Die Solarheizung nutzt die Sonne zum Heizen und für warmes Wasser – anders als die Photovoltaik, die Strom erzeugt. Kollektoren auf dem Dach fangen die Sonnenwärme ein und laden einen Pufferspeicher im Haus. Für die Warmwasserbereitung deckt eine Solarthermieanlage in Österreich übers Jahr bis zu 60 Prozent, im Sommer sogar den gesamten Bedarf. Die Kosten liegen bei 3.000 bis 6.000 Euro für Warmwasser und 7.000 bis 10.000 Euro mit Heizungsunterstützung – und 2026 gibt es kräftige Förderungen.
Wie eine Solarheizung funktioniert
Auf dem Dach oder an der Fassade montierte Kollektoren erwärmen eine frostsichere Trägerflüssigkeit. Eine Pumpe transportiert die gewonnene Wärme über Rohrleitungen und einen Wärmetauscher in einen Pufferspeicher – einen gut gedämmten Wassertank im Haus. Von dort wird das warme Wasser entnommen oder die Heizung unterstützt. Wichtig: Solarthermie erzeugt Wärme, keinen Strom. Wer Strom vom Dach will, braucht eine Photovoltaikanlage – beide lassen sich aber gut kombinieren.
Warmwasser oder auch Heizungsunterstützung
Zwei Ausbaustufen sind üblich:
- Nur Warmwasser: Weil der Warmwasserbedarf übers Jahr recht gleichmäßig ist, passt er gut zum Sonnenangebot. Eine Anlage deckt in energieeffizienten Häusern bis zu 60 Prozent des Jahresbedarfs, von Mai bis September oft die vollen 100 Prozent.
- Warmwasser plus Heizungsunterstützung: Eine Kombianlage speist auch die Heizung. Sie spart insgesamt etwa ein Drittel der Kosten; der solare Heizungsanteil liegt je nach Dämmung bei 10 bis 20 Prozent, in Effizienzhäusern bei 25 bis 40 Prozent.
Flach- oder Röhrenkollektor
Bei den Kollektoren gibt es zwei Typen. Flachkollektoren sind günstiger und robust, mit etwa 250 bis 600 Euro pro Quadratmeter. Röhrenkollektoren (Vakuumröhren) sind effizienter, besonders bei diffusem Licht und niedrigen Temperaturen, kosten aber mit 350 bis 800 Euro pro Quadratmeter mehr. Für die reine Warmwasserbereitung genügen meist Flachkollektoren, für die Heizungsunterstützung lohnt oft der effizientere Röhrenkollektor.
Kosten und Förderung 2026
Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten bei etwa 3.000 bis 6.000 Euro für eine Warmwasseranlage und 7.000 bis 10.000 Euro für eine Anlage mit Heizungsunterstützung. Dem stehen 2026 attraktive Förderungen gegenüber:
- Der Solarbonus von 2.500 Euro war an den Kesseltausch der Sanierungsoffensive gekoppelt: für eine Solarwärmeanlage ab 6 m², errichtet gemeinsam mit einem geförderten Heizungstausch. Seit 10. Juli 2026 ist das Budget ausgeschöpft, neue Anträge sind nicht mehr möglich.
- Die Landesförderung kann bis zu 40 Prozent der förderungsrelevanten Brutto-Investitionskosten betragen.
Die genauen Bundesförderungen für thermische Solaranlagen listet das offizielle Portal umweltförderung.at; für 2027 ist der Kesseltausch mit 179 Millionen Euro budgetiert. Wer ohnehin die Heizung tauscht, sollte die Solarwärme gleich mitplanen – etwa in Kombination mit einer Pelletheizung.
Häufige Fragen zur Solarheizung
Was ist der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik?
Solarthermie erzeugt Wärme für Warmwasser und Heizung, Photovoltaik erzeugt Strom. Bei der Solarheizung erwärmen Kollektoren eine Trägerflüssigkeit, die die Wärme in einen Pufferspeicher bringt. Beide Techniken nutzen die Sonne, lassen sich auf demselben Dach aber gut kombinieren.
Wie viel Warmwasser deckt eine Solarheizung?
In energieeffizienten Häusern übers Jahr bis zu 60 Prozent des Warmwasserbedarfs, von Mai bis September oft die vollen 100 Prozent. Weil der Warmwasserbedarf gleichmäßig übers Jahr anfällt, passt er gut zum Sonnenangebot – deshalb ist die Warmwasserbereitung die wirtschaftlichste Anwendung.
Was kostet eine Solarheizung?
Für ein Einfamilienhaus etwa 3.000 bis 6.000 Euro für eine reine Warmwasseranlage und 7.000 bis 10.000 Euro mit Heizungsunterstützung. Flachkollektoren kosten 250 bis 600 Euro pro Quadratmeter, effizientere Röhrenkollektoren 350 bis 800 Euro. Förderungen senken die Kosten deutlich.
Welche Förderung gibt es 2026?
Vom Bund derzeit keine: Der Solarbonus von 2.500 Euro war an den Kesseltausch gebunden, und der nimmt seit 10. Juli 2026 keine neuen Anträge mehr an. Es bleiben die Landesförderungen, die je nach Bundesland bis zu 40 Prozent der Brutto-Investitionskosten abdecken – in Vorarlberg werden thermische Solaranlagen seit 2026 allerdings gar nicht mehr gefördert.
Flachkollektor oder Röhrenkollektor?
Flachkollektoren sind günstiger und robust, ideal für die reine Warmwasserbereitung. Röhrenkollektoren sind effizienter, vor allem bei diffusem Licht und tiefen Temperaturen, dafür teurer. Für die Heizungsunterstützung lohnt oft der leistungsfähigere Röhrenkollektor.
Braucht eine Solarheizung einen Pufferspeicher?
Ja. Der Pufferspeicher ist ein gut gedämmter Wassertank, der die gesammelte Sonnenwärme zwischenspeichert, bis sie gebraucht wird. Er überbrückt die Zeit zwischen dem Sonnenangebot am Tag und dem Wärmebedarf am Abend und ist damit das Herzstück jeder Solarthermieanlage.