Komposter selbst bauen – unsere Anleitung – so wird es gemacht

Ein Garten ohne Komposter ist eigentlich kein richtiger Garten. Diese Meinung vertreten viele Kleingärtner. Schließlich sind die Vorteile eines eigenen Komposters auch nicht zu unterschätzen. Frische Komposterde gilt geradezu als Geheimwaffe für eine ertragreiche Ernte. Wer etwas handwerkliches Geschick besitzt, kann seinen Komposter mit wenigen Handgriffen selbst bauen.

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Ein modernes Modell aus WPC

Gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg

Bevor mit dem Bau des Komposters begonnen wird, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Dabei ist die Wahl des optimalen Standorts von größter Wichtigkeit. Ein Komposthaufen soll möglichst schnell möglichst guten Humus „produzieren“, um den Garten mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Damit dies gelingt, muss die sogenannte Rotte vorangetrieben werden. Der perfekte Standort bringt alle Eigenschaften mit, die diese Zersetzungsprozesse beschleunigen.

Ideal ist ein schattiger Standort, der ein wenig versteckt, aber dennoch vom Haus aus gut erreichbar ist. Ist der Platz direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, besteht die Gefahr, dass der Kompost vertrocknet.

Auch die Größe muss stimmen. Der Komposter sollte nicht zu klein und der Größe des Gartens angemessen sein. Er sollte etwa 1 bis 1,5 x 1 bis 1,5 Meter groß sein. Die Höhe kann variieren, wobei der Komposter aber nicht zu niedrig gebaut sein sollte. Ein knapper Meter ist auch hier zu empfehlen.

Das richtige Holz

Ein Komposter kann aus verschiedensten Materialien gebaut werden. Allerdings gilt Holz als optimal und gut zu verarbeiten. Bei der Wahl der Holzsorte sollte darauf geachtet werden, dass es ein widerstandsfähiges Holz ist. Als besonders gut geeignet hat sich Lärche erwiesen. Während andere Hölzer einer speziellen Behandlung bedürfen, um jeglicher Witterung zu trotzen, bringt Lärchenholz einen natürlichen Schutz mit. Wer sich trotzdem für eine andere Holzsorte entscheidet, sollte unbedingt imprägnieren, um Fäulnis vorzubeugen.

Material- und Werkzeugliste:

  • Maßband
  • Holzhammer
  • Nägel
  • Wasserwaage
  • 4 Pfosten
  • 4 Holzleisten
  • Kükendraht
  • Holzbretter

Vorbereitung der Grundfläche

Sobald der Standort feststeht, muss der Boden vorbereitet werden. Die Fläche sollte vorab geebnet werden. Nachdem die individuellen Maße festgelegt sind, werden nun die Pfosten in den Boden gesetzt. Um die notwendige Stabilität zu erhalten, sollten diese etwa 15 Zentimeter tief eingegraben werden. Nun werden Bodenfläche und Innenseiten des zukünftigen Komposters mit dem Kükendraht verkleidet. Auf diese Weise haben Kleintiere und Nager keine Möglichkeit, sich im Kompost niederzulassen. Um den späteren Zersetzungsprozess zu beschleunigen, sollte der Boden aufgelockert werden. Auf diese Weise finden Regenwürmer, andere wichtige Insekten und Mikroorganismen leichter den Weg in den Komposthaufen.

Nun werden die Bretter an drei Seiten horizontal angebracht und mit Nägeln fixiert. Ganz wichtig ist hierbei ein kleiner Abstand zwischen den einzelnen Brettern. Um die natürlichen Zersetzungsprozesse zu beschleunigen, ist eine gute Belüftung des Komposts absolut notwendig. Der Abstand zwischen den Brettern sollte etwa 5 bis 8 Zentimeter betragen.

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Nachdem bereits 3 Seiten des Komposters mit Brettern versehen sind, folgt nun die letzte Seite. Diese weist praktischerweise eine Besonderheit auf. An beiden Eckpfosten werden je zwei Holzleisten so befestigt, dass eine Art Nut entsteht. In diese Nut können nun die restlichen Holzbretter eingeschoben werden.

Durch diese Konstruktion lässt sich die Gesamthöhe der jeweiligen Füllhöhe ganz variabel anpassen. Auch das Entnehmen des fertigen Humus ist so deutlich einfacher.

Tipp: Idealerweise werden ein oder zwei weitere Kompostbehälter gebaut. Diese sind für Kompost mit unterschiedlichem Reifegrad gedacht. So steht dem Gärtner immer ein Behälter mit fertigem Kompost zur Verfügung, während Nachschub bereits in den anderen Behältern reift.

Genau, wie beim ersten Behälter ist auch bei den anderen Behältern unbedingt auf eine ausreichende Belüftung zu achten!

Anlegen des ersten Komposts

Sobald der Komposter fertig gebaut ist, kann mit dem Befüllen begonnen werden. Damit die Rotte schnellstmöglich beginnt, muss die optimale Mischung geschaffen werden. Außerdem sind nicht alle Abfälle für den Kompost geeignet.

frischer Kompost

Frischer Kompost

Die erste Schicht sollte möglichst aus verschiedenen, groben Gartenabfällen bestehen. Ideal sind kleine Zweige und Äste, die mit Grünschnitt und Stroh gemischt werden. Dann folgt entweder eine großzügige Schicht Stallmist oder ein Schnellkomposter, der im Handel erhältlich ist. Darauf werden dann weitere Schichten aus feineren Garten- und Küchenabfällen verteilt. Diese sollten gut gemischt sein, um die Zersetzungsprozesse schnell in Ganz zu bringen.

In den Sommermonaten besteht die Gefahr, dass der Kompost generell zu trocken wird. Deshalb kann es notwendig sein, den Komposthaufen gelegentlich zu wässern. Nur so fühlen sich Regenwürmer und Mikroorganismen im Kompost wohl.

Einfache Tricks, um die Rotte zu beschleunigen

  • regelmäßig belüften
  • für eine große Vielfalt verschiedenster Abfälle sorgen
  • keine schwer zersetzbaren Abfälle auf dem Kompost entsorgen
  • von Zeit zu Zeit umschichten, um die Belüftung zu verbessern
  • mindestens sechs Monate reifen lassen
  • Komposter mit Folie oder altem Teppich abdecken, um Wärme zu stauen und Feuchtigkeit zu erhalten
  • keine Zitrusfrüchte auf den Kompost
  • auf keinen Fall Fleisch- und Knochenabfälle in den Komposter (könnten Ratten und größere Tiere anlocken)

Ein Komposter aus Europaletten

Ein Komposter lässt sich auch aus alten Europaletten herstellen. Sie haben die richtige Größe, und auch die Lüftungsschlitze sind bereits vorhanden. Außerdem sind diese günstig zu kaufen und mit wenig Aufwand zum Komposter montiert.

Bauen ohne Nägel

Wer auf Nägel oder Holzschrauben beim Bau des Komposters verzichten möchte, kann mit Hilfe eines einfachen Stecksystems die nötige Stabilität erwirken. Dazu werden Aussparungen in die Bretter gesägt. Diese werden dann wechselseitig ineinandergesteckt. Pfosten sind in diesem Fall eigentlich nicht notwendig. Allerdings können die vier Ecken von außen durch Eckpfeiler noch stabiler gestaltet werden.

Für diese Variante reicht ebenfalls wenig handwerkliches Geschick aus, um das kleine Bauprojekt erfolgreich umzusetzen.

Ein weiterer Pluspunkt für einen Komposter Marke Eigenbau: Dank des natürlichen Baumaterials (Holz) fügt sich der Komposter beinahe unsichtbar in das Gesamtbild des Gartens ein.