
Bevor der erste Spaten in die Erde geht, sollte eine Frage geklärt sein: Was soll der Garten können? Aus dieser Antwort ergeben sich drei klassische Richtungen – die Ruheoase zum Entspannen, der Selbstversorgergarten zum Ernten und der pflegeleichte Garten für alle, die wenig Zeit haben. Jeder Stil hat seine Stärken und seinen Aufwand. In der Praxis mischt man sie oft, doch ein klarer Schwerpunkt macht die Planung leichter und das Ergebnis stimmiger.
Die Ruheoase
Hier steht die Erholung im Mittelpunkt. Ein gepflegter Rasen, ein einladender Sitzplatz und blühende Stauden schaffen einen Rückzugsort vom hektischen Alltag. Typische Elemente sind:
- ein befestigter Sitz- oder Terrassenbereich, gern mit einer Holzterrasse,
- duftende Pflanzen wie Lavendel, Rosen und Kräuter,
- ein Wasserelement – vom kleinen Brunnen bis zum Teich – für beruhigende Geräusche,
- Sichtschutz aus Hecken oder Rankgittern für Geborgenheit.
Der Pflegeaufwand ist mittel: Rasen und Beete wollen regelmäßig versorgt werden, dafür entsteht ein Garten zum Genießen.
Der Selbstversorgergarten
Wer gern gärtnert und erntet, legt den Schwerpunkt auf Nutzpflanzen. Gemüsebeete, Hochbeete, Obstbäume, Beerensträucher und ein Kräutergarten liefern frische, selbst gezogene Lebensmittel. Ein Kompost schließt den Kreislauf und liefert eigenen Dünger. Dieser Stil macht am meisten Arbeit – Aussaat, Pflege, Gießen und Ernte ziehen sich durch das ganze Jahr -, belohnt aber mit eigener Ernte und dem guten Gefühl, zu wissen, woher das Essen kommt. Wie man die Beete richtig anlegt, zeigt der Ratgeber zum Gemüsegarten.
Der pflegeleichte Garten
Für alle mit wenig Zeit zählt vor allem eines: möglichst wenig Aufwand. Erreicht wird das mit robusten, standortgerechten Stauden und Gehölzen, flächigen Bodendeckern statt großer Rasenflächen und einer Mulchschicht, die Unkraut unterdrückt und Feuchtigkeit hält. Pflegeleicht heißt aber nicht steril: Statt lebloser Schotterflächen, die im Sommer aufheizen und der Natur nichts bieten, sorgen pflegeextensive Beete für Grün mit wenig Arbeit. Auch eine automatische Bewässerung nimmt Arbeit ab.
Stile kombinieren – und naturnah denken
Die drei Stile schließen einander nicht aus. Ein großer Garten kann eine ruhige Sitzecke, ein Gemüsebeet und pflegeleichte Randzonen vereinen. Wichtig ist, die Bereiche klar zu gliedern, damit kein Durcheinander entsteht. Wer dabei naturnah plant – mit heimischen Pflanzen, Blühflächen für Insekten und dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide, Kunstdünger und Torf -, schafft einen lebendigen Garten, der Mensch und Tier guttut. Diese drei Kernkriterien vertritt die österreichische Initiative Natur im Garten.
Häufige Fragen zur Gartengestaltung
Welche Gartenstile gibt es?
Drei Grundrichtungen sind besonders verbreitet: die Ruheoase zum Entspannen mit Rasen, Sitzplatz und Blühpflanzen, der Selbstversorgergarten mit Gemüse, Obst und Kräutern sowie der pflegeleichte Garten mit robusten Pflanzen und wenig Arbeitsaufwand. Meist werden die Stile kombiniert.
Welcher Garten macht am wenigsten Arbeit?
Der pflegeleichte Garten. Mit robusten, standortgerechten Stauden, Bodendeckern statt großer Rasenflächen und einer Mulchschicht gegen Unkraut hält sich der Aufwand in Grenzen. Eine automatische Bewässerung spart zusätzlich Zeit. Auf pflegeintensive Elemente wie große Beete wird bewusst verzichtet.
Lohnt sich ein Selbstversorgergarten?
Für alle, die gern gärtnern, ja. Er liefert frisches Gemüse, Obst und Kräuter aus eigenem Anbau und schließt mit einem Kompost den Nährstoffkreislauf. Der Aufwand ist allerdings hoch, weil Aussaat, Pflege und Ernte das ganze Jahr über anfallen. Belohnt wird man mit eigener, gesunder Ernte.
Sind Schottergärten eine gute Idee?
Nein, sie gelten nur scheinbar als pflegeleicht. Schotterflächen heizen im Sommer stark auf, bieten Insekten und Vögeln keine Lebensgrundlage und müssen trotzdem von Laub und Moos befreit werden. Besser sind pflegeextensive Beete mit robusten Stauden und Bodendeckern – grün, lebendig und mit wenig Arbeit.
Kann man mehrere Gartenstile kombinieren?
Ja, das ist sogar üblich. Ein größerer Garten kann eine ruhige Sitzecke, ein Gemüsebeet und pflegeleichte Randzonen vereinen. Wichtig ist eine klare Gliederung der Bereiche, damit ein stimmiges Bild entsteht. Ein durchdachter Plan verhindert, dass der Garten unruhig oder überladen wirkt.
Was bedeutet naturnahe Gartengestaltung?
Naturnah heißt, mit heimischen Pflanzen, Blühflächen für Insekten und ohne chemische Gifte zu gärtnern. So entsteht ein lebendiger Garten, der Bienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum bietet und zugleich robust und pflegeleicht ist. Er lässt sich mit allen drei Gartenstilen verbinden.