
Kaum eine Versicherung leistet so oft Schadenersatz wie die Haushaltsversicherung – fast jeder Haushalt in Österreich hat sie. Sie ersetzt den Hausrat, wenn Feuer, Wasser, Sturm oder Einbrecher zuschlagen, und enthält meist auch eine private Haftpflicht. Die Prämie liegt je nach Wohnungsgröße und Deckung bei 100 bis 400 Euro im Jahr. Wer die richtige Versicherungssumme wählt und einige Klauseln kennt, ist im Schadensfall gut abgesichert und zahlt trotzdem nicht zu viel.
Was die Haushaltsversicherung abdeckt
Versichert ist der bewegliche Hausrat – also Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und persönliche Gegenstände. Die klassischen Gefahren sind:
- Feuer: Brand, Blitzschlag und Explosion,
- Wasser: austretendes Leitungswasser und je nach Vertrag Überschwemmung,
- Sturm: Sturm- und Unwetterschäden,
- Einbruchdiebstahl: gestohlene und beschädigte Gegenstände,
- Glasbruch: Fenster- und Möbelglas, oft als Zusatzbaustein.
Wichtig ist der Neuwertersatz: Ersetzt wird der Neupreis der Gegenstände, nicht der abgewertete Zeitwert. Zusätzlich enthält fast jede Police eine private Haftpflichtversicherung mit 1 bis 5 Millionen Euro Deckung – sie zahlt, wenn Sie anderen einen Schaden zufügen. Für einen normalen Haushalt sind 3 bis 5 Millionen Euro empfehlenswert.
Haushalts- oder Eigenheimversicherung?
Die beiden werden oft verwechselt. Die Haushaltsversicherung schützt den beweglichen Hausrat, die Eigenheim- oder Gebäudeversicherung dagegen das Gebäude selbst samt fest verbautem Bestandteil. Wer eine Wohnung mietet, braucht in der Regel nur die Haushaltsversicherung. Hauseigentümer brauchen beides – schon während der Bauphase greift die Rohbauversicherung als Vorstufe.
Versicherungssumme und Unterversicherung
Die Versicherungssumme richtet sich meist nach der Wohnungsgröße und soll den gesamten Hausrat abdecken – so hoch, dass nach einem Totalschaden wie einem Wohnungsbrand alles neu angeschafft werden kann. Wird sie zu niedrig angesetzt, droht Unterversicherung: Ist nur die Hälfte des Werts versichert, gibt es im Schadensfall auch nur die Hälfte ersetzt – selbst bei kleinen Schäden. Der beste Schutz dagegen ist ein vereinbarter Unterversicherungsverzicht. Dann entfällt die Prüfung, ob die Summe reicht, und der Hausrat wird voll ersetzt. Die Versicherungssumme sollte alle paar Jahre überprüft und an neue Anschaffungen angepasst werden – gerade nach dem Einrichten eines neuen Zuhauses.
So sparen Sie bei der Prämie
Ein Selbstbehalt senkt die Prämie deutlich – rund 23 Prozent Ersparnis sind möglich, wenn man Kleinschäden von 100 bis 200 Euro selbst trägt. Achten Sie außerdem auf die Neuwert-Klausel: Bei manchen Verträgen wird nur noch der Zeitwert ersetzt, sobald ein Gegenstand unter 40 Prozent seines Neuwerts gesunken ist. Vergleichen Sie den Deckungsumfang statt nur den Preis und wählen Sie das Paket nach dem tatsächlichen Bedarf. Unabhängige Tipps dazu bietet die Konsumentenschutzorganisation Konsument (VKI).
Haushaltsversicherung Kosten 2026
Die Prämie liegt je nach Wohnungsgröße, Deckungsumfang und Wohnort zwischen 100 und 400 Euro pro Jahr. Für klassische Bundleprodukte in Haushalten zwischen 50 und 100 Quadratmetern sind 100 bis 300 Euro jährlich üblich. Da die Angebote stark variieren, lohnt sich ein Vergleich – und die regelmäßige Prüfung, ob die bestehende Police noch zum Bedarf passt. Auch bei der Kalkulation des Hausbaus gehören die laufenden Versicherungskosten in die Rechnung.
Häufige Fragen zur Haushaltsversicherung
Was kostet eine Haushaltsversicherung in Österreich?
Je nach Wohnungsgröße, Deckungsumfang und Wohnort liegt die Prämie zwischen 100 und 400 Euro pro Jahr. Für Haushalte zwischen 50 und 100 Quadratmetern sind 100 bis 300 Euro jährlich üblich. Ein Selbstbehalt kann die Kosten um rund ein Fünftel senken.
Was deckt die Haushaltsversicherung ab?
Sie ersetzt den beweglichen Hausrat bei Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl und meist Glasbruch – in der Regel zum Neuwert. Zusätzlich enthält sie fast immer eine private Haftpflichtversicherung.
Was ist der Unterschied zur Eigenheimversicherung?
Die Haushaltsversicherung schützt den beweglichen Hausrat, die Eigenheim- oder Gebäudeversicherung das Gebäude selbst samt fest verbauten Teilen. Mieter brauchen meist nur die Haushaltsversicherung, Hauseigentümer beide.
Was bedeutet Unterversicherung?
Ist die Versicherungssumme niedriger als der tatsächliche Wert des Hausrats, liegt Unterversicherung vor. Im Schadensfall wird dann nur anteilig ersetzt – bei halber Summe nur die Hälfte, auch bei kleinen Schäden. Ein Unterversicherungsverzicht verhindert das.
Wie hoch sollte die Haftpflichtdeckung sein?
Die in der Haushaltsversicherung enthaltene Privathaftpflicht deckt üblicherweise 1 bis 5 Millionen Euro. Für einen normalen Haushalt sind 3 bis 5 Millionen Euro empfehlenswert, weil Personenschäden schnell sehr teuer werden können.
Lohnt sich ein Selbstbehalt?
Meist ja. Wer Kleinschäden von 100 bis 200 Euro selbst trägt, spart rund 23 Prozent der Prämie. Solche kleinen Beträge gefährden die eigenen Finanzen nicht, während der Versicherungsschutz für große Schäden erhalten bleibt.
Wie oft sollte man die Versicherungssumme überprüfen?
Alle paar Jahre und nach größeren Anschaffungen. Wächst der Hausrat, ohne dass die Summe angepasst wird, entsteht schleichend eine Unterversicherung. Eine regelmäßige Kontrolle stellt sicher, dass der Schutz noch zum tatsächlichen Wert passt.