
Der Raffstore ist der wirksamste sommerliche Hitzeschutz am Fenster – weil er außen liegt und die Sonne abfängt, bevor sie überhaupt auf die Scheibe trifft. Seine verstellbaren Aluminiumlamellen lassen sich stufenlos neigen: Sie halten die Hitze draußen, lenken aber gleichzeitig Tageslicht blendfrei in den Raum. Preislich beginnt ein Vorbau-Raffstore für ein Standardfenster bei rund 380 Euro, motorisiert und mit Vorbaukasten. Wer die Unterschiede bei Kasten, Lamellen und Steuerung kennt, findet die passende Lösung für Neubau wie Nachrüstung.
Woraus ein Raffstore besteht
Der Raffstore ist eine außenliegende Jalousie – robuster als der Innensonnenschutz und wetterfest konstruiert. Seine wichtigsten Bauteile:
- Lamellen: meist aus eloxiertem oder pulverbeschichtetem Aluminium, gebördelt oder als Z-Lamelle. Die Z-Form dichtet im geschlossenen Zustand besser ab und verdunkelt stärker, kostet aber rund 20 Prozent mehr.
- Leiterbänder: Sie tragen die Lamellen, halten sie auf Abstand und ermöglichen das Neigen und Zusammenraffen.
- Führungsschienen: Sie führen das Behangpaket seitlich und geben ihm Halt bei Wind.
- Kasten: Er nimmt das zusammengeschobene Lamellenpaket oben auf.
- Antrieb: heute fast immer ein Elektromotor, seltener eine Kurbel.
Vorbau oder Aufsatz: die Montageart
Die Montageart entscheidet stark über den Preis und eignet sich für unterschiedliche Situationen:
- Vorbau-Raffstore: Der sichtbare Kasten wird außen vor die Fensterlaibung montiert. Das ist die typische Lösung zum Nachrüsten im Bestand, weil kein Eingriff in die Fassade nötig ist.
- Aufsatz-Raffstore: Der Kasten sitzt direkt auf dem Fensterrahmen und verschwindet hinter der Dämmung – ideal im Neubau, wo er von außen kaum sichtbar ist und keine Wärmebrücke bildet.
Da der Kasten die Fassade beeinflusst, wird der Raffstore am besten gemeinsam mit dem Fenster geplant.
Die Steuerung
Standard ist heute der Elektromotor – ein einfacher Rohrmotor wie der Somfy J4 ist bei vielen Anbietern bereits im Grundpreis enthalten. Darüber hinaus gibt es mehrere Stufen:
- Funkmotor mit Fernbedienung für die drahtlose Bedienung einzelner oder mehrerer Raffstores,
- Smart-Home-Anbindung über Systeme wie Somfy TaHoma, steuerbar per App und Zeitschaltung,
- Sonnen- und Windsensor, der den Behang bei Sonne automatisch senkt und bei Sturm einfährt.
Der Windwächter ist keine Spielerei: Ausgefahrene Lamellen sind windempfindlich, ein Sensor schützt sie vor Sturmschäden, indem er sie rechtzeitig hochzieht.
Was ein Raffstore kostet
Der Preis hängt vor allem von Größe, Montageart, Lamellentyp und Steuerung ab. Als Orientierung pro Standardfenster (Stand 2026):
- Vorbau-Raffstore mit Motor ab etwa 380 bis 430 Euro,
- Aufsatz-Raffstore ab rund 500 Euro,
- Funksteuerung mit Fernbedienung ab etwa 530 Euro,
- Sonnen- und Windsensor oder eine Smart-Home-Zentrale je mehrere hundert Euro zusätzlich.
Umgerechnet auf die Fläche liegt man je nach Ausführung bei rund 250 bis 500 Euro pro Quadratmeter, bei Sonderformen auch darüber. Dazu kommt die Montage. Ein Angebot lohnt sich, weil die Endpreise stark von der Fenstergröße abhängen.
Die Vorteile auf einen Blick
Der große Pluspunkt ist der sommerliche Hitzeschutz: Weil der Raffstore außen sitzt, hält er einen Großteil der Sonnenenergie ab, bevor sie durch die Scheibe in den Raum gelangt – hochwertige Außenverschattungen blocken bis zu 80 Prozent der thermischen Energie, wie die DIE UMWELTBERATUNG betont. Das ist deutlich wirksamer als jeder Innensonnenschutz. Durch das stufenlose Neigen der Lamellen lässt sich Tageslicht blendfrei lenken, ohne den Raum abzudunkeln. Dazu kommen Sichtschutz und – bei geschlossenem Behang – ein kleiner Beitrag zur Wärmedämmung in der kalten Jahreszeit. Als reiner Verdunkelungs- und Wetterschutz bleibt der klassische Rollladen die Alternative, für Terrasse und Balkon die Markise.
Häufige Fragen zum Raffstore
Was ist der Unterschied zwischen Raffstore und Jalousie?
Jalousie ist der Oberbegriff für Lamellensonnenschutz. Als Raffstore bezeichnet man die außenliegende, wetterfeste Variante mit zusammenschiebbaren Aluminiumlamellen. Sie ist deutlich robuster als eine Innenjalousie und hält auch Wind und Regen stand.
Was kostet ein Raffstore pro Fenster?
Für ein Standardfenster beginnt ein motorisierter Vorbau-Raffstore bei rund 380 bis 430 Euro, ein Aufsatz-Raffstore bei etwa 500 Euro. Funksteuerung und Sensoren kosten extra. Umgerechnet liegt der Quadratmeterpreis je nach Ausführung bei etwa 250 bis 500 Euro plus Montage.
Vorbau oder Aufsatz – was ist besser?
Der Vorbau-Raffstore wird außen vor die Laibung montiert und eignet sich zum Nachrüsten im Bestand ohne Eingriff in die Fassade. Der Aufsatz-Raffstore sitzt auf dem Fensterrahmen und verschwindet hinter der Dämmung – die sauberere Lösung für den Neubau.
Warum ist ein Raffstore besser als Innensonnenschutz?
Weil er außen liegt und die Sonnenwärme abfängt, bevor sie durch die Scheibe in den Raum gelangt. Ein Innenrollo oder eine Innenjalousie stoppt die Hitze erst hinter dem Glas, wo sie sich bereits im Raum staut. Deshalb ist außenliegender Sonnenschutz beim Hitzeschutz klar überlegen.
Braucht ein Raffstore einen Windwächter?
Empfehlenswert ist er auf jeden Fall. Ausgefahrene Lamellen sind bei Sturm gefährdet. Ein Windsensor fährt den Behang automatisch ein, sobald der Wind zu stark wird, und schützt so vor teuren Schäden. In Kombination mit einem Sonnensensor arbeitet der Raffstore ganz automatisch.
Was ist eine Z-Lamelle?
Eine Lamellenform, die im geschlossenen Zustand ineinandergreift und dadurch besser abdichtet und stärker verdunkelt als die klassische gebördelte Lamelle. Sie eignet sich, wenn zusätzlich zum Sonnenschutz eine gute Abdunkelung gewünscht ist, kostet aber rund 20 Prozent mehr.