Ein strapazierfähiger Laminatboden verschönert jeden Raum – und lässt sich dank Klicksystem gut selbst verlegen. Mit etwas Sorgfalt bei der Vorbereitung und dem richtigen Werkzeug ist ein Zimmer an einem Tag fertig. Die wichtigsten Regeln: das Laminat vorher akklimatisieren, eine Trittschalldämmung einbauen und rundum eine Dehnungsfuge lassen. Wer diese drei Punkte beachtet, bekommt einen ebenen, langlebigen und leise begehbaren Boden.
Die Vorbereitung
Der Untergrund muss eben, trocken und sauber sein – kleine Unebenheiten gleicht die Trittschalldämmung aus, größere müssen gespachtelt werden. Wichtig: Das Laminat mindestens 48 Stunden im Verlegeraum lagern, damit es sich an Temperatur und Luftfeuchte anpasst und sich später nicht mehr verzieht. Bei der Wahl des Laminats entscheidet die Nutzungsklasse über die Belastbarkeit: robustere Klassen für stark genutzte Räume, einfachere fürs Schlafzimmer.
Dampfbremse und Trittschalldämmung
Auf mineralischen Untergründen wie Estrich kommt zuerst eine Dampfbremsfolie, die Restfeuchte vom Laminat fernhält. Die Bahnen werden rund 10 Zentimeter überlappt und mit Alu-Dichtband dampfdicht verklebt. Darüber folgt die Trittschalldämmung, die den Gehschall dämpft und kleine Unebenheiten ausgleicht – sie wird quer zur späteren Verlegerichtung ausgelegt.
Das Verlegen
Laminat wird schwimmend verlegt, also nicht verklebt oder verschraubt, sondern nur über das Klicksystem verbunden. So geht man vor:
- Die Dielen möglichst parallel zum Lichteinfall anordnen – das lässt die Fugen weniger sichtbar wirken.
- Rundum eine Dehnungsfuge von 1 bis 2 Zentimetern zur Wand lassen und mit Distanzkeilen fixieren, damit sich der Boden bei Temperatur- und Feuchteschwankungen ausdehnen kann.
- Die Fugen von Reihe zu Reihe versetzen, damit der Boden stabil und optisch ruhig wird.
- Die letzte Reihe und die Randstücke passgenau zuschneiden.
Der Abschluss
Nach dem Entfernen der Distanzkeile decken Sockelleisten die Dehnungsfuge ab – sie werden an der Wand, nicht am Boden befestigt, damit dieser weiterhin arbeiten kann. An Türen und Übergängen sorgen Übergangsprofile für einen sauberen Abschluss. Wer den Boden später auffrischen möchte, findet Anregungen im Ratgeber zum Parkett – anders als Parkett lässt sich Laminat allerdings nicht abschleifen. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet myHOMEBOOK.
Häufige Fragen zum Laminatverlegen
Warum muss Laminat vor dem Verlegen akklimatisieren?
Weil sich das Material an Temperatur und Luftfeuchte des Raums anpassen muss. Wird es mindestens 48 Stunden im Verlegeraum gelagert, verzieht es sich nach dem Verlegen nicht mehr. Verlegt man es zu früh, können sich Fugen bilden oder der Boden wölbt sich.
Wie groß muss die Dehnungsfuge sein?
Rundum etwa 1 bis 2 Zentimeter zur Wand und zu allen festen Bauteilen. Diese Fuge lässt dem schwimmend verlegten Boden Platz, sich bei Temperatur- und Feuchteschwankungen auszudehnen. Distanzkeile halten den Abstand beim Verlegen ein, später decken Sockelleisten die Fuge ab.
Braucht man eine Trittschalldämmung?
Ja, sie ist bei Laminat empfehlenswert. Sie dämpft den Gehschall, gleicht kleine Unebenheiten des Untergrunds aus und macht den Boden angenehmer begehbar. Auf mineralischen Untergründen kommt zusätzlich eine Dampfbremse darunter, um Restfeuchte fernzuhalten.
In welche Richtung verlegt man Laminat?
Am besten parallel zum Lichteinfall, also längs zum Fenster. So werfen die Fugen weniger Schatten und wirken unauffälliger. Die Fugen der einzelnen Reihen sollten zueinander versetzt sein, damit der Boden stabil und optisch ruhig wird.
Kann man Laminat abschleifen wie Parkett?
Nein. Laminat hat eine dünne Dekorschicht, die sich nicht abschleifen lässt – anders als Echtholzparkett. Bei starker Abnutzung wird Laminat ausgetauscht. Dafür ist es günstiger, pflegeleicht und dank Klicksystem einfacher selbst zu verlegen.
Welches Werkzeug braucht man?
Ein Zugeisen für die letzte Reihe, einen Schlagklotz zum sauberen Zusammenfügen der Dielen, Distanzkeile für die Dehnungsfuge, einen Zollstock und eine Stichsäge oder Handsäge zum Zuschneiden. Damit ist das Verlegen im Klicksystem für Heimwerker gut zu bewältigen.