
Glasbeton bringt Licht dorthin, wo eine massive Wand stehen muss – er verbindet die Tragfähigkeit von Beton mit der Transparenz von Glas. Der Begriff steht für gleich mehrere Bauweisen: die klassischen Glasbausteine im Betonraster, den lastabtragenden Glasstahlbeton und den modernen lichtdurchlässigen Beton mit eingebetteten Glasfasern. Allen gemeinsam ist der Reiz, Tageslicht in den Raum zu holen, ohne auf Sichtschutz und feste Wand zu verzichten.
Glasbausteine und Betongläser
Die bekannteste Form sind Glasbausteine, auch Glassteine oder Glasziegel genannt. Sie entstehen, indem flüssiges Glas in eine Form gepresst wird; zwei Hälften werden im heißen Zustand zu einem hohlen Glaskörper verschmolzen. Zu nichttragenden, lichtdurchlässigen Wänden vermauert, lassen sie Licht herein und wahren zugleich den Sichtschutz – ideal für Bad, Treppenhaus oder Trennwände. Werden die Steine waagrecht als begehbare Fläche oder Oberlicht eingesetzt, spricht man von Betongläsern.
Glasstahlbeton für tragende Aufgaben
Sollen die lichtdurchlässigen Flächen Lasten aufnehmen, kommt Glasstahlbeton zum Einsatz: Glasbausteine werden mit Beton und einer Stahlbewehrung kombiniert. So entstehen belastbare Bauteile, die sogar Fahrzeuglasten tragen können – etwa begehbare oder befahrbare Oberlichter, Lichtschachtabdeckungen und Decken. Der Beton fängt dabei die Sprödigkeit des Glases auf und macht die Konstruktion statisch belastbar, ohne die attraktive Lichtwirkung zu verlieren. Wer die rohe Ästhetik von Beton mag, findet sie auch beim Sichtbeton.
Lichtbeton: transluzenter Beton
Die modernste Variante ist der lichtdurchlässige Beton, auch Lichtbeton genannt. Dabei werden dünne Glasfasern parallel und schichtweise in einen hochfesten Feinkornbeton eingebettet – sie leiten das Licht von einer Wandseite zur anderen. Weil der Glasfaseranteil bei nur rund 4 Prozent liegt und die Fasern sehr dünn sind, bleibt die Festigkeit nahezu die von normalem Beton. Das Ergebnis: eine scheinbar massive Betonwand, durch die Schatten und Licht schimmern – ein spektakulärer Effekt für Fassaden, Trennwände und sogar Möbel. Die technischen Grundlagen dazu erläutert das Fachportal BauNetz Wissen.
Wo sich Glasbeton lohnt
Glasbeton ist überall dort stark, wo Licht und Abgrenzung zugleich gefragt sind: in innenliegenden Räumen ohne Fenster, in Bädern, Stiegenhäusern und als gestalterisches Element an der Fassade. Klassische Glasbausteine sind vergleichsweise günstig und auch für Heimwerker vermauerbar, während lastabtragender Glasstahlbeton und transluzenter Lichtbeton Sache des Fachbetriebs sind. Da Glas eine schwächere Dämmwirkung als eine gedämmte Wand hat, plant man größere Flächen in der Außenwand bewusst und im Zusammenspiel mit dem übrigen Wärmeschutz.
Häufige Fragen zu Glasbeton
Was ist Glasbeton?
Ein Sammelbegriff für lichtdurchlässige Bauweisen aus Glas und Beton. Dazu zählen Glasbausteine im Betonraster, der lastabtragende Glasstahlbeton mit Stahlbewehrung und der moderne Lichtbeton, bei dem Glasfasern in Feinkornbeton eingebettet sind. Alle bringen Tageslicht in den Raum, ohne auf eine feste Wand zu verzichten.
Sind Glasbausteinwände tragend?
Klassische Glasbausteinwände sind nichttragend und dienen als lichtdurchlässige Raumteiler oder Ausfachung. Sollen die Flächen Lasten aufnehmen, wird Glasstahlbeton verwendet – Glasbausteine kombiniert mit Beton und Stahlbewehrung. Dieser kann sogar begeh- und befahrbar ausgeführt werden.
Was ist lichtdurchlässiger Beton?
Lichtbeton ist ein hochfester Feinkornbeton, in den schichtweise dünne Glasfasern eingebettet sind. Diese leiten das Licht durch das Bauteil, sodass Schatten und Helligkeit auf der anderen Seite durchscheinen. Da der Glasfaseranteil nur bei rund 4 Prozent liegt, bleibt die Festigkeit nahezu die von normalem Beton.
Wo setzt man Glasbeton ein?
Überall dort, wo Licht und Sichtschutz zugleich gefragt sind: in fensterlosen Innenräumen, Bädern und Stiegenhäusern, als Trennwand sowie als gestalterisches Element an der Fassade. Begehbare Betongläser dienen als Oberlicht oder Lichtschachtabdeckung, transluzenter Lichtbeton als leuchtende Wand.
Kann man Glasbausteine selbst verlegen?
Klassische Glasbausteinwände lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick selbst vermauern, mit passendem Mörtel und Abstandhaltern. Lastabtragender Glasstahlbeton und transluzenter Lichtbeton gehören dagegen in die Hände eines Fachbetriebs, weil hier Statik und aufwendige Herstellung eine Rolle spielen.
Wie ist die Dämmwirkung von Glasbeton?
Glas dämmt schwächer als eine gedämmte Massivwand. Deshalb plant man größere Glasbetonflächen in der Außenwand bewusst und stimmt sie auf den übrigen Wärmeschutz ab. Im Innenbereich als Raumteiler spielt die Dämmung keine Rolle, dort zählt allein die Licht- und Sichtwirkung.