Seit der Strommarkt 2001 liberalisiert wurde, kann jeder Haushalt seinen Stromanbieter frei wählen – und genau darin liegt bares Geld. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif in derselben Region liegen oft 5 bis 8 Cent pro Kilowattstunde, bei einem Durchschnittshaushalt also über 200 Euro im Jahr. Der Strompreis liegt 2026 bei etwa 21 bis 25 Cent pro Kilowattstunde. Das wichtigste Werkzeug für den Vergleich ist der unabhängige Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control.
Woraus sich der Strompreis zusammensetzt
Die Stromrechnung besteht aus drei Blöcken, die jeweils rund ein Drittel ausmachen:
- Energiepreis (etwa 40 Prozent): der eigentliche Preis für den Strom – der einzige Teil, den man durch einen Anbieterwechsel beeinflussen kann.
- Netzkosten (etwa 30 Prozent): das Entgelt für die Nutzung des Stromnetzes, festgelegt je nach Netzgebiet – unabhängig vom Anbieter.
- Steuern und Abgaben (etwa 30 Prozent): Stromsteuer, Ökostrompauschale und weitere Abgaben.
Weil nur der Energiepreis beeinflussbar ist, setzt der Wechsel genau hier an – Netzkosten und Abgaben bleiben gleich.
Was ein Wechsel bringt
Für einen durchschnittlichen Haushalt mit rund 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch summieren sich die jährlichen Stromkosten auf etwa 750 bis 900 Euro. Wer vom teuersten zum günstigsten regionalen Anbieter wechselt, spart schnell über 200 Euro im Jahr. Der Wechsel selbst ist unkompliziert: Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Abmeldung beim alten, die Stromversorgung läuft unterbrechungsfrei weiter. Man braucht nur den Jahresverbrauch von der letzten Rechnung und die Postleitzahl.
Worauf man beim Vergleich achten sollte
Der niedrigste Arbeitspreis allein macht noch keinen guten Tarif. Entscheidend sind die Gesamtjahreskosten aus Arbeitspreis mal Verbrauch plus Grundpreis – ein niedriger Arbeitspreis mit hohem Grundpreis kann am Ende teurer sein. Außerdem lohnt der Blick auf:
- Bindung und Kündigungsfrist: lange Bindungen schränken den nächsten Wechsel ein,
- Neukundenrabatte: oft nur einmalig im ersten Jahr – danach steigt der Preis,
- Preisgarantie: schützt eine Zeit lang vor Erhöhungen.
Ökostrom richtig erkennen
Wer bewusst auf erneuerbare Energie setzt, sollte auf ein anerkanntes Gütesiegel achten – in Österreich etwa das Umweltzeichen UZ 46. Nicht jeder Tarif, der sich „grün“ nennt, stammt tatsächlich aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen. Wer den eigenen Strombezug darüber hinaus senken will, kann mit einer Photovoltaikanlage selbst Strom erzeugen.
Entlastung 2026 und der Tarifkalkulator
2026 bringt eine spürbare Entlastung: Die Stromsteuer für Haushalte wurde auf das EU-Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde gesenkt und die Ökostrompauschale reduziert – zusammen spart ein Durchschnittshaushalt rund 60 Euro im Jahr. Für den Tarifvergleich selbst ist der Tarifkalkulator der E-Control die erste Adresse: Er ist unabhängig, deckt alle Anbieter ab und zeigt die Ersparnis gegenüber dem aktuellen Tarif.
Häufige Fragen zu Stromtarifen
Wie vergleicht man Stromtarife am besten?
Am einfachsten mit dem unabhängigen Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control. Man gibt Jahresverbrauch und Postleitzahl ein und erhält die günstigsten Angebote samt Ersparnis gegenüber dem aktuellen Tarif. Der Kalkulator ist herstellerunabhängig und deckt alle Anbieter ab.
Wie viel kann man durch einen Wechsel sparen?
Zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter einer Region liegen oft 5 bis 8 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden sind das über 200 Euro im Jahr. Der Wechsel ist kostenlos und die Stromversorgung läuft dabei unterbrechungsfrei weiter.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Aus drei etwa gleich großen Blöcken: dem Energiepreis, den Netzkosten und den Steuern und Abgaben. Nur der Energiepreis lässt sich durch einen Anbieterwechsel beeinflussen. Die Netzkosten hängen vom Netzgebiet ab, die Steuern und Abgaben sind gesetzlich festgelegt.
Ist der niedrigste Arbeitspreis immer am günstigsten?
Nein. Entscheidend sind die Gesamtjahreskosten aus Arbeitspreis mal Verbrauch plus Grundpreis. Ein sehr niedriger Arbeitspreis mit hohem Grundpreis kann teurer sein als ein ausgewogener Tarif. Man sollte immer die jährlichen Gesamtkosten vergleichen, nicht nur den Cent-Preis pro Kilowattstunde.
Woran erkennt man echten Ökostrom?
An einem anerkannten Gütesiegel wie dem österreichischen Umweltzeichen UZ 46. Nicht jeder Tarif, der sich „grün“ nennt, stammt wirklich aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen. Ein zertifiziertes Siegel gibt die Sicherheit, dass der Strom tatsächlich aus erneuerbarer Erzeugung kommt.
Was ändert sich 2026 beim Strompreis?
2026 wurde die Stromsteuer für Haushalte auf das EU-Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde gesenkt und die Ökostrompauschale reduziert. Zusammen entlastet das einen Durchschnittshaushalt um rund 60 Euro im Jahr. Der Energiepreis selbst bleibt vom Anbieter abhängig – ein Vergleich lohnt sich weiterhin.