
Lehm zählt zu den ältesten Baustoffen der Welt – und feiert in Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins ein echtes Comeback. Der schadstofffreie Lehmputz reguliert die Luftfeuchtigkeit, absorbiert Gerüche und schafft ein besonders angenehmes, wohngesundes Raumklima. Er ist zwar teurer als Gips oder Kalk und nicht für jeden Raum geeignet, doch für Innenwände in Wohnräumen ist er einer der schönsten und gesündesten Putze überhaupt.
Die Vorteile: wohngesund und feuchteregulierend
Lehmputz besteht aus den reinen Naturrohstoffen Ton, Sand, Schluff und Wasser – ganz ohne chemische Zusätze. Seine Stärken:
- Feuchteregulierung: Er nimmt Luftfeuchtigkeit schneller auf als Gipsputz und gibt sie langsam wieder ab. Das hält die Raumluftfeuchte im idealen Bereich von 40 bis 60 Prozent, beugt Schimmel vor und schützt im Winter vor trockenen Schleimhäuten – warum das so ist, erklärt das Portal Baustoffwissen.
- Wohngesundheit: Lehm bindet Gerüche, Ausdünstungen und Schadstoffe aus der Raumluft – ideal für Schlaf- und Wohnräume.
- Wärmespeicher und Ökologie: Er speichert Wärme, ist vollständig recycelbar und energiearm in der Herstellung.
- Nachbearbeitbar: Weil Lehm nicht chemisch abbindet, lassen sich Stellen mit Wasser wieder aufschwemmen und beliebig oft nachbearbeiten.
Damit ist Lehmputz die natürliche Alternative unter den Wandgestaltungen und passt zum Konzept des wohngesunden Einrichtens.
Anwendung: Unterputz und Oberputz
Lehmputz wird meist zweilagig aufgebaut: Zuerst der günstigere, gröbere Lehmunterputz, nach dem Austrocknen der feine, oft farbige Lehmoberputz, der die sichtbare Oberfläche bildet. Für eine leichtere Variante gibt es auch Lehm-Streichputz. So lassen sich glatte oder strukturierte, warme Oberflächen in vielen Erdtönen gestalten – ganz ohne zusätzlichen Anstrich.
Die Nachteile: nicht überall geeignet
Zwei Einschränkungen sind wichtig:
- Wasserlöslich: Lehmputz ist nicht für den Außenbereich oder Spritzwasserzonen wie über der Spüle oder in der Dusche geeignet. Für Feuchträume gibt es spezielle Lehmputze mit wasserabweisenden Zusätzen.
- Geringere Oberflächenfestigkeit: Im Vergleich zu Gipsputz ist Lehm empfindlicher, in stark beanspruchten Bereichen wie Treppenhäusern kann es mit der Zeit zu Abrieb kommen.
Dazu kommen die höheren Kosten und die längere Trocknungszeit gegenüber herkömmlichen Putzen.
Lehmputz Kosten 2026
Lehmputz ist teurer als Gips- oder Kalkputz – sowohl beim Material als auch bei der aufwändigeren Verarbeitung. Für einen einfachen Lehm-Streichputz beginnen die Materialkosten bei rund 1,70 Euro pro Quadratmeter, ein professionell aufgebrachter Unter- und Oberputz liegt deutlich darüber. Wer selbst verputzt, spart die Arbeitskosten – dank der Nachbearbeitbarkeit ist Lehm auch für Heimwerker ein dankbares Material.
Häufige Fragen zum Lehmputz
Was sind die Vorteile von Lehmputz?
Lehmputz reguliert die Luftfeuchtigkeit, beugt dadurch Schimmel vor und schafft ein ausgeglichenes Raumklima. Er bindet Gerüche und Schadstoffe, ist schadstofffrei und wohngesund, speichert Wärme und ist vollständig recycelbar. Zudem lässt er sich mit Wasser jederzeit nachbearbeiten.
Kann man Lehmputz im Bad verwenden?
Nur eingeschränkt. Normaler Lehmputz ist wasserlöslich und daher nicht für Spritzwasserzonen wie Dusche oder Spülbereich geeignet. Für Feuchträume gibt es spezielle Lehmputze mit wasserabweisenden Zusätzen und zusätzlicher Versiegelung.
Was kostet Lehmputz pro m²?
Lehmputz ist teurer als Gips- oder Kalkputz. Für einen einfachen Lehm-Streichputz beginnen die Materialkosten bei rund 1,70 Euro pro Quadratmeter, ein professionell aufgebrachter Unter- und Oberputz liegt deutlich darüber, weil auch die Verarbeitung aufwändiger ist.
Ist Lehmputz für Allergiker geeignet?
Ja, sehr gut. Lehmputz ist schadstofffrei, bindet Schadstoffe und Gerüche aus der Raumluft und reguliert die Feuchtigkeit, was Schimmel vorbeugt. Diese wohngesunden Eigenschaften machen ihn besonders für Allergiker und empfindliche Menschen attraktiv.
Kann man Lehmputz selbst auftragen?
Ja, Lehm ist ein dankbares Material für Heimwerker: Weil er nicht chemisch abbindet, lassen sich Stellen mit Wasser wieder aufschwemmen und beliebig oft nachbearbeiten. So verzeiht er Anfängerfehler – mit etwas Übung gelingen auch schöne Oberflächen selbst.
Wie unterscheiden sich Lehmunterputz und Lehmoberputz?
Der Lehmunterputz ist gröber und günstiger und bildet die tragende Grundschicht. Nach dem Austrocknen wird der feine, oft eingefärbte Lehmoberputz aufgetragen, der die sichtbare, gestaltete Oberfläche ergibt – glatt oder strukturiert, in vielen warmen Erdtönen.