnahmestellen sind dauerhaft mit „Kein Trinkwasser“ zu kennzeichnen. Als Beitrag zum ressourcenschonenden Ökohaus ist die Regenwassernutzung ideal.
Kosten und Förderung
Der reine Behälter für einen Vierpersonenhaushalt (rund 6.000 Liter) kostet je nach Material etwa 1.800 bis 2.000 Euro, komplett mit Erdarbeiten, Filter, Pumpe und Verrohrung liegt man meist bei 2.500 bis 5.000 Euro. Eine bundesweite Förderung gibt es in Österreich nicht, dafür fördern viele Gemeinden und einzelne Bundesländer – die Steiermark etwa mit einer Pauschale von 1.000 Euro pro Anlage. Ein Blick auf die Förderseite der eigenen Gemeinde lohnt sich also vor dem Bau. Wie stark Trinkwasser als Ressource zählt, zeigt das Umweltbundesamt.
Häufige Fragen zur Regenwasserzisterne
Wofür darf man Regenwasser nutzen?
Für Gartenbewässerung, WC-Spülung und die Waschmaschine – überall dort, wo keine Trinkwasserqualität nötig ist. Zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege bleibt das Leitungswasser. Gerade WC und Waschmaschine sind große Verbraucher, deshalb lohnt sich hier die Umstellung auf Regenwasser besonders.
Wie groß muss eine Regenwasserzisterne sein?
Als Faustregel teilt man den jährlichen Brauchwasserbedarf in Litern durch 20. Für einen Vierpersonenhaushalt mit Garten- und WC-Nutzung liegt der Bedarf bei rund 80.000 Litern im Jahr, was einer Zisterne von etwa 4.000 bis 6.000 Litern entspricht. Dachfläche und Niederschlagsmenge fließen in die genaue Berechnung ein.
Beton- oder Kunststoffzisterne?
Beton ist schwer, dichtet mit der Zeit immer besser und wirkt dem Aufschwimmen bei Grundwasser entgegen, braucht aber einen Kran zum Einbau. Kunststoff ist leichter, günstiger und einfacher zu versenken. Wer Wert auf Langlebigkeit legt, wählt Beton; wer auf Preis und einfachen Einbau achtet, Kunststoff.
Was kostet eine Regenwasserzisterne?
Der Behälter allein kostet für einen Vierpersonenhaushalt etwa 1.800 bis 2.000 Euro. Komplett mit Erdarbeiten, Filter, Pumpe und Verrohrung liegt man meist bei 2.500 bis 5.000 Euro. Manche Gemeinden und Bundesländer fördern die Anlage – die Steiermark etwa mit 1.000 Euro pauschal.
Darf Regenwasser ans Trinkwassernetz angeschlossen werden?
Nein, auf keinen Fall. Das Regenwassernetz muss vollständig vom Trinkwassernetz getrennt sein, um eine Verkeimung des Trinkwassers auszuschließen. Alle Regenwasserleitungen und Entnahmestellen sind dauerhaft mit „Kein Trinkwasser“ zu kennzeichnen. Eine direkte Verbindung der beiden Systeme ist verboten.
Lohnt sich eine Regenwasserzisterne?
Vor allem dann, wenn neben dem Garten auch WC und Waschmaschine versorgt werden, weil sich die Einsparung bei Trink- und Abwassergebühr summiert. Je nach Wasserpreis, Anlagengröße und regionaler Förderung amortisiert sich die Investition über die Jahre – und man schont zugleich die wertvolle Ressource Trinkwasser.