Eine Dampfsperre wirkt unsichtbar, entscheidet aber über die Lebensdauer der Dämmung: Sie hält die feuchte Raumluft davon ab, in die kalte Konstruktion einzudringen und dort als Tauwasser Schäden anzurichten. Vor allem im gedämmten Dach ist sie unverzichtbar. Ob starre Dampfsperre oder moderne feuchtevariable Dampfbremse – entscheidend ist die luftdichte Verarbeitung, denn schon eine kleine undichte Fuge kann enorme Wassermengen ins Bauteil bringen.
Warum eine Dampfsperre nötig ist
Warme Raumluft nimmt viel Feuchtigkeit auf. Dringt sie in die kühle Dämmung – etwa zwischen den Dachsparren -, kühlt sie ab, und das Wasser kondensiert. Dieses Tauwasser durchnässt die Dämmung, mindert ihre Wirkung und führt langfristig zu Schimmel und Bauschäden. Die Dampfsperre auf der Raumseite begrenzt genau diesen Feuchteeintritt und hält die Konstruktion trocken.
Dampfsperre oder Dampfbremse?
Die zentrale Kenngröße ist der sd-Wert – er gibt an, wie stark ein Material den Wasserdampf zurückhält:
- Dampfsperre: sd-Wert über 1.500 Meter – nahezu diffusionsdicht, etwa aus Alu- oder PE-Folie.
- Dampfbremse: sd-Wert von rund 2 bis 20 Metern – lässt eine kontrollierte Diffusion zu.
- Feuchtevariable Dampfbremse: Der sd-Wert passt sich an (etwa 0,25 bis 25 Meter). Im Winter ist sie dicht und hält Feuchte fern, im Sommer wird sie diffusionsoffen, sodass die Konstruktion nach innen austrocknen kann.
Bei den meisten Sanierungen von Wohngebäuden ist heute die feuchtevariable Dampfbremse die beste Wahl, weil sie eine Rücktrocknung erlaubt. Das Material kostet rund 3 bis 5,50 Euro pro Quadratmeter. Welche Bremse wann sinnvoll ist, erklären die Energie-Experten.
Der Aufbau
Die Dampfbremse wird immer raumseitig unter der Dämmung angebracht. Wichtig ist das Grundprinzip: Der Diffusionswiderstand muss von innen nach außen abnehmen – die innere Schicht sollte deutlich dichter sein als die äußere, damit Feuchtigkeit, die doch eindringt, nach außen entweichen kann. Eingesetzt wird die Dampfbremse vor allem im Steildach zwischen und unter den Sparren, im Holzbau und bei der Innendämmung – überall dort, wo eine Dämmung raumseitig vor Feuchte geschützt werden muss, etwa bei der Dachsanierung.
Luftdicht verarbeiten: der wichtigste Punkt
Die beste Folie nützt nichts, wenn sie nicht luftdicht verklebt ist. Zur Veranschaulichung: Eine nur einen Millimeter breite, einen Meter lange Fuge kann bis zu 360 Gramm Wasser pro Tag in die Konstruktion bringen – rund 700-mal mehr als die intakte Fläche durch bloße Diffusion. Deshalb müssen alle Überlappungen und Anschlüsse an Wände, Rohre und Fenster sorgfältig mit passendem Klebeband und Manschetten abgedichtet werden. Die Luftdichtheit lässt sich später mit dem Blower-Door-Test überprüfen. Wie die Dämmung den U-Wert senkt, zeigt der zugehörige Ratgeber.
Häufige Fragen zur Dampfsperre
Was ist der Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse?
Die Dampfsperre ist mit einem sd-Wert über 1.500 Metern nahezu diffusionsdicht und blockiert den Wasserdampf fast vollständig. Die Dampfbremse lässt mit einem sd-Wert von etwa 2 bis 20 Metern eine kontrollierte Diffusion zu. Feuchtevariable Dampfbremsen passen ihren Wert je nach Jahreszeit an.
Wozu dient eine Dampfsperre?
Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die kalte Dämmung eindringt und dort als Tauwasser kondensiert. Ohne diesen Schutz durchnässt die Dämmung, verliert ihre Wirkung und es drohen Schimmel und Bauschäden – besonders im gedämmten Dach ist die Dampfsperre daher unverzichtbar.
Was ist eine feuchtevariable Dampfbremse?
Eine Folie, deren sd-Wert sich anpasst: Im Winter ist sie dicht und hält Feuchte fern, im Sommer wird sie diffusionsoffen, sodass Restfeuchte aus der Konstruktion nach innen austrocknen kann. Diese Rücktrocknung macht sie bei den meisten Sanierungen zur besten Wahl.
Warum muss die Dampfbremse luftdicht verklebt sein?
Weil undichte Stellen ein Vielfaches der Feuchte einbringen. Eine nur ein Millimeter breite, ein Meter lange Fuge lässt bis zu 360 Gramm Wasser pro Tag ins Bauteil – rund 700-mal mehr als die intakte Fläche durch Diffusion. Deshalb müssen alle Überlappungen und Anschlüsse dicht verklebt werden.
Auf welcher Seite kommt die Dampfsperre hin?
Immer raumseitig, also auf der warmen Innenseite unter der Dämmung. Der Diffusionswiderstand muss von innen nach außen abnehmen, damit Feuchtigkeit, die doch eindringt, nach außen entweichen kann und sich nicht in der Konstruktion staut.
Was kostet eine Dampfbremse?
Eine feuchtevariable Dampfbremsfolie kostet beim Material rund 3 bis 5,50 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen Klebebänder und Manschetten für die luftdichten Anschlüsse. Gemessen am Schutz vor teuren Feuchteschäden ist das eine lohnende Investition.