
Kunststofffenster sind der Standard im modernen Fensterbau: Rund 60 Prozent aller neuen Fenster in Österreich bestehen aus PVC. Der Grund ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis – pflegeleicht, witterungsbeständig und mit guter Wärmedämmung. Ein Fenster in Standardgröße kostet inklusive Einbau je nach Ausführung rund 400 bis 850 Euro. Wer die Profile, die Verglasung und die Ökobilanz kennt, wählt das passende Fenster für sein Zuhause.
Aufbau: das Mehrkammerprofil
Kunststofffensterprofile werden aus PVC im Strangpressverfahren hergestellt und im Inneren mit einem Stahlkern verstärkt, der für Stabilität sorgt. Entscheidend für die Wärmedämmung ist die Zahl der Luftkammern im Profil: Je mehr Kammern, desto besser die Dämmwirkung. Ein modernes 76-mm-Profil mit Fünf-Kammer-System bietet dabei die gleiche Stabilität wie dickere Profile und einen guten Dämmwert.
Verglasung und U-Wert
Die Dreifachverglasung ist seit 2026 Standard und Voraussetzung für die meisten Förderungen in Österreich. Moderne Kunststofffenster erreichen damit Uw-Werte bis hinunter zu 0,78 W/(m²K) – ein sehr guter Wert. Je niedriger dieser U-Wert, desto weniger Wärme geht über das Fenster verloren. Gute Fenster sind daher ein wichtiger Baustein der gedämmten Gebäudehülle – gemeinsam mit einem Vollwärmeschutz an der Fassade.
Vorteile
- Günstig: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller Fenstermaterialien,
- Pflegeleicht: abwischbar, kein Streichen wie bei Holz,
- Witterungsbeständig und wartungsarm bei rund 30 Jahren Lebensdauer,
- Vielfältig: in vielen Farben und mit Dekorfolien in Holzoptik erhältlich,
- gute Wärmedämmung dank Mehrkammerprofil und Dreifachverglasung.
Nachteile
Der Hauptkritikpunkt ist die Ökobilanz: PVC wird aus fossilen Rohstoffen hergestellt, teils mit umweltbelastenden Additiven. Allerdings ist das Recycling von PVC technisch gut möglich und wird zunehmend praktiziert – ein Recyclingfenster kostet etwas mehr, spart über die Nutzungsdauer aber deutlich CO2. Zweiter Punkt: Bei dunklen Farben kann sich der Rahmen unter starker Sonneneinstrahlung leicht verziehen. Und in der Optik wirkt Kunststoff weniger edel als ein Holzfenster. Einen neutralen Vergleich der Fenstermaterialien und ihrer Umweltaspekte bietet die Umweltberatung.
Kunststoff, Holz oder Aluminium?
Das Kunststofffenster punktet beim Preis und der Pflege. Das Holzfenster ist ökologischer und wohnlicher, braucht aber regelmäßige Pflege. Das Aluminiumfenster ist besonders langlebig und stabil, dafür teurer. Eine Kombination bietet das Holz-Alu-Fenster: Holz innen für die Behaglichkeit, Aluminium außen für den Wetterschutz – die hochwertigste, aber teuerste Variante.
Kunststofffenster Kosten 2026
| Ausführung (inkl. Einbau) | Kosten pro Fenster (ca.) |
|---|---|
| Standardgröße (ca. 100 x 120 cm) | 400 – 700 € |
| 1,3 x 1,3 m, Dreifachverglasung, inkl. Entsorgung | 500 – 850 € |
Die Preise hängen von Größe, Profil, Verglasung und Ausstattung wie einbruchhemmenden Beschlägen ab. Für den Sicht- und Sonnenschutz lassen sich Fenster mit Rollos oder außenliegender Beschattung ergänzen.
Häufige Fragen zu Kunststofffenstern
Was kostet ein Kunststofffenster?
Inklusive Einbau kostet ein Kunststofffenster in Standardgröße rund 400 bis 700 Euro, ein größeres Fenster (1,3 x 1,3 m) mit Dreifachverglasung und Entsorgung des alten Fensters 500 bis 850 Euro. Der Preis hängt von Größe, Profil und Ausstattung ab.
Welchen U-Wert erreichen Kunststofffenster?
Moderne Kunststofffenster mit Dreifachverglasung erreichen Uw-Werte bis hinunter zu 0,78 W/(m²K). Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung. Die Dreifachverglasung ist seit 2026 Standard und Voraussetzung für die meisten Förderungen.
Warum haben Kunststofffenster einen Stahlkern?
Der Stahlkern im Inneren des PVC-Profils gibt dem Fenster Stabilität und Formstabilität, damit es sich nicht verzieht und die Beschläge sicher halten. Zusammen mit den Luftkammern des Mehrkammerprofils sorgt er für Stabilität und gute Dämmung zugleich.
Wie umweltfreundlich sind Kunststofffenster?
PVC wird aus fossilen Rohstoffen hergestellt, was die Ökobilanz belastet. Allerdings ist das Recycling technisch gut möglich und wird zunehmend praktiziert. Recyclingfenster verbessern die Bilanz deutlich. Über die lange Lebensdauer und die eingesparte Heizenergie relativiert sich der ökologische Fußabdruck.
Kunststoff-, Holz- oder Aluminiumfenster?
Kunststoff punktet bei Preis und Pflege, Holz ist ökologischer und wohnlicher, braucht aber regelmäßige Pflege, Aluminium ist besonders langlebig, aber teuer. Das Holz-Alu-Fenster kombiniert Holz innen und Aluminium außen – hochwertig, aber am teuersten.
Verziehen sich dunkle Kunststofffenster?
Bei dunklen Farben kann sich der Rahmen unter starker Sonneneinstrahlung leicht verziehen, weil sich das Material stärker aufheizt. Hochwertige Profile mit speziellen Beschichtungen und Verstärkungen mindern das Risiko. Bei sehr dunklen Farben ist ein Aluminium- oder Holz-Alu-Fenster oft die bessere Wahl.
Wie lange halten Kunststofffenster?
Kunststofffenster halten rund 30 Jahre und sind dabei nahezu wartungsfrei – sie müssen nicht gestrichen werden, gelegentliches Reinigen und Pflegen der Dichtungen und Beschläge genügt. Danach lassen sie sich zunehmend gut recyceln.