
Regenwasser darf in Österreich immer seltener einfach in den Kanal geleitet werden – viele Gemeinden schreiben inzwischen die Versickerung auf dem eigenen Grundstück vor. Der Sickerschacht ist dafür die klassische, platzsparende Lösung: ein unterirdischer Schacht, der das über Dachrinnen und Fallrohre gesammelte Regenwasser aufnimmt und kontrolliert in den Boden abgibt. Hinter der Vorgabe steckt mehr als Bürokratie: Je mehr Fläche versiegelt wird, desto weniger Regen versickert vor Ort, desto stärker belasten Starkregen die Kanäle – und desto weniger Grundwasser bildet sich neu.
Damit die Versickerung funktioniert, müssen zwei Dinge stimmen: Der Untergrund muss durchlässig genug sein (Lehm und Ton scheiden aus), und der Grundwasserspiegel muss ausreichend tief liegen – mindestens 1,5 Meter unter der Sickeranlage. Ist beides gegeben, versickert das Wasser zuverlässig; die Planung regelt die ÖNORM B 2506.
Was ist ein Sickerschacht?
Ein Sickerschacht ist eine punktförmige Versickerungsanlage: Das Niederschlagswasser wird über Fallrohre und Leitungen in einen senkrechten, unterirdischen Schacht eingeleitet und versickert von dort in den Boden. Man unterscheidet zwei Bauarten:
- Versickerung über die Schachtsohle: Das Wasser tritt am Boden des Schachts in den Untergrund über.
- Versickerung über gelochte Seitenwände: Das Wasser sickert zusätzlich seitlich durch perforierte Schachtringe ins Erdreich.
Der Sickerschacht ist damit die kompakte Alternative zur flächigen Versickerung (Mulde oder Rigole) und eignet sich gut für Grundstücke mit wenig Platz. Voraussetzung ist stets ein durchlässiger Boden.
Aufbau: so ist ein Sickerschacht gebaut
- Zulauf: Über Dachrinnen und Fallrohre gelangt das Regenwasser in eine Leitung, die in den Schacht mündet – idealerweise über einen Sandfang, der Laub und Schmutz zurückhält.
- Schachtkörper: Betonringe oder Kunststoffschächte bilden den senkrechten Körper; bei der seitlichen Versickerung sind sie gelocht.
- Filterschicht: Unter der Schachtsohle wird eine Sandschicht von mindestens 50 cm eingebracht, die das Wasser filtert und gleichmäßig verteilt.
- Kieshinterfüllung: Rund um den Schacht wird bis zur Unterkante des Zulaufrohrs mit Kies hinterfüllt, damit das Wasser gut in den Boden übergeht.
- Abdeckung: Eine begeh- oder befahrbare Abdeckung schließt den Schacht nach oben ab.
Der saubere Schichtaufbau entscheidet über die Funktion: Fehlt die Filterschicht oder verschlämmt der Schacht, lässt die Sickerleistung mit der Zeit nach.
Warum immer mehr Gemeinden Versickerung verlangen
In Österreich werden nach den amtlichen Zahlen zum Monitoringzyklus 2022 bis 2025 im Schnitt rund 6,5 Hektar Boden pro Tag neu in Anspruch genommen – deutlich mehr als das politische Ziel von 2,5 Hektar. Über die Hälfte der beanspruchten Fläche ist versiegelt, also mit Gebäuden, Wegen oder Stellplätzen abgedeckt. Auf versiegelten Flächen kann Regen nicht mehr versickern; er läuft ab und muss abgeleitet werden. Die offiziellen Daten dazu veröffentlicht das Bundesministerium.
Das hat zwei Folgen, die immer mehr Gemeinden zur Vorschrift der Versickerung bewegen. Erstens überlasten die zunehmenden Starkregen die Mischwasserkanäle, die dann bei Gewittern überlaufen. Zweitens fehlt das versickerte Wasser bei der Grundwasserneubildung. Das Gegenmodell heißt Schwammstadt: Niederschlag soll dort, wo er fällt, zurückgehalten und in den Boden geführt werden statt in den Kanal. Ein Sickerschacht auf dem eigenen Grundstück ist genau das im Kleinen – er entlastet den Kanal und gibt den Regen der Umgebung zurück.
Genehmigung und ÖNORM in Österreich
Die Versickerung von Niederschlagswasser mit baulichen Anlagen ist im Ortsgebiet in der Regel bewilligungspflichtig – das gilt auch für den Sickerschacht. Maßgeblich für Planung und Bemessung ist die ÖNORM B 2506. Zusätzlich haben die Bundesländer eigene Leitfäden zur Verbringung von Niederschlagswässern, etwa das Land Oberösterreich in seinem Leitfaden zur Verbringung von Niederschlagswässern oder die Steiermark mit einem eigenen Leitfaden für die Oberflächenentwässerung. Klären Sie das Vorhaben daher vor Baubeginn mit der Gemeinde und – je nach Bundesland – der Wasserrechtsbehörde. Eine gute Übersicht zur Versickerungspflicht bietet die Bauherrenhilfe.
Voraussetzungen: Boden und Grundwasser
Ein Sickerschacht funktioniert nur unter den richtigen Bedingungen:
- Durchlässiger Boden: Sand und Kies versickern gut, Lehm und Ton dagegen kaum – dort ist ein Sickerschacht ungeeignet. Die Durchlässigkeit wird über den kf-Wert des Bodens beschrieben, angegeben in Meter pro Sekunde.
- Tiefer Grundwasserspiegel: Der höchste Grundwasserstand muss mindestens 1,5 Meter unter der Sickeranlage liegen.
- Ausreichendes Volumen: Die Anlage muss ein Retentionsvolumen aufweisen, das den Starkregenfall abpuffert – abhängig von der angeschlossenen Fläche (Dach, befestigte Wege) und der Sickergeschwindigkeit des Bodens.
Der kf-Wert ist die zentrale Kennzahl. Als Faustregel gilt: Versickerung ist sinnvoll, wenn er etwa zwischen 1 x 10⁻³ und 1 x 10⁻⁶ m/s liegt. Ist der Boden noch dichter (Lehm, Ton), staut sich das Wasser; ist er extrem grob (reiner Kies), fließt das Wasser zu schnell durch und wird kaum gefiltert. Zur groben Einordnung:
| Bodenart | kf-Wert (ca., m/s) | Für Versickerung |
|---|---|---|
| Kies | 10⁻¹ bis 10⁻³ | sehr durchlässig, ggf. zu schnell |
| Sand | 10⁻³ bis 10⁻⁵ | gut geeignet |
| sandiger Lehm / Schluff | 10⁻⁵ bis 10⁻⁷ | grenzwertig, größeres Volumen nötig |
| Lehm / Ton | unter 10⁻⁷ | ungeeignet |
Den Boden selbst testen: der Sickerversuch
Wie durchlässig der eigene Boden ist, lässt sich mit einem einfachen Sickerversuch (Perkolationstest) abschätzen, bevor ein Fachplaner die exakte Bemessung übernimmt:
- Ein Loch von rund 20 x 20 cm Grundfläche und etwa 40 cm Tiefe ausheben.
- Den Lochboden ebnen und 2 bis 4 cm groben Sand oder Kies einfüllen.
- Die Grube etwa eine Stunde lang vorwässern, damit der Boden gesättigt ist und nicht trocken steht.
- Einen Zollstock hineinstellen, die Grube zur Hälfte mit Wasser füllen und den Wasserstand notieren.
- Nach 10, 30 und 60 Minuten erneut messen, wie weit das Wasser abgesunken ist.
Ein Beispiel: Sinkt der Pegel in zehn Minuten um 2 cm, sind das hochgerechnet 12 cm pro Stunde – also rund 120 Liter je Quadratmeter und Stunde. Das ist ein gut durchlässiger Boden. Versickert dagegen kaum etwas, ist der Standort für einen Sickerschacht ungeeignet. Der Test ersetzt keine Fachbemessung, gibt aber früh eine ehrliche Antwort auf die entscheidende Frage.
So wird ein Sickerschacht dimensioniert
Die Bemessung nach ÖNORM B 2506 verrechnet drei Größen: die angeschlossene Fläche (Dach plus befestigte Flächen, jeweils mit ihrem Abflussbeiwert – ein Steildach fast 1,0, ein Kiesdach weniger), den Bemessungsregen und die Durchlässigkeit des Bodens. Die maßgeblichen Regenspenden für den jeweiligen Standort liefert in Österreich der amtliche Bemessungsniederschlag aus dem eHYD-Portal des Umweltministeriums – deshalb fällt ein Schacht in einer regenreichen Region anders aus als im trockenen Osten.
Das Prinzip dahinter ist simpel: In der Starkregenspitze fließt mehr Wasser zu, als der Boden gleichzeitig aufnehmen kann. Die Differenz muss der Schacht zwischenspeichern und langsam abgeben – genau dieses Puffervolumen wird berechnet. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 100 m² Dachfläche und mittlerem Boden liegt das nötige Sickervolumen grob in der Größenordnung einiger Kubikmeter; der genaue Wert steht und fällt mit dem kf-Wert. Weil ein zu klein bemessener Schacht bei Starkregen überläuft und ein zu großer unnötig Geld kostet, gehört die Berechnung in die Hand eines Fachplaners. Weniger versiegelte Flächen entlasten die Anlage – wer etwa mit wasserdurchlässigem Pflaster arbeitet, reduziert die abzuleitende Wassermenge und damit die nötige Schachtgröße.
Sickerschacht selbst bauen: die Schritte
Den Aushub und die Grundarbeiten können handwerklich versierte Bauherren selbst übernehmen – die Bemessung und der Anschluss ans bestehende Entwässerungssystem gehören aber fachlich abgesichert. Der Ablauf in Kürze:
- Baugrube nach der berechneten Größe ausheben, bei Tiefe und Volumen hilft ein Minibagger.
- Die Sohle eben abziehen und mit einem Wurzelvlies gegen Einwurzeln auslegen.
- Unter der Schachtsohle mindestens 50 cm Sand als Filterschicht einbringen.
- Die Schachtringe (Beton oder Kunststoff, bei seitlicher Versickerung gelocht) lotrecht setzen.
- Das Zulaufrohr mit leichtem Gefälle anschließen, davor einen Sandfang als Vorfilter.
- Den Ringraum rund um den Schacht mit Kies hinterfüllen.
- Den Schacht mit einer begeh- oder befahrbaren Abdeckung schließen.
Wichtig ist das Gefälle im Zulauf und ein zugänglicher Sandfang – beides entscheidet darüber, ob der Schacht auch nach Jahren noch schluckt.
Beton oder Kunststoff: das richtige Schachtmaterial
Für den Schachtkörper stehen zwei Materialien zur Wahl. Betonringe sind schwer, extrem stabil und langlebig; ihr Eigengewicht hält den Schacht auch bei hohem Grundwasser sicher an Ort und Stelle. Zum Versetzen braucht es aber Hebegerät, und die einzelnen Ringe sind sperrig. Kunststoffschächte aus Polyethylen sind leicht, schnell eingebaut und in vielen Größen als Fertigsystem erhältlich – dafür müssen sie sorgfältig gegen Auftrieb gesichert und fachgerecht hinterfüllt werden, damit sie unter Last nicht nachgeben.
Für die klassische Sohl- und Seitenversickerung im Einfamilienhaus sind gelochte Betonringe nach wie vor die robusteste Wahl. Wo es schnell gehen muss oder kein Kran auf die Baustelle kommt, spielt der Kunststoffschacht seine Vorteile aus. Beide funktionieren – entscheidend bleibt der saubere Schichtaufbau ringsum.
Was kostet ein Sickerschacht 2026?
Die Kosten für einen Sickerschacht liegen üblicherweise zwischen 1.000 und 2.500 Euro, abhängig von Volumen, Material (Beton oder Kunststoff), Grabungsaufwand und Arbeitsleistung. Dazu kommen die Planung bzw. Bemessung und gegebenenfalls die Behördengebühr. Wer den Aushub selbst übernimmt, spart Lohnkosten – die fachgerechte Dimensionierung und der korrekte Schichtaufbau gehören aber in erfahrene Hände. Über die Lebensdauer ist der Sickerschacht günstig, weil keine laufenden Kanalgebühren für das Regenwasser anfallen – in vielen Gemeinden wird die abgeleitete Niederschlagsmenge sonst mitverrechnet.
Sickerschacht, Rigole oder Zisterne?
- Sickerschacht: punktförmige Versickerung, platzsparend, ideal bei durchlässigem Boden und wenig Fläche.
- Rigole/Mulden-Rigole: flächige Versickerung mit Kieskörper oder Mulde – gut bei mäßig durchlässigem Boden und mehr Platz. Die Mulden-Rigole kombiniert eine oberflächliche Mulde mit einem darunterliegenden Speicherkörper und verzeiht auch schwächere Böden.
- Regenwasserzisterne: sammelt das Wasser zur Nutzung (Garten, WC), statt es zu versickern – oft in Kombination mit einem Überlauf zur Versickerung.
Häufig ist die Kombination sinnvoll: eine Zisterne zur Nutzung, deren Überlauf in einen Sickerschacht oder eine Rigole führt. So wird das Regenwasser erst genutzt und erst der Rest versickert. Für die Ableitung von Wasser am und ums Haus ist zudem die Drainage ein verwandtes Thema.
Wenn Versickerung nicht möglich ist: die Alternativen
Nicht jedes Grundstück eignet sich für einen Sickerschacht – bei dichtem Lehmboden oder hohem Grundwasser fällt die Versickerung aus. Dann bleibt das Regenwasser trotzdem ein Thema, denn abgeleitet werden muss es weiterhin. Drei Wege sind üblich:
- Rückhaltung mit gedrosselter Ableitung: Ein Speicher (Rückhaltebecken oder Retentionszisterne) fängt die Regenspitze auf und gibt das Wasser nur langsam, gedrosselt an den Kanal ab. Viele Gemeinden akzeptieren das, wo Versickerung nicht geht, und begrenzen die maximale Abgabemenge.
- Regenwassernutzung: Eine Zisterne speichert das Wasser für Garten und WC. Das reduziert die Menge, die überhaupt abgeleitet werden muss – der Überlauf wird gedrosselt eingeleitet oder, wo möglich, doch teilversickert.
- Gründach: Ein begrüntes Flachdach hält einen erheblichen Teil des Niederschlags zurück, verdunstet ihn und verzögert den Rest. Es entlastet jede nachgeschaltete Anlage spürbar.
Welche Lösung zulässig ist, hängt wieder von der Gemeinde und der Wasserrechtsbehörde ab. Wichtig ist, das früh in der Planung zu klären – nachträglich lässt sich eine Rückhaltung nur mit Aufwand ergänzen.
Die häufigsten Fehler
- Auf undurchlässigem Boden gebaut: In Lehm oder Ton versickert kaum Wasser – vorher die Bodendurchlässigkeit prüfen, im Zweifel mit dem Sickerversuch.
- Zu klein dimensioniert: Bei Starkregen läuft der Schacht über – nach ÖNORM B 2506 richtig bemessen.
- Grundwasser zu hoch: Liegt der Grundwasserspiegel zu nah, funktioniert die Versickerung nicht – 1,5 m Abstand einhalten.
- Kein Sandfang: Ohne Vorfilter verschlämmt der Schacht mit Laub und Schmutz und verliert seine Leistung.
- Ohne Bewilligung gebaut: Im Ortsgebiet ist die Versickerungsanlage meist bewilligungspflichtig – vorher bei der Gemeinde klären.
Wartung: damit der Schacht dauerhaft schluckt
Ein Sickerschacht arbeitet über Jahre wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Der wunde Punkt ist die Verschlämmung: Feine Schwebstoffe, Laub und abgeschwemmter Sand setzen sich mit der Zeit in der Filterschicht fest und bremsen die Versickerung. Deshalb ist der vorgeschaltete Sandfang die wichtigste Wartungsstelle – er sollte ein- bis zweimal im Jahr und nach starken Unwettern kontrolliert und geleert werden. Ein Laubschutzgitter in der Dachrinne hält einen Großteil des Schmutzes schon oben zurück.
Läuft der Schacht trotz durchlässigem Boden nach Jahren sichtbar langsamer ab, ist meist die Sandschicht verschlämmt und muss erneuert werden. Wer den Schacht zugänglich hält – also die Abdeckung nicht dauerhaft überschüttet – erspart sich dabei viel Grabungsarbeit.
Häufig gestellte Fragen zum Sickerschacht
Wie funktioniert ein Sickerschacht?
Ein Sickerschacht nimmt das über Dachrinnen und Fallrohre gesammelte Regenwasser in einem unterirdischen Schacht auf und gibt es kontrolliert in den Boden ab – über die Schachtsohle oder gelochte Seitenwände. Unter dem Schacht sorgt eine Sandfilterschicht für gleichmäßige Versickerung. Voraussetzung ist ein durchlässiger Boden und ein tiefer Grundwasserstand.
Braucht man für einen Sickerschacht eine Genehmigung?
In der Regel ja. Im Ortsgebiet ist die Versickerung von Niederschlagswasser mit baulichen Anlagen meist bewilligungspflichtig, das gilt auch für Sickerschächte. Maßgeblich ist die ÖNORM B 2506, dazu kommen Landes-Leitfäden. Klären Sie das Vorhaben vor Baubeginn mit der Gemeinde und der Wasserrechtsbehörde.
Wann ist ein Sickerschacht nicht möglich?
Bei undurchlässigem Boden (Lehm, Ton) versickert das Wasser kaum – dort ist ein Sickerschacht ungeeignet. Auch ein zu hoher Grundwasserspiegel schließt ihn aus: Der höchste Grundwasserstand muss mindestens 1,5 Meter unter der Sickeranlage liegen. In solchen Fällen sind andere Lösungen wie eine Ableitung oder Rückhaltung nötig.
Was kostet ein Sickerschacht?
Ein Sickerschacht kostet üblicherweise zwischen 1.000 und 2.500 Euro, abhängig von Volumen, Material, Grabungsaufwand und Arbeitsleistung. Dazu kommen Planung und eventuelle Behördengebühren. Wer den Aushub selbst übernimmt, spart Lohnkosten – Dimensionierung und Schichtaufbau gehören aber in Fachhand.
Wie wird ein Sickerschacht dimensioniert?
Die Dimensionierung erfolgt nach ÖNORM B 2506 und richtet sich nach der angeschlossenen Fläche (Dach und befestigte Flächen mit ihrem Abflussbeiwert), dem örtlichen Bemessungsregen aus dem eHYD-Portal und der Sickergeschwindigkeit des Bodens. Die Anlage muss ein Retentionsvolumen aufweisen, das den Starkregenfall abpuffert. Ein zu klein bemessener Schacht läuft über – die Berechnung sollte ein Fachplaner übernehmen.
Wie prüfe ich, ob mein Boden versickerungsfähig ist?
Mit einem einfachen Sickerversuch: ein Loch von rund 20 x 20 cm und 40 cm Tiefe ausheben, mit etwas Kies auslegen, eine Stunde vorwässern, dann zur Hälfte mit Wasser füllen und das Absinken nach 10, 30 und 60 Minuten messen. Sinkt der Pegel in zehn Minuten um rund 2 cm, ist der Boden gut durchlässig. Versickert kaum etwas, ist der Standort ungeeignet.
Was ist der Unterschied zwischen Sickerschacht und Rigole?
Der Sickerschacht versickert punktförmig über einen senkrechten Schacht und ist platzsparend. Die Rigole versickert flächig über einen unterirdischen Kieskörper oder eine Mulde und eignet sich bei mäßig durchlässigem Boden und mehr verfügbarer Fläche. Beide leiten Regenwasser in den Boden – die Wahl hängt von Boden, Platz und Wassermenge ab.
Muss ein Sickerschacht gewartet werden?
Ja, ein wenig. Der vorgeschaltete Sandfang und der Schacht sollten regelmäßig kontrolliert und von Laub und Schlamm befreit werden, damit die Sickerleistung erhalten bleibt. Verschlämmt der Schacht, versickert das Wasser langsamer und kann bei Starkregen überlaufen. Eine saubere Dachentwässerung mit Laubschutz reduziert den Wartungsaufwand.