
Ein eigener Komposter verwandelt Küchen- und Gartenabfälle kostenlos in dunkle, nährstoffreiche Humuserde – die beste Grundlage für ertragreiche Beete und gesunde Pflanzen. Nebenbei spart er die Biotonne und teuren Dünger. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich ein einfacher Komposter an einem Nachmittag selbst bauen. Wer ein paar Grundregeln beim Schichten und Belüften beachtet, hält nach sechs bis zwölf Monaten fertigen Kompost in Händen, der nach Walderde riecht.
Der richtige Standort
Der Standort entscheidet mit über den Erfolg. Ideal ist ein halbschattiger, windgeschützter Platz in der Nähe von Küche oder Gemüsegarten – so trocknet der Kompost im Sommer nicht aus und überhitzt nicht, und die Wege bleiben kurz. Wichtig ist direkter Erdkontakt: Der Komposter steht ohne versiegelten Boden auf gewachsenem Grund, damit Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen einwandern können. Diese Bodenlebewesen erledigen die eigentliche Arbeit der Verrottung.
Komposter selbst bauen aus Holz
Der Klassiker ist der offene Lattenkomposter aus Holz. Besonders bewährt hat sich Lärchenholz, weil es von Natur aus witterungsbeständig ist und ohne chemischen Holzschutz auskommt. Eine sinnvolle Größe liegt bei etwa 1 bis 1,5 Meter Kantenlänge und rund 1 Meter Höhe – klein genug zum Umsetzen, groß genug für eine gute Eigenerwärmung. So gehen Sie vor:
- Vier stabile Eckpfosten setzen oder einschlagen, die das Grundgerüst bilden.
- Bretter waagrecht an die Pfosten schrauben und dabei Luftspalte von ein bis zwei Zentimetern zwischen den Latten lassen – sie versorgen den Kompost mit Sauerstoff.
- Eine Seite als abnehmbare oder steckbare Front ausführen, damit sich der reife Kompost bequem entnehmen lässt.
- Wer Platz hat, baut gleich zwei oder drei Kammern nebeneinander: eine zum Befüllen, eine zum Verrotten, eine für den fertigen Kompost.
Neben Holz eignen sich auch Metallgitter, Stein oder Kunststoff. Fertige Thermokomposter aus Recyclingkunststoff halten die Wärme besonders gut und beschleunigen so die Verrottung, sind dafür aber weniger luftig als offene Modelle.
Richtig kompostieren: die Mischung macht’s
Damit aus Abfällen guter Kompost wird, kommt es auf das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff an. Als Faustregel gilt ein C/N-Verhältnis von etwa 20 bis 30 zu 1. Praktisch heißt das: kohlenstoffreiches, trockenes und holziges Material wie Häcksel, Stroh und Laub mit stickstoffreichem, feuchtem Material wie Rasenschnitt, Gemüseresten und Grünschnitt abwechseln. Am besten wird locker geschichtet und gut durchmischt – klumpiger Rasenschnitt allein fault, weil er verdichtet.
Zwei Faktoren sind entscheidend:
- Feuchtigkeit: Der Kompost soll sich wie ein feuchter, aber ausgedrückter Schwamm anfühlen. Zu trocken stoppt die Verrottung, zu nass beginnt er zu faulen.
- Luft: Kompostierung ist ein aerober Prozess. Bei Luftmangel entstehen Fäulnis und übelriechende Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Deshalb hilft es, den Kompost nach einigen Monaten einmal umzusetzen, also umzuschichten.
Bei sehr nassen Abfällen bindet etwas eingestreutes Steinmehl Feuchtigkeit und Gerüche. Ausführliche Hinweise zur richtigen Mischung liefert die Anleitung der Umweltberatung. Der fertige Kompost eignet sich hervorragend zur Bodenverbesserung im Beet und zum Düngen von Sträuchern und Obstpflanzen im Garten.
Was auf den Kompost gehört – und was nicht
Auf den Kompost dürfen: Obst- und Gemüseabfälle, Kaffee- und Teesud samt Filter, Eierschalen, zerkleinerte Pflanzenteile und Äste, Rasenschnitt (angetrocknet), Laub, Stroh, Holzspäne und alte Blumenerde. Nicht auf den Kompost gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch und Knochen (locken Ratten an), kranke oder samentragende Pflanzen, Zitrusschalen in großen Mengen sowie Asche von behandeltem Holz und natürlich alles, was nicht verrottet – Kunststoff, Glas und Metall.
Wann der Kompost fertig ist
Nach sechs bis zwölf Monaten ist der Kompost ausgereift, dunkel, krümelig und riecht angenehm nach Walderde. Ob er wirklich verwendungsreif ist, zeigt der einfache Kressetest: etwas Kresse in eine Probe des Komposts säen. Keimen nach fünf bis sieben Tagen kräftige, grüne Pflanzen, ist der Kompost reif. Kümmern die Keimlinge, sollte er noch nachreifen. Reifer Kompost lässt sich vor der Verwendung durch ein grobes Sieb werfen – noch grobe Teile wandern zurück auf den frischen Haufen.
Häufige Fragen zum Komposter
Wo stellt man einen Komposter am besten auf?
Ideal ist ein halbschattiger, windgeschützter Platz mit direktem Erdkontakt in der Nähe von Küche oder Gemüsegarten. Der Erdkontakt lässt Regenwürmer und Mikroorganismen einwandern, der Halbschatten verhindert Austrocknen und Überhitzen.
Welches Holz eignet sich für einen selbst gebauten Komposter?
Am besten Lärchenholz, weil es von Natur aus witterungsbeständig ist und keinen chemischen Holzschutz braucht – der im Kompost ohnehin unerwünscht wäre. Auch Douglasie und Eiche sind langlebig. Zwischen den Latten sollten ein bis zwei Zentimeter Luftspalt bleiben.
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
In der Regel sechs bis zwölf Monate. Der reife Kompost ist dunkel, krümelig und riecht nach Walderde. Ein Kressetest bestätigt die Reife: Keimt gesäte Kresse nach fünf bis sieben Tagen kräftig und grün, kann der Kompost verwendet werden.
Warum stinkt mein Kompost?
Fäulnisgeruch entsteht bei Luftmangel und zu viel Nässe, etwa durch verdichteten Rasenschnitt. Dann helfen Umsetzen, Einmischen von trockenem, holzigem Material und etwas Steinmehl. Kompostierung braucht Sauerstoff – bei Luftmangel bilden sich Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak.
Was darf nicht auf den Kompost?
Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch und Knochen locken Ratten an und gehören nicht auf den offenen Kompost. Ebenso wenig kranke oder samentragende Pflanzen, große Mengen Zitrusschalen, Asche von behandeltem Holz sowie Kunststoff, Glas und Metall.
Wie oft muss man Kompost umsetzen?
Einmaliges Umsetzen nach einigen Monaten reicht meist aus. Dabei wird der Haufen umgeschichtet, sodass außen liegendes Material nach innen kommt. Das bringt Sauerstoff ein, gleicht die Feuchtigkeit aus und beschleunigt die Verrottung spürbar.
Was ist das ideale Verhältnis der Materialien im Kompost?
Angestrebt wird ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 20 bis 30 zu 1. In der Praxis bedeutet das, trockenes, holziges Material wie Häcksel, Stroh und Laub mit feuchtem, stickstoffreichem Material wie Rasenschnitt und Gemüseresten locker zu mischen.