Bei der Elektroinstallation im Haus gilt in Österreich ein klarer Grundsatz: Die feste Anlage gehört in die Hände eines konzessionierten Elektrotechnikers. Nur er darf Leitungen, Verteiler und Steckdosen fachgerecht und normkonform errichten – maßgeblich ist die OVE E 8101, die seit 2020 die alte ÖVE/ÖNORM E 8001 abgelöst hat. Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten im Neubau bei etwa 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer früh plant, wo Steckdosen und Anschlüsse sitzen sollen, spart später teure Nacharbeiten.
Warum ein Fachbetrieb Pflicht ist
Strom verzeiht keine Fehler. Eine unsachgemäß ausgeführte Installation kann zu Bränden und lebensgefährlichen Stromschlägen führen. Deshalb ist die Errichtung der festen Elektroanlage in Österreich dem konzessionierten Elektrotechniker vorbehalten – nur so ist gewährleistet, dass alle Stromkreise normgerecht abgesichert sind und die Anlage einen gültigen Befund erhält. Heimwerker können vorbereitende Arbeiten übernehmen, das Anklemmen und die Inbetriebnahme bleiben aber Sache des Fachbetriebs.
Die zwei Phasen der Installation
Eine Elektroinstallation läuft in zwei Schritten ab:
- Rohinstallation: Schlitze stemmen, Leerrohre und Kabel verlegen, Dosen setzen und den Verteilerkasten vorbereiten – das geschieht im Rohbau, bevor verputzt wird.
- Feininstallation: Nach dem Verputzen folgen Steckdosen, Schalter, Leuchten sowie die Bestückung und Inbetriebnahme des Verteilers.
Zwischen beiden Phasen liegt der wichtigste Planungsschritt: Jetzt wird festgelegt, wo später jede Steckdose, jeder Schalter und jeder Anschluss sitzt. Diese Entscheidungen lassen sich nach dem Verputzen nur noch mit großem Aufwand ändern.
FI-Schutzschalter und Absicherung
Herzstück der Sicherheit ist der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI oder RCD). Er trennt den Stromkreis in Sekundenbruchteilen, wenn Strom einen ungewollten Weg nimmt – etwa durch einen Menschen. In Neubauten ist er Pflicht, für Steckdosenstromkreise mit einer Empfindlichkeit von 30 Milliampere. Bei Sanierungen muss ein fehlender FI-Schalter nachgerüstet werden. Dazu kommen die Leitungsschutzschalter (Sicherungsautomaten), die jeden Stromkreis gegen Überlastung und Kurzschluss absichern. Der Verteilerkasten sollte großzügig geplant sein, damit später Erweiterungen wie eine Photovoltaikanlage oder eine Wallbox Platz finden.
Was die Elektroinstallation kostet
Für ein Einfamilienhaus im Neubau liegen die Gesamtkosten meist bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ergibt je nach Ausführung:
- rund 10.000 bis 20.000 Euro bei einfachem Standard,
- etwa 15.000 bis 33.000 Euro bei gehobener Ausstattung mit umfangreicher Beleuchtung, Smart-Home und großem Verteiler.
Der Stundensatz eines Elektrikers bewegt sich in Österreich zwischen etwa 60 und 110 Euro. Wie sich die Elektrik in die gesamte Baurechnung einfügt, zeigt der Überblick zu den Kosten eines Einfamilienhauses.
Klug planen: mehr Anschlüsse als gedacht
Der häufigste Fehler ist, zu sparsam zu planen. Nachträglich Steckdosen zu ergänzen ist teuer, zu viele hat man selten. Sinnvoll sind ausreichend Steckdosen pro Raum, Netzwerkanschlüsse, Anschlüsse für Rollläden und Markisen sowie Leerrohre für spätere Erweiterungen. Wer heute an Wallbox, Lüftungsanlage und Photovoltaik denkt, legt die passenden Leitungen gleich mit. Ein Ratgeber für Konsumenten des Elektrotechnik-Verbands bietet kfe.at.
Häufige Fragen zur Elektroinstallation
Darf man die Elektroinstallation selbst machen?
Die feste Elektroanlage darf in Österreich nur ein konzessionierter Elektrotechniker errichten und in Betrieb nehmen. Nur so ist die normgerechte Absicherung gewährleistet und die Anlage erhält einen gültigen Befund. Vorbereitende Arbeiten sind möglich, das Anklemmen bleibt Sache des Fachbetriebs.
Was kostet die Elektroinstallation im Einfamilienhaus?
Im Neubau meist 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ergibt rund 10.000 bis 20.000 Euro bei einfachem Standard und etwa 15.000 bis 33.000 Euro bei gehobener Ausstattung mit viel Beleuchtung und Smart-Home. Der Stundensatz eines Elektrikers liegt bei 60 bis 110 Euro.
Welche Norm gilt für die Elektroinstallation?
In Österreich gilt seit 2020 die OVE E 8101, die die frühere ÖVE/ÖNORM E 8001 abgelöst hat. Sie regelt die Errichtung von Niederspannungsanlagen samt der Anforderungen an Fehlerstrom-Schutzschalter. Ein Fachbetrieb führt die Anlage normgerecht aus und stellt den Befund darüber aus.
Ist ein FI-Schutzschalter Pflicht?
Ja. In Neubauten ist der Fehlerstrom-Schutzschalter Pflicht, für Steckdosenstromkreise mit 30 Milliampere Empfindlichkeit. Er trennt den Stromkreis blitzschnell, wenn Strom einen gefährlichen Weg nimmt, und schützt so vor Stromschlägen. Bei Sanierungen muss ein fehlender FI nachgerüstet werden.
Wann plant man die Steckdosen?
Vor der Rohinstallation, also bevor Schlitze gestemmt und Kabel verlegt werden. Jetzt wird festgelegt, wo jede Steckdose, jeder Schalter und jeder Anschluss sitzt. Nach dem Verputzen sind Änderungen nur noch mit großem Aufwand möglich – deshalb lieber großzügig planen.
Wie viele Steckdosen sollte man einplanen?
Lieber mehr als zu wenige – Nachrüsten ist teuer, überzählige Steckdosen stören nie. Sinnvoll sind reichlich Steckdosen je Raum, Netzwerkanschlüsse sowie Leerrohre und Leitungen für spätere Erweiterungen wie Wallbox, Photovoltaik oder eine Lüftungsanlage. Vorausschauende Planung zahlt sich aus.